Álvaro Uribe Vélez

Álvaro Uribe Vélez (* 4. Juli 1952 in Medellín, Kolumbien) ist seit dem 7. August 2002 der amtierende Präsident der Republik Kolumbien.

thumb|Álvaro Uribe Vélez am 16. September 2003

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Álvaro Uribe Vélez ist der erste von fünf Söhnen des Großgrundbesitzers Alvaro Uribe Sierra und seiner Frau Laura Vélez. Er ist verheiratet mit Lina Morena, mit der er zwei Söhne hat. Sein Vater wurde 1983 von Aktivisten der FARC-Guerilla ermordet, als er versuchte, einer drohenden Entführung zu entkommen.

Ausbildung

Uribe studierte Rechtswissenschaften und Politikwissenschaft an der Universität von Antioquia. Nach seinem Abschluss folgten weitere Studienaufenthalte in Harvard und Oxford.

Politische Laufbahn

1976 wurde Uribe Schatzmeister der öffentlichen Betriebe in Medellin. Von 1977 bis 1978 war er Generalsekretär im Arbeitsministerium und von 1980 bis 1982 Direktor der zivilen Luftfahrt. 1982 wurde er zum Bürgermeister von Medellin gewählt, 1995 zum Gouverneur von Antioquia. Für die Präsidentschaftswahlen am 26. Mai 2002 kandidierte Uribe als unabhängiger Kandidat, obwohl er zeitweise Mitglied der Liberalen Partei Kolumbiens war. Uribe setzte sich bereits im ersten Wahlgang gegen die anderen Kandidaten durch und wurde mit 53% der Stimmen zum kolumbianischen Präsidenten gewählt. Er löste damit Andrés Pastrana Arango im Amt ab.

Regierungsarbeit und -ziele

Uribe ist als Hardliner im Kampf gegen die kolumbianischen Guerilla-Organisationen (FARC, ELN, M-19) bekannt. Obwohl sein innenpolitischer Kurs auch im Ausland stark umstritten ist, ist sein politischer Rückhalt in der Bevölkerung Umfragen zufolge sehr stark. Sein Amtsvorgänger, Andrés Pastrana Arango hatte versucht, einen Waffenstillstand mit den Guerilla zu vereinbaren, die Verhandlungen scheiterten jedoch. Uribe dagegen tritt für eine verstärkte Militärpräsenz ein und unterstützt die Bemühungen der US-Armee, den Drogenhandel in Kolumbien mit militärischen Mitteln einzugrenzen.

Bemühungen der ELN, eine demilitarisierte Zone in „ihrem“ Guerillagebiet einzurichten, tritt Uribe entgegen. Dies begründet er mit den schlechten Erfahrungen, die die Regierung mit einer solchen - 1998 nach Verhandlungen mit der FARC eingerichteten - Zone gemacht hat:

Mittlerweile ist die demilitarisierte Zone wieder unter Kontrolle der kolumbianischen Streitkräfte, was nicht heißt, dass nicht auch die FARC noch in diesem - wie in vielen anderen Gebieten Kolumbiens - aktiv ist. Auf der einen Seite hat die Regierung von Uribe so viel Kokain beschlagnahmt und so viele Felder vernichtet, wie nie zuvor in der Geschichte Kolumbiens, auf der anderen Seite fällt international der Preis des Kokain. Ob das heißt, dass der illegale Kokaanbau in Kolumbien nach wie vor ausgeweitet wird oder ob es andere Faktoren zur Erklärung dieses Phänomens gibt, ist umstritten.

Ungeklärt bleiben trotz allem die Verbindungen Uribes zu den rechtsextremen Paramilitärs, den Autodefensas Unidas de Colombia (AUC), wie auch die Verbindungen zwischen dem kolumbianischen Militär und der AUC. Aufgrund dieser Verbindungen und der Menschenrechtsverletzungen, die weiterhin in Kolumbien stattfinden, protestierten die Abgeordneten der sozialistischen, sozialdemokratischen und grünen Fraktionen des Europaparlaments während eines Besuchs Uribes im Frühjahr 2004: Sie verließen den Saal, als Uribe mit seiner Rede beginnen wollte. Es ist allerdings auch zu bemerken, dass einige kolumbianische Politikwissenschaftler der Meinung sind, dass Uribe der erste kolumbianische Präsident ist, der die Paramilitärs ernsthaft bekämpft und es gab inzwischen zwei große Demobilisierungen von paramilitärischen Verbänden, die gleichwohl noch einige Frage offen lassen.

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Personendaten
Uribe Vélez, Álvaro
Kolumbianischer Politiker und Präsident der Republik Kolumbien
4. Juli 1952
Medellín, Kolumbien

See also: Álvaro Uribe Vélez, 1952, 1976, 1977, 1978, 1980, 1982, 1983, 1995