Platform for Privacy Preferences
Die Abkürzung P3P steht für "Platform for Privacy Preferences". Dabei handelt es sich um eine technische Plattform zum Austausch von Datenschutzinformationen. Dieser Standard ist vom WWW Consortium W3C anerkannt.
P3P soll dem Surfer im Internet helfen, mittels standardisierter Technik schnell einen Überblick zu erhalten, was mit den personenbezogenen Daten geschieht, die beim Besuch einer Website anfallen. Durch die Standardisierung ist es dabei möglich, auch Datenschutzerklärungen von fremdsprachigen Internetseiten zu interpretieren.
Der Internetsurfer kann P3P kostenlos nutzen. Dazu benötigt man lediglich einen P3P-Agenten, der kostenlos im Netz erhältlich ist. Für den Surfer komfortabler sind P3P-kompatibele Browser. In den folgenden Browsern sind P3P-Agenten bereits integriert:
- Mozilla ab Version 1.4,
- Netscape Navigator ab Version 7.0,
- Microsoft Internet Explorer ab Version 6.0.
- AT&T Privacy Bird
- JRC Proxy.
Hat der Surfer einen P3P-Agenten, kann er festlegen, wie mit seinen Daten im Internet umgegangen werden soll. Die Datenschutzvorstellung beispielsweise zum Umgang mit Cookies wird durch die persönlichen Einstellungen im P3P-Agenten automatisch ins P3P-Format übersetzt. Vor Besuch einer Website werden dann die Angaben des Sufers mit denen des Anbieters einer Homepage verglichen. Anbieter müssen zuvor ihre Datenschutzerklärung auf dem Webserver in Textform und im P3P-Format bereitgestellt haben.
Für Anbieter von Diensten und Homepages im Internet ist P3P ebenfalls kostenlos. Es sei denn, eine kostenpflichtige Datenschutzberatung kommt hinzu und es wird zusätzlich ein P3P-Gütesiegel beantragt. Für Unternehmen könnte die Beteiligung an P3P einen Wettbewerbsvorteil darstellen, weil datenschutzbewusste Nutzer dadurch erfahren, dass sich der Anbieter mit Fragen des Datenschutzes auseindergesetzt hat. Darüber hinaus wird die Datenschutzerklärung in einer verständlichen Form auch für anderssprachige Nutzer dargestellt.
Natürlich lässt sich die Technologie auch missbrauchen. So werden die wenigsten, die Mail-Adressen für Spamming sammeln, dies öffentlich zugeben, sei es per Text oder per P3P. Bei nicht vertrauenswürdigen Website-Betreibern hilft eine unzertifizierte Datenschutzrichtlinie daher nicht.
Im deutschsprachigen Raum unterstützt das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein den P3P-Standard in einem Projekt, das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein gefördert wird.
Die Praxis zeigt, dass in den USA immer mehr Internetdiensteanbieter P3P nutzen. In Europa verbreitet sich dieser Standard noch etwas langsamer – jedoch mit steigender Tendenz.
Siehe auch
Weblinks
- P3P1.0 Specification (englisch)
- http://www.datenschutzzentrum.de/p3p/index.htm Überblick zum P3P-Projekt beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein
