Digital Audio Tape

thumb|R-DAT Kassette

Das Digital Audio Tape (DAT) ist ein digitales Audio-Tonband.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

DAT wurde 1987 von der DAT-Konferenz entwickelt. Es wurden zwei Verfahren entwickelt: R-DAT, das schließlich auf den Markt kam und auch noch S-DAT. R-DAT sollte als Ablösung der Musikkassette dienen. Tatsächlich gab es eine Zeit lang eine kleine Auswahl an bespielten DATs im Handel zu kaufen. Allerdings wurde das Format von der International Federation of the Phonographic Industrie aus Angst vor Piraterie bekämpft. Schon damals wurde den potentiellen DAT-Importeuren in Amerika mit Millionenklagen gedroht. Aus diesem Grund konnte DAT im Consumer-Bereich keinen Durchbruch erreichen. Im professionellen Bereich hat sich DAT aber unerwartet gut etabliert. Dank seiner Zuverlässigkeit wurde DAT von HP auch als Basis für das DDS-Format zur Datensicherung verwendet.

Technik

R-DAT verwendet wie sein Vorbild VHS ein Azimut-Aufzeichnungsverfahren. Beide Köpfe haben 6° Schräglage. Das Band des R-DAT ist ein datendichtes Metallpulverband. Auf ihm werden zusätzlich zum Audiosignal auch noch Subcodes aufgezeichnet, die herstellerspezifische Codes oder Angaben zu einzelnen Tracks enthalten können. Ein Track auf einem DAT-Band kann ähnlich wie bei der Audio-CD über die Startmarkierungen auch im schnellen Suchlauf zuverlässig gefunden werden. Weiterhin lassen sich Sprung und Endmarken setzen, um bestimmte Teile einer Aufnahme einfach überspringen zu können oder das Bandende "vorzuverlegen".

Das Band ist in einer Kassette geschützt aufbewahrt. Wie beim Videorecorder wird das Band von der Mechanik aus dem Kassettengehäuse herausgezogen und - in Form eines "auf dem Kopf" stehenden Omegas - um die Köpfe transportiert. Der Umschlingungswinkel beträgt dabei in der Regel 90°. Dadurch wird der Ton in endlichen Segmenten, die deutlich länger sind als das Band breit, aufgezeichnet und gelesen. Die tatsächliche Bandtransportgeschwindigkeit beträgt 8,15 mm pro Sekunde (im Gegensatz zu 4,75 cm/s bei der Compact Cassette). Durch die mit 2000 U/min rotierende Kopftrommel (üblicherweise mit 30 mm Durchmesser) wird eine relative Bandgeschwindigkeit von 313 cm/s erreicht.

Abspiel- und Aufnahmegeräte ("DAT-Recorder") waren ursprünglich nur für eine Samplingfrequenz von 48000 Hertz ausgelegt. Geräte der zweiten Generation ermöglichten auch die Aufnahme mit einer Abtastrate von 44100 Hz um eine digitale 1:1-Kopie von einer CD herzustellen. Solche Geräte mussten jedoch mit dem Kopierschutz Serial Copy Management System (SCMS) ausgestattet sein. Weitere Samplingfrequenzen sind je nach Ausstattung 32 kHz, womit auch Longplay-Aufnahmen möglich sind (Verdoppelung der Spielzeit bei einer Verringerung der Bitauflösung von 16 auf 12 Bit mit nichtäquidistanter Quantisierung) sowie 96 kHz für hochwertige Heim- und Studiogeräte. Longplay- und "High resolution" - Aufnahmen sind jedoch nicht mit jedem Gerät kompatibel. Im Studiobereich gibt es auch Geräte, die mit einer Auflösung von 24 Bit arbeiten.

Qualität und Komfort sind deutlich erhöht gegenüber analogen Tonbandgeräten. Mit einer Samplingfrequenz von bis zu 96 kHz und einer Auflösung von maximal 24 Bit ist das Klangpotenzial höher als das der CD.

Pro Minute benötigt die Aufzeichnung knapp einen halben Meter Bandmaterial. Bei Standard-Bandgeschwindigkeit sind je nach Bandlänge Spielzeiten von 15 bis 180 Minuten möglich (von der Verwendung von Bändern mit mehr als 60 Metern Länge raten die Hersteller ab, auch wenn dadurch bis zu 360 Minuten Aufzeichnung im Longplay-Modus möglich wären). Longplay verdoppelt diese Werte, wohingegen Aufnahmen mit doppelter Samplingfrequenz (96kHz) die Spielzeit halbieren. Die Kassette wird nur in einer Richtung bespielt.

Siehe auch

Weblinks

See also: Digital Audio Tape, ADAT, Abtastrate, Audio, Audio-CD, Azimut, Bit, CD, Compact Disc, DTRS