6. Armee (Deutsches Reich)
Die 6. Armee wurde am 10. Oktober 1939 durch die Umbenennung des Armee-Oberkommandos 10 gebildet. Im Rahmen des Polenfeldzugs übernahm die 6. Armee Sicherungsaufgaben an der Grenze. Im Laufe des Krieges nahm sie am Angriff auf Frankreich teil und blieb bis zum Mai 1941 im Westen. Am Anfang des Unternehmens Barbarossa war sie Bestandteil der Heeresgruppe Süd und arbeitete neben den Kampfhandlungen im engeren Sinne der SS und den Einsatzgruppen des SD bei den Massenmorden an Juden und russischer Zivilbevölkerung in die Hände.
Ende August 1942 nahm im Rahmen der Sommeroffensive die 6. Armee Stalingrad in großen Teilen ein. Allerdings gelang es ihr in zähen und verlustreichen Straßenkämpfen nicht, die sowjetischen Verbände aus der Stadt zu vertreiben. Eine überraschende Großoffensive der Sowjets führte zum Einschluss der 6. Armee im Kessel von Stalingrad (Schlacht um Stalingrad). Am 2. Februar 1943 wurde die 6. Armee durch Kapitulation in Stalingrad vernichtet.
Kommandeure der 6. Armee
- 20. Oktober 1939 - 1. Januar 1942: Generalfeldmarschall Walter von Reichenau
- 1. Januar 1942 - 31. Januar 1943: Generalfeldmarschall Friedrich Paulus
- 5. März - 22. November 1943: Generaloberst Karl Hollidt
- 22. November - 19. Dezember 1943: General der Artillerie Maximilian de Angelis
- 19. Dezember 1943 - 8. April 1944: Generaloberst Karl Hollidt
- 8. April - 17. Juli 1944: General der Artillerie Maximilian de Angelis
- 17. Juli - 23. Dezember 1944: General der Artillerie Maximilian Fretter-Pico
- 23. Dezember 1944 - 8. Mai 1945: General der Panzertruppen Hermann Balck
Neu aufgestellt am 6. März 1943 in Südrussland aus der Armee-Abteilung Hollidt wurde die erneuerte 6. Armee im August bei Kischinew 1944 in großen Teilen mit der Heeresgruppe Südukraine vernichtet. Aus den Resten abermals aufgestellt bezeichnete man sie im September 1944 als Armee-Gruppe Fretter-Pico und im November 1944 und von Januar bis März 1945 als Armeegruppe Balck bezeichnet.
Literatur
- Boll, Bernd und Safrian, Hans: Auf dem Weg nach Stalingrad. Die 6. Armee 1941/42, S.260-297 in:
- Heer, Hannes und Naumann, Klaus: Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944, Zweitausendeins Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-86150-198-8
Weblinks
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