Toilette

Die Toilette /to̯aˈlɛtə/ (französisch toile = Tuch), auch Klo(sett), WC (Engl. water closet) oder 00, ist eine sanitäre Vorrichtung zur Aufnahme von Körperausscheidungen (Kot, Urin bzw. Erbrochenem).

Daneben wird der Raum, in dem sich eine solche Vorrichtung befindet, ebenfalls als Toilette bezeichnet. Andere Bezeichnungen für diesen Raum sind auch die Latrine, der Abtritt oder das Abort.

Inhaltsverzeichnis

Typen

[[Bild:SpuelbeckenWandhaengend.jpg|none|thumb|fig. 1: WC-Tiefspülbecken mit WC-Brille und Deckel, wandhängend]] none|thumb|fig. 2: "Donnerbalken"

Harper und Halestrap unterscheiden in Lifting the Lid: An ecological approach to toilet systems zwischen:

  1. dem weit verbreiteten WC aus Porzellan mit Kanalisation; auch WC-Porzellanstandardbecken genannt (fig. 1)
  2. WC mit Sickergrube
  3. WC mit septischem Tank
  4. WC mit septischem Tank und Klärbeet für flüssige Fäkalien
  5. WC mit Feststoffkompostierung und Urintrennung
  6. dem echten Kompost-WC
  7. Kübel-WC
  8. Donnerbalken ("Plumpsklo", "Reihenklosett") (fig. 2)


Unter den Porzellanstandardbecken wiederum können mehrere Varianten unterschieden werden:

  1. Tiefspüler: Sitzklo, bei welchem die Ausscheidungen direkt in die Kanalisation fallen, da sich der Abfluss unter dem Gesäß des Benutzers befindet. Das hat den Vorteil, dass die Geruchsentwicklung gering ist, da das Wasser den Kontakt der Exkremente mit der Raumluft verhindert. Diese Form ist v.a. in Nordamerika üblich.
  2. Flachspüler: Sitzklo, bei dem sich unter dem Gesäß des Benutzers eine Art Stufe befindet, auf welchen die Ausscheidungen fallen. Die Ausscheidungen verschwinden erst beim Spülen in der Kanalisation, was die Vorteile bietet, dass das Gesäß des Benutzers nicht mit Wasser bespritzt wird und die Möglichkeit besteht, die Ausscheidungen in Augenschein zu nehmen. Dies ist dann sinnvoll, wenn man Kot auf Anzeichen krankhafter Veränderungen untersuchen möchte, z.B. Blut, Würmer und Konsistenz. Zudem erleichtert es das Entnehmen einer Stuhlprobe. Ein Nachteil dieser Bauart - neben dem Geruch - ist, dass der Kot die Stufe oft stark beschmutzt, was den Einsatz einer Toilettenbürste nötig macht. Dies lässt sich vermeiden, indem die Stufe vor dem Koten mit Toilettenpapier ausgelegt wird.
  3. Stehklo: in Asien, Südeuropa und islamischen Ländern verbreitet


In Verkehrsmitteln gibt es folgende Bauarten von Toiletten:

  1. "Offene Bauart" mit Entleerung nach außen (bei der Eisenbahn bisher das am weitesten verbreitete System). Den Vorteilen der einfachen Bauart, der ständigen Verfügbarkeit und der nicht notwendigen Entleerung stehen Verschmutzungs- und Umweltprobleme gegenüber, weshalb diese Bauart bei neuen Fahrzeugen kaum noch eingebaut wird. So gibt es Eisenbahnstrecken, auf denen Fahrzeuge mit offenen Toiletten nicht mehr eingesetzt werden dürfen.
  2. "Geschlossene Bauart" mit Abwassertank, der normalerweise alle 1 bis 2 Tage ins Abwasser entleert wird.
  3. Chemische Behandlung der Abwässer. Vorteil ist, dass das Abwasser weniger oft entsorgt werden muss; Nachteil die unter Umständen umweltschädlichen Chemikalien.
  4. Biologische Behandlung der Abwässer. Dabei wandeln Mikroorganismen das Abwasser so um, dass der Wasseranteil wieder als Brauchwasser verwendet werden kann. Biologische Toiletten ermöglichen sehr lange Entleerungszyklen. Nachteil ist, dass das System "umkippen" kann, wenn beispielsweise die WC-Muschel mit den falschen Chemikalien gereinigt wird.


Die geschlossenen Bauarten (mit oder ohne Behandlung der Abwässer) werden heute überwiegend per Vakuum entleert; dies ermöglicht es, beim Spülen Wasser zu sparen (siehe auch Vakuumtoilette).

Wissenswertes

left|50px|fig. 3: Piktogramm für WC

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fig. 4: Toilettenhäuschen in Berlin

Geschichte

Gut ausgebaute Abortanlagen gab es bereits um 2800 v.Chr. in Mesopotamien. In den Städten des Altertums mündeten die Abflüsse in die großen Abwasserkanäle, die sogenannten Kloaken. Die bekannteste war die Cloaca Maxima in Rom. Im Mittelalter gab es Toiletten in Form von Nischen und Erkern (Abtritterker). Oft führten einfach Bodenöffnungen ins Freie. Im Jahre 1775 erhält der englische Erfinder Alexander Cummings das Patent für seine Ausführung eines Wasserklosetts. Doch der eigentliche Erfinder des Wasserklosetts ist Sir John Harington, jedoch geriet seine Erfindung im Jahre 1596 wieder in Vergessenheit. In Deutschland wurde die erste Toilette mit Wasserspülung 1860 im Schloss Ehrenburg in Coburg installiert. Diese wurde damals für Queen Victoria, die dort häufig zu Gast war, eigens aus England importiert.

Als Schutzpatron der Latrinenreiniger gilt Papst Julius I..

Siehe auch

Literatur


Die Bezeichnung Toilette wird auch verwendet für

Weblinks

See also: Toilette, 00, 1860, Abwasser, Alexander Cummings, Anus, Asien, Autobahnraststätte