Thyrotropin Releasing Hormon
Das Thyrotropin releasing Hormon (TRH) ist ein Freisetzungshormon, das im Hypothalamus, einem Teil des Gehirnes, gebildet wird.
Das Hormon hat noch verschiedene andere Namen: Thyreoliberin, TSH-Releasing Hormon, Protirelin.
Über das hypothalamisch-hypophysäre Pfortadersystem wird TRH zur Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) transportiert. In der Hypophyse stimuliert TRH die Bildung und die Ausschüttung von TSH, dem sogenannten Thyreoidea Stimulierenden Hormon und darüber indirekt auch die Ausschüttung von T3 und T4 in der Schilddrüse.
Neben seiner Hauptwirkung auf die Hypophyse stimuliert TRH auch die Freisetzung von Prolaktin, einem Hormon welches die Milchproduktion der weiblichen Brust anregt.
Bei Patienten mit Akromegalie oder Riesenwuchs kommt es in etwa der Hälfte der Fälle nach TRH-Gabe zu einem Anstieg der Wachstumshormon-Sekretion. Bei gesunden Personen wird dies nicht beobachtet.
| Inhaltsverzeichnis |
Struktur
Die Struktur des TRHs wurde 1969 erstmals von den Forschergruppen Guillemin und Schally veröffentlicht.
Es handelt sich um ein L-pyroglutamyl-L-histidyl-L-prolinamid (L-pGlu-L-His-L-ProNH2).
Siehe auch: TRH – chemische Struktur
Zentralnervöse Wirkungen
Ein größerer Teil des TRHs hat eine direkte Wirkung im Gehirn, die nichts mit der Wirkung im Schilddrüsenregelkreis zu tun hat. So erklärt sich auch die geringe bremsende Wirkung eines erhöhten Blutspiegels von T3 und T4 auf den TRH Spiegel.
TRH ist als Neurotransmitter im Gehirn
- an der Thermoregulation,
- an der Schmerzunterdrückung,
- an der Schlaf-Wachregulation,
- an der Bremsung von Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und
- an einer Vielzahl weiterer Steuerungsvorgänge beteiligt.
TRH hat auch indirekte vegetative Wirkungen:
- Es stimuliert über den Vagusnerv die Magensäureproduktion und die Magen-darmperistaltik.
- Es stimuliert über den Sympathikus die Insulinsekretion.
- Es stimuliert daneben auch die Bauchspeicheldrüse in ihrer exokrinen Funktion.
- Es steigert Herzfrequenz und Blutdruck.
TRH-Test
Der TRH-Test ist eine Funktionsuntersuchung zur Überprüfung des Schilddrüsenregelkreises und der Stimulierbarkeit der Hypophyse.
Indikation
- Verdacht auf Hypophysenvorderlappeninsuffizienz
- Verdacht auf subklinische Hypothyreose oder Hyperthyreose
- Unter dieser Fragestellung wird der TRH Test nur noch selten durchgeführt
Kontraindikationen
- Instabile Angina pectoris
- Frischer Myokardinfarkt
- Bekannte Epilepsie
- Schweres Astham
- Schwangerschaft
Durchführung
- Der Test wird meist vormittags nach dem Frühstück am liegenden Patienten durchgeführt.
- Es wird einen Venenzugang gelegt.
- Dann wird zunächst die basale Konzentration des TSH im Blut bestimmt.
- Anschließend werden 200µg TRH langsam intravenös gespritzt.
- Eine halbe Stunde dannach erfolgt eine erneute Blutabnahme des TSH-Spiegels.
Für verängstigte Menschen ist die Gabe von TRH auch als Nasenspray möglich.
Bewertung
Der TSH-Wert muß nach TRH Gabe beim Gesunden um mindestens das 2,5-fache, maximal bis ca 20 mU/l ansteigen.
- Normal ist ein TSH Anstieg auf 2 bis 20 mU/l.
- Bei primärer Hyperthyreose findet sich ein mangelhafter Anstieg des TSHs.
- Anstieg < 2,5 mIU/l
- Bei primärer Hypothyreose findet sich ein überschießender Anstieg des TSHs.
- Anstieg > 20 mIU/l
- Bei sekundärer Hypothyreose ( Hypophysendefekt) unterbleibt der TSH-Anstieg.
- Anstieg< 2,5 mIU/l
Nebenwirkungen des Testes
Im allgemeinen wird die TRH Gabe gut vertragen. Es kann zu vorübergehende Missempfindungen wie z. B. einem Wärmegefühl, Geschmackssensationen, Mundtrockenheit, Hunger, Schwindel und Übelkeit oder auch zu schnellem Herzschlag und Harndrang kommen. In seltenen Fällen kann ein Blutdruckanstieg, ein Angina pectoris Anfall oder auch ein Asthmaanfall auftreten, deswegen ist die Indikation bei entsprechenden Vorerkrankungen zu überdenken.
Präparatenamen Protirelin
- Antepan
- Relefact
- Thyroliberin
- TRH Ferring
Siehe auch
TSH - Hypothalamus -- Neurotransmitter -- Hypophyse -- Schilddrüse -- Hormon
