Ibo
Die Ibo oder Igbo sind eine afrikanische Ethnie von über 40 Mio. in Nigeria, die vor allem im von Savanne unterbrochenen Regenwald östlich des Niger-Unterlaufs lebt.
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Sprache
Die Sprache der Ibo gehört zur Familie der Kwa-Sprachen. Die richtige Schreibweise ist jedoch Igbo mit einem "gb" anstatt einem "b" (siehe hierzu: Igbo Deutsch). Siehe auch: pannigerianisches Alphabet
Traditionelle Gesellschaft
Die meisten Ibo-Gruppen lebten wie ihre Nachbarn in egalitären Gesellschaftsstrukturen: in autonomen Siedlungen ohne zentrale Autoritäten, jede Großfamilie für sich als unabhängige Einheit unter der Führung einer oder eines Familienältesten. Die Angelegenheiten der Dorfgemeinschaft wurden von einem Ältestenrat beschlossen, dem sowohl Männer als auch Frauen angehören.
Religion
Der "Herr der Erde" hatte das höchste religiöse Ansehen. Er sicherte als Priester der Erdgöttin Ala die Fruchtbarkeit des Landes. Der Erdgöttin steht als ihr Gemahl der Himmelsgott Chi zur Seite. Daneben existieren noch zahlreiche göttliche Nebenmächte und Geister. Besondere Bedeutung hat auch bei den Ibo der Ahnenkult. Bei Bestattungen und Festen treten Maskentänzer auf, die in besonderen Geheimgesellschaften zusammengeschlossen sind.
Kunst
Die Kunst der Ibo (z.B. große Lehmfiguren an Heiligtümern und Altären sowie figürliche und abstrakte Masken) steht meist in religiösem Kontext. 1938 und 1964 wurden im Norden des Ibo-Gebiets (in Igbo-Ukwu) zahlreiche Bronzegerätschaften und die Grabkammer einer hochgestellten Persönlichkeit entdeckt. Die reich verzierten, hervorragend gearbeiteten Bronzen sind im Wachsausschmelzverfahren gegossen. Wenn die Datierung ins 9./10. Jahrhundert richtig ist, handelt es sich um das älteste Zeugnis einer Bearbeitung von Kupfer und seinen Legierungen in Westafrika. Ob die Funde von den Vorfahren der Ibo stammen, ist allerdings unbekannt.
Traditionelle Wirtschaftsweise
Als Nahrungsgrundlage diente der Anbau von Knollenfrüchten, der vielfach durch ausgedehnten Fischfang ergänzt wurde.
Geschichte
Die Ibo und ihre Nachbarn hatten bis ins 19. Jahrhundert sehr unter den Sklavenhändlern zu leiden. Um 1900 setzte sich im ganzen Gebiet die britische Kolonialverwaltung durch. Heute sind die Ibo neben den Yoruba und Hausa eine der staatstragenden Gruppen in Nigeria, nachdem ihr Versuch zur Gründung eines eigenen Staates nach jahrelangen blutigen Kämpfen gegen die nigerianische Zentralregierung scheiterte. (Biafra-Krieg 1967-70).
