W
W bzw. w ist der 23. Buchstabe des lateinischen Alphabets und in den meisten Sprachen, in denen er verwendet wird, ein Konsonant. Das W entstand ursprünglich als Ligatur. Der Buchstabe W hat in deutschen Texten eine relative Häufigkeit von 1,89%. Er ist damit der 17.-häufigste Buchstabe in deutschen Texten.
| Inhaltsverzeichnis |
Herkunft
| Bild nicht gefunden Proto-semitisches Waw-Zeichen | Bild nicht gefunden Phönizisches Waw | Bild nicht gefunden Griechisches Ypsilon | Bild nicht gefunden Etruskisches V | Bild nicht gefunden Lateinisches V | Bild nicht gefunden Lateinisches W |
| Proto-semitischer Waw-Zeichen | Phönizisches Waw | Griechisches Ypsilon | Etruskisches V | Lateinisches V | Lateinisches W |
Das W teilt sich einen Großteil seiner Geschichte mit dem U und dem V, daneben sind das Y und auch das F mit ihm verwandt.
Über Lautwert und Bedeutung des Buchstabens im proto-semitischen Alphabet ist nichts bekannt, das entsprechende Symbol stellt einen Haken oder eine Keule mit runder Spitze dar. Im phönizischen Alphabet verlor der Buchstabe seine Spitze und sah aus wie ein abgerundetes Y. Der Buchstabe erhielt den Namen Waw und wurde verwendet, um den Lautwert [w] darzustellen (ein unsilbisches [u]).
In das griechische Alphabet wurde der Buchstabe als Ypsilon aufgenommen. Im Frühgriechischen war der Lautwert des Ypsilon der dem [w] entsprechende Vokal [u].
Die Etrusker übernahmen das frühgriechische Ypsilon und dessen Lautwert. Mit der Zeit verschwand bei den Etruskern die untere Spitze, der Buchstabe bekam die Form V. Ebenso änderte sich die Bedeutung des Buchstabens: Das Etruskische kannte auch den dem [u] entsprechenden Halbvokal [w] und der Buchstabe wurde verwendet, um beide Laute zu schreiben.
Die Römer übernahmen den Buchstaben mit beiden Lautwerten. Ursprünglich wurde der Buchstabe in der von den Etruskern übernommenen spitzen Form geschrieben. In der Spätantike wurde auch eine abgerundete Variante entwickelt, die im Aussehen dem U entspricht.
In der Spätantike entwickelte sich das unsilbische [w] zu einem [v]. Als gegen Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. in den germanischen Sprachen Schriften entstanden, die noch über den Laut [w] verfügten, empfand man das Zeichen V bereits als unpassend für die Wiedergabe dieses Lauts und schuf daher die Ligatur VV bzw. UU, aus der sich das W entwickelte.
Am Namen des Buchstabens W im Englischen, double u ('doppeltes u') und im Französischen double vé ('doppeltes vau') ist dieser Ursprung noch erkennbar (zu beachten ist, dass damals noch kein Unterschied zwischen dem Konsonantenbuchstaben V und dem Vokalbuchstaben U gemacht wurde).
Der deutsche Laut [w] (ein unsilbisches [u]) vollzog im Mittelalter dieselbe Entwicklung, die der lateinische w-Laut schon in der Spätantike gemacht hatte: Er wurde zu einem [v]. Es gibt jedoch Phonetiker, die der Ansicht sind, der deutsche w-Laut sei nicht ein stimmhafter labiodentaler Frikativ [v], sondern ein stimmhafter labiodentaler Approximant [ʋ].
Die Englische Sprache bewahrt hingegen bis heute die ursprüngliche Aussprache [w] (unsilbisches [u], ähnlich wie im deutschen Wort Bauer bzw. labiovelarer Approximant — beide Bezeichnungen sind synonym).
Aussprache
Das sogenannte Hochdeutsche verwendet den Laut [β] nicht, wohl aber beispielsweise einige mitteldeutsche Mundarten wie das Kölsche. Da allerdings aus historischen Gründen das V vorwiegend für den Laut [f] steht, wird der Buchstabe im Deutschen verwendet, um [v] wiederzugeben.
Im Walisischen wird das W sowohl als Konsonant als auch als Vokal gebraucht und kann entsprechend den Vokalverlängerungsregeln daher auch mit einem Zirkumflex versehen werden.
Bedeutungen
- in der Mathematik
- ist w das Zeichen für die Wahrscheinlichkeit
- in der Physik
- ist w das Formelzeichen für die Energiedichte
- ist W das Formelzeichen für Arbeit (engl.: Work)
- als Kfz-Kennzeichen steht W
- in Deutschland für Wuppertal
- in Österreich für Wien
- W steht für die Himmelsrichung Westen
- in der Numismatik steht der Kennbuchstabe W
- für Lille auf französischen Münzen von 1694 bis 1836.
- Der Wasserstand wird durch ein vorangestelltes W gekennzeichnet
Literatur
- Harald Haarmann: Geschichte der Schrift. Beck, München 2002 ISBN 3-406-47998-7
Weblinks
Siehe auch: Abkürzungen/W, Abkürzung, Akronym, beginnend mit dem Buchstaben W oder w
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