Ultrakurzwelle
| left|25px|Begriffsklärung | Dieser Artikel befasst sich mit Rundfunk auf UKW, für die Musikgruppe namens UKW siehe UKW (Band) |
Als Ultrakurzwelle (UKW) bezeichnet man Elektromagnetische Wellen in einem Frequenzbereich von 30 MHz bis 300 MHz.
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit UKW speziell VHF II, das Frequenzband, das zur Übertragung von Hörfunkprogrammen (Radio) verwendet wird, gemeint. Technisch gehören zu den Ultrakurzwellen jedoch auch die für Fernsehsender verwendeten Frequenzbänder VHF I und VHF III sowie die unteren und mittleren Sonderkanäle des Kabelfernsehen. Das Hyperband (obere Sonderkanäle) und die Frequenzbänder UHV IV sowie UHV V gehören dagegen zu den Dezimeterwellen.
Technische Details
Das in Europa verwendete Band II umfasst den Frequenzbereich von 87,5 MHz bis 108,0 MHz. Als Modulationsart wird die Frequenzmodulation (FM) benutzt. Diese ermöglicht eine qualitativ hochwertige Übertragung von Rundfunksignalen, da sie im Vergleich zu der im Lang-, Mittel-, und Kurzwellenbereich verwendeten Amplitudenmodulation (AM) recht unempfindlich gegenüber atmosphärischen Störungen ist. In der Fachliteratur wird für Rundfunk auf UKW häufig auch der Ausdruck FM-Rundfunk verwendet.
Die Reichweite der UKW-Radiowellen ist durch den optischen Horizont beschränkt. Anders als beim Lang-, Mittel- und Kurzwellenrundfunk werden UKW-Radiowellen nicht an der Ionosphäre reflektiert, so dass ihre Reichweite deutlich geringer ist. Daher besteht ein UKW-Sendernetz aus recht vielen Sendern, die in geringen Abständen, meist auf Anhöhen, aufgebaut sind. In gebirgigen Gebieten setzt man häufig UKW-Füllsender ein.
Geschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf der Internationen Rundfunkkonferenz in Atlantic City Frequenzen für europäische Rundfunksender neu vergeben. Die Verlierer-Staaten erhielten nur sehr wenige ungünstige Frequenzen im Mittelwellenbereich zugeteilt (Kopenhagener Wellenplan). Daher wurde insbesondere in diesen Staaten der Einsatz von UKW-Sendern geplant. Der erste europäische UKW-Sender wurde 1948 vom Bayerischen Rundfunk in Betrieb genommen.
In den ehemals sozialistischen Ländern Osteuropas (mit Ausnahme der ehemaligen DDR) wurde der Frequenzbereich von 66-72 MHz, das sogenannte OIRT-Band, für UKW-Rundfunk festgelegt. Erst nach der Wende 1989/90 wechselten diese Länder schrittweise auf das Band II, das in den westeuropäischen Ländern verwendet wurde. Allerdings dürften immer noch einige Rundfunksender in diesem Frequenzbereich in Betrieb sein.
Nach einem Beschluss der Europäischen Kommission wird der analoge Rundfunk und damit UKW bis Anfang 2012 in allen Mitgliedstaaten abgeschaltet. Der technische Nachfolger für UKW-Hörfunk ist DAB .
Siehe auch: UKW-Rundfunk, Ultrakurzwellensender.
