Base Transceiver Station
Die Base Transceiver Station (BTS) (engl. für Basis Sende- und Empfangsstation) (umgangssprachlich Mobilfunksender) ist ein Netzelement des digitalen GSM-Mobilfunknetzes.
Die BTS versorgt unmittelbar eine Funkzelle. In der Praxis werden meist Basisstationen verwendet, die bis zu drei Funkzellen, also BTSn, bedienen. Als Antennen werden deshalb meistens Sektorantennen benutzt, die gezielt einen (120°)Sektor versorgen.
Die Größe der Zellen liegt von 100 Metern bis maximal 35 Kilometern. Die Sendeleistung liegt zwischen 2,5 und 320 Watt. In Jeder Funkzelle können, je nach Ausbau der Basisstation, bis zu 16 Frequenzen genutzt werden. Die Basisstation ist eigentlich nur die Übertragungseinrichtung für die Luftschnittstelle, die Steuerungs- und Überwachungsfunktionen werden überwiegend vom Base Station Controller (BSC) wahrgenommen.
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Aufgaben
Zu den wesentlichen Aufgaben einer BTS gehören:
- Aktivierung und Deaktivierung der zugewiesenen Funkkanäle
- Verschlüsselung und Entschlüsselung
- Verbindungskontrolle
- Überwachung des Empfangspegels
- Überwachung der Empfangsqualität
- Einstellung der Sendeleistung
- Signalanpassung an die Puls-Code-Modulation (PCM)-Schnittstelle, über die die Verbindung zur BSC erfolgt
Standorte
Da in zellulären Mobilfunknetzen viele Sender für eine flächendeckende Versorgung benötigt werden, müssen viele Mobilfunksender an den unterschiedlichsten Standorten realisiert werden.
Mobilfunksender auf bestehenden Sendetürmen
Sofern möglich, können Mobilfunksendeeinrichtungen an bestehenden Sendetürmen und Sendemasten installiert werden. Prinzipiell können solche Einrichtungen auf allen Typen von Antennenträgern (auch auf gegen Erde isolierten, selbststrahlenden Sendemasten, die während des Sendebetriebs unter hoher HF-Spannung stehen) montiert werden, doch wird man, aus wartungstechnischen Gründen, keine Mobilfunksendeantennen an gegen Erde isolierten Sendemasten montieren. Je nach Bauart des Antennenträgers und verfügbaren Platz werden die Sendegeräte in einer vorhandenen Turmkanzel oder in einem Gebäude neben dem Turm untergebracht.
Mobilfunktürme
Häufig müssen für Mobilfunksender neue Funktürme errichtet werden. Diese sind in Deutschland häufig als freistehende Konstruktion aus Stahlbetonfertigteilen, manchmal auch als freistehende Stahlrohr- oder Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt. Eine Realisierung als abgespannter Sendemast ist auch möglich, wird aber wegen des großen Platzbedarfs solcher Konstruktionen kaum durchgeführt. Mobilfunktürme sind im Regelfall zwischen 10 und 70 Meter hoch. Größere Mobilfunktürme besitzen auch Plattformen für Richtfunk und können ggf. auch über Sendeantennen für UKW-Rundfunksender kleiner Leistung und für im UKW-Bereich betriebene Funkdienste des nichtöffentlichen Landfunkdienstes tragen. Die Sendegeräte werden bei Mobilfunktürmen grundsätzlich in einem kleinen Häuschen neben dem Turm untergebracht.
Freileitungsmasten
Auch auf Freileitungsmasten werden häufig Sendeeinrichtungen für den Mobilfunk installiert. Im Regelfall werden hierfür wegen der erforderlichen Höhe und aus statischen Gründen Maste von 380-kV-Leitungen verwendet, allerdings werden gelegentlich auch auf Masten von Freileitungen für 20 kV (Mittelspannung), 110 kV oder 220 kV Mobilfunkantennen installiert. Auch auf Masten von Bahnstromleitungen können Mobilfunksendeantennen montiert werden, doch dürfte dieses, wie auf anderen 110-kV-Hochspannungsleitungen eher selten erfolgen. Im Regelfall wird bei Freileitungsmasten für Mobilfunkantennen unterhalb der Leiterseile eine Plattform mit den Antennen eingerichtet. Die Sendegeräte finden meist Platz in einem kleinen Häuschen unter dem Mast. Gelegentlich werden Mobilfunkantennen auch auf der Mastspitze oberhalb der Leiterseile montiert, wofür ggf. auch eine kleine Plattform auf dem Mast installiert wird. Der Betrieb der Hochspannungsleitung darf durch den Mobilfunksendebetrieb nicht behindert werden. In manchen Fällen werden auch einzelne Hochspannungsmaste stillgelegter Hochspannungsleitungen zu Mobilfunktürmen umfunktioniert, entweder in dem man sie - im Unterschied zu den anderen Masten der Leitung - nicht abbaut und mit Mobilfunkantennen versieht oder indem man sie abbaut und an einem neuen Standort als Mobilfunksender einsetzt.
Wassertürme
Auf der Spitze von Wassertürmen können im Regelfall problemlos Sendeantennen für Mobilfunk installiert werden, oft werden diese aus Denkmalschutz oder ästhetischen Gründen verkleidet. Die Technikeinheit wird bei ausgedienten Wassertürmen im inneren des Turms untergebracht.
Schornsteine
In Industriegebieten und an Stellen, wo sich selten hohe Häuser befinden, werden Mobilfunkstationen und deren Antennen gerne an vorhanden, einzelnstehenden Schornsteinen angebracht. Häufig wird diese Möglichkeit von mehreren Mobilfunknetzbetreibern gleichzeitig genutzt, da es eine durchaus sehr kostspielige Variante ist. Vielfach muss der Schornstein komplett saniert werden, da er schon seit längerer Zeit nicht mehr genutzt wird. Wenn der Schornstein oben zugedeckelt wird, dann wandelt er sich in einen Mast um, der in den meisten Gemeinden genehmigungspflichtig ist.
Dächer von Gebäuden
Auf Flachdächern und auf Steildächern, die mit nichtbrennbaren Material gedeckt wurden, können Sendeantennen für den Mobilfunk installiert werden. Hierfür wird ein kleiner Stahlrohrmast mit einer Steigleiter auf das Dach gesetzt. Bei manchen Gebäuden sind auch mehrere Mobilfunkantennen installiert. Als Gebäude für die Installation von Mobilfunkantennen kommen im Regelfall Kraftwerke, öffentliche Gebäude, Hochhäuser oder auch Feldscheunen zum Einsatz. Eine Montage auf Gebäuden, die dem Denkmalschutz unterstehen, ist nur in Ausnahmefällen möglich. Mit entsprechender Verkleidung aus GFK (Glasfaser verstärktem Kunststoff) kann man die Masten und Monilfunkantennen tarnen, meist wird dies als Schornstein ausgeführt, der sich in Farbe und Form der Schornsteine der Umgebung anpasst. Diese Möglichkeit wird meist auf Sattel- oder Spitzdachkonstruktionen angewendet.
Die BTS Schränke, die die Kommunikation zwischen den Endgeräten und dem Netz herstellen befinden sich meist in den jeweiligen Gebäuden. Manchmal sind sie aber auch für jedermann sichtbar wie man hier sehr gut erkennen kann.
Hierbei handelt es sich um ein Bild einer Ericsson BTS.
Bild:ericssonbts.jpg
Straßenlampen
Gelegentlich werden auch auf Straßenlampen Sendeantennen für den Mobilfunk installiert. Hierfür wird meist eine Antenne auf der Spitze derselben angebracht.
Kirchtürme
Auch Kirchtürme können Sendeeinrichtungen für den Mobilfunk tragen. Da viele Kirchen unter Denkmalschutz stehen, müssen die entsprechenden Antennen oft unter dem Dach montiert werden, so dass das Vorhandensein von Mobilfunkeinrichtungen auf Kirchtürmen nicht in Erscheinung tritt. Allerdings setzt diese Form der Montage ein Kirchendach voraus, welches möglichst frei von metallischen Teilen ist. [[Bild:D2 e57 a.jpg|thumb|left|150px|Mobilfunksender an Straßenlaterne]]
