European Southern Observatory

Das European Southern Observatory ist der Name der Europäischen Südsternwarte. Meist wird entweder der weibliche Artikel, die ESO, oder gar kein Artikel benutzt, gelegentlich wird auch das ESO (von Observatorium) geschrieben.

ESO ist ein europäisches Forschungsinstitut, Hauptsitz ist Garching bei München. Zudem betreibt die ESO drei Büros in Chile in Santiago, Antofagasta und La Serena. Wie etwa das CERN ist ESO als internationales Institut nicht Subjekt nationaler Rechtsprechung sondern besitzt einen quasi-diplomatischen Status. Die ESO betreibt Teleskope in Chile auf La Silla und dem Cerro Paranal, und errichtet gegenwärtig zusammen mit anderen Organisationen das ALMA Mikrowellen-Interferometer. Die wohl derzeit bekanntesten Teleskope der ESO bilden das Very Large Telescope (VLT) auf dem Cerro Paranal, das aus vier "Unit Telescopes" mit Hauptspiegeldurchmessern von 8,2m besteht. Für die Zukunft plant die ESO bereits an einem 100-m-Spiegelteleskop mit dem Arbeitstitel OWL (Overwhelmingly Large Telescope), das unter günstigen Bedingungen etwa um 2015 in Betrieb genommen werden könnte.

Die Organisation wurde 1962 gegründet, um europäischen Astronomen Beobachtungsmöglichkeiten am Südsternhimmel zu verschaffen. 1980 zog ESO von ihrem damaligen Sitz in Genf nach Garching. Das heutige Gebäude ist ein Geschenk der Bundesrepublik Deutschland.

ESO hat elf Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark (seit 1967), Deutschland, Finnland (seit 1.7.2004), Frankreich, Großbritannien (seit 2002), Italien (seit 1982), die Niederlande, Portugal (seit 2001), Schweden und die Schweiz (seit 1982). Die Gastnation der Observatorien, Chile, ist nicht Mitglied, dortige Astronomen haben aber ebenfalls bevorrechtigten Zugriff auf die Beobachtungszeit. Astronomen anderer Nationen wird Beobachtungszeit nur gewährt, wenn diese nachweisen, über keine andere adäquate Beobachtungsmöglichkeit zu verfügen.

Beobachtungszeit kann zweimal im Jahr für das übernächste Beobachtungssemester beantragt werden. Je nach Teleskop wird zwei- bis fünfmal soviel Zeit beantragt wie tatsächlich vergeben werden kann. Die Vorschläge werden durch ein beratendes Gremium nach wissenschaftlicher Qualität gewichtet.

Generaldirektoren der ESO
Otto Heckmann 1962-1969
Adriaan Blaauw 1970-1974
Lodewijk Woltjer 1975-1987
Harry van der Laan 1988-1992
Riccardo Giacconi (Nobelpreisträger) 1993-1999
Catherine Cesarsky seit 1999

Weblinks

See also: European Southern Observatory, Antofagasta, Astronom, Atacama Large Millimeter Array, Belgien, CERN, Chile, Deutschland, Diplomat, Dänemark