Autobahn 16 (Schweiz)

Die Schweizer A16 ist eine 84 km lange Verkehrsachse, die den Jura auf dem Gebiet der Kantone Jura und Bern durchquert und deshalb auch Transjurane genannt wird. Sie soll nach Fertigstellung voraussichtlich im Jahr 2015 das französische Autobahnnetz mit dem Schweizer Nationalstrassennetz verbinden. Der Ausbaustandard sieht sowohl vierspurige (Autobahn) als auch zweispurige Abschnitte (Autostrasse) vor, die jedoch durchgehend kreuzungsfrei gebaut werden. Derzeit (Stand 2004) sind rund 37 km der Strecke in Betrieb, weitere Teilstücke sind im Bau oder in Planung.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Die A16 beginnt bei Boncourt in der Ajoie an der Landesgrenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Danach verläuft sie nach Süden über die Tafeljurahochfläche der Ajoie nach Porrentruy, wo sie nach Osten abbiegt. Mit zwei langen Tunnels unterquert sie die nördlichen Juraketten bei Saint-Ursanne und tritt bei Glovelier in die Senke des Delsberger Beckens ein. Nach der Umfahrung von Delémont wendet sich die A16 wieder nach Süden, folgt nun dem Lauf der Birs via Moutier und Court nach Tavannes. Mit einem Tunnel wird der Pass Pierre Pertuis unterfahren, anschliessend benutzt die A16 das Tal der Suze (deutsch Schüss) und erreicht östlich von Biel/Bienne die Ebene des Schweizer Mittellandes, wo sie mit einem Grosskreisel an die A5 angebunden ist.

Stand der Bauarbeiten (2004)

Folgende Abschnitte sind in Betrieb:

Folgende Abschnitte sind im Bau:

Folgende Abschnitte stehen derzeit noch in der Planungsphase:

Wegen der derzeitigen Finanzknappheit beim Bund können sich die Eröffnungsdaten allenfalls nach hinten verschieben. Der Anschluss der A16 in Frankreich an die Autobahn A36 (Mulhouse - Dijon) zwischen Montbéliard und Belfort soll in einem Zeithorizont bis 2010 fertiggestellt werden.

Kosten

In ihrem Verlauf weist die A16 zahlreiche Kunstbauten auf, vorwiegend Tunnels aber auch einige Brücken. Deswegen gehört die A16 zu den teuersten Strassenverkehrsprojekten der Schweiz. Für die ganze Strecke wird ein Kostenaufwand von 5.6 Milliarden Schweizer Franken veranschlagt.

Tunnels

Wegen des schwierigen Geländes im Bereich des Juras ist der Bau von zahlreichen Tunnels notwendig, welche die verschiedenen Juraketten unterqueren. Die wichtigsten Tunnels (von Norden nach Süden) mit einer Länge von mehr als 1 km sind:

Daneben gibt es weitere 16 Tunnels, die weniger als 1 km lang sind und teilweise im Tagebau erstellt wurden. Einige Tunnels werden oder wurden erbaut, um die Bewohner nahegelegener Dörfer oder Ortsteile vor den Lärmemissionen zu schützen.

Geschichte

Die A16 gehörte nicht von Anfang an zum Nationalstrassennetz der Schweiz, obwohl erste Projekte einer schnellen Juraquerung zwischen Biel und Belfort bereits 1964 existierten. Die Aufnahme der A16 in den Plan des Nationalstrassennetzes geschah 1984, nachdem die Bevölkerung des Kantons Jura mit grossem Mehr (71 %) dem Bau zugestimmt hatte. Die Autobahn sollte der strukturschwachen Region des Juras und der Ajoie neue Impulse geben. Die leistungsfähige Verkehrsachse soll nach der Fertigstellung eine wesentlich schnellere Anbindung an die übrige Schweiz gewährleisten.

Auch nach der Aufnahme ins Nationalstrassennetz gab es von Seiten der Umweltschützer starke Opposition gegen das Projekt. Im Rahmen der sogenannten Kleeblattinitiativen sollte der Bau der A16 der gesamten Schweizer Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt werden. Aufgrund der hohen Akzeptanz des Projekts in den betroffenen Regionen wurde das Begehren jedoch vor der Abstimmung über die anderen umstrittenen Nationalstrassenteilstücke (im April 1990) zurückgezogen.

Archäologie

Während der Bauarbeiten an der A16 wurden in der Nähe von Courtedoux auf einer Steinplatte rund 500 Fussabdrücke von Dinosauriern gefunden, die vor ungefähr 150 Millionen Jahren in diesem Gebiet gelebt hatten.

Weblinks

Siehe auch: Liste der Autobahnen in der Schweiz



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See also: Autobahn 16 (Schweiz), A5 (Schweiz), Ajoie, Autobahn, Autobahn 13 (Schweiz), Autobahn 1 (Schweiz), Autobahn 2 (Schweiz), Autobahn 3 (Schweiz)