Abitur in Bayern

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Das bayerische Abiturzeugnis wird normalerweise durch den erfolgreichen Abschluss der Kollegstufe (Jahrgangsstufe 12 und 13) und der zentral gestellten Abiturprüfung erlangt.

Das Regelwerk für die Kollegstufe und die Abiturprüfung ist relativ komplex und umfasst selbst als vereinfachte Fassung mehr als 40 Seiten.

Inhaltsverzeichnis

Leistungskurse

Jeder Schüler wählt vor Beginn der Kollegstufe zwei individuelle Leistungskurse. (LK) Der Lerninhalt ist im Gegensatz zu den Grundkursen erweitert und anspruchsvoller, außerdem muss in beiden LKs eine schriftliche Abiturprüfung abgelegt werden. Der Leistungskurs umfaßt fünf Wochenstunden (G9).

Grundkurse

Ähnlich wie die LKs, werden auch die Grundkurse (GK) individuell gegen Ende der 11. Jahrgangsstufe gewählt. Allerdings führt hier ein umfangreiches Regelwerk dazu, dass zahlreiche GK belegt werden müssen, wie zum Beispiel Mathematik, Deutsch, mindestens eine Fremdsprache, Geschichte, mindestens eine Naturwissenschaft, Religion oder Ethik und Sport. Ein LK-Fach kann natürlich nicht mehr als GK gewählt werden.

Facharbeit

In einem der beiden LKs erstellt der Schüler eine „Facharbeit“. Diese kurze „vorwissenschaftliche“ Abhandlung muss seit einigen Jahre nach der Abgabe in einer mündlichen Prüfung erläutert werden, um sicherzustellen, dass die Arbeit selbst verfasst wurde. Ganz allgemein geht es bei der Facharbeit darum die Studierfähigkeit des Abiturienten zu schulen. Deshalb kommt es vor allem auf das wissenschaftliche Arbeiten an. Wird die Facharbeit mit Null Punkten bewertet, wird der Schüler nicht zum Abitur zugelassen. Die alleinige Abgabe einer Gliederung reicht nicht aus um 1 Punkt zu erhalten. Für die Erstellung der FA hat der Abiturient ein ganzes Jahr Zeit. Die Abgabe erfolgt am letzten Freitag im Januar der Jahrgangsstufe 13. Der Grundkurs umfaßt zwei bis drei Wochenstunden (G9).

Abiturprüfung

Zum Abschluss der zwei Jahre wird noch die Abiturprüfung in den beiden Leistungskursen, dem dritten Abiturfach (einem GK, der volle zwei Jahre belegt wurde) und einer mündlichen „Kolloquiumsprüfung“ abgelegt. Die drei schriftlichen Prüfungen dauern je nach Fach drei bis fünf Stunden. Die mündliche Prüfung, das Kolloquium, dauert 30 Minuten und ist in zwei Teile gegliedert: ca. 10 Minuten Referat über den gewählten Schwerpunkt mit ca. 5-minütiger Diskussion, das zuvor innerhalb von 30 Minuten vorbereitet werden muss, und 15 Minuten Prüfung über zwei wählbare Lehrhalbjahre (Semester).

Alle Abituraufgaben sind in Bayern zentral vom Kultusministerium gestellt und werden landesweit gleichzeitig bearbeitet. Die Arbeit wird vom jeweiligen Lehrer korrigiert, der aber einen groben Bewertungsschlüssel und einen Erwartungshorizont erhält. So soll sichergestellt werden, dass jeder die gleichen Chancen hat, aber der Unterricht nicht allzu eng am Lehrplan gehalten werden muss.

Abiturnote

Für die Abiturnote werden die Noten aus der gesamten Kollegstufe und aus der Abiturprüfung nach einer komplizierten Berechnung addiert, und die Punkte (maximal 840) nach einer Tabelle in eine „Schulnote“ mit einer Nachkommastelle umgerechnet.

Mindestpunktzahlen:

Hürden während der Kollegstufe:

Es dürfen

bewertet werden.

Wer eine der Mindestpunktzahlen nicht erreicht oder eine Hürde „reißt“, wird nicht zum Abitur zugelassen.

Um das Abitur zu bestehen benötigt man mindestens 280 Punkte (= 70 P. + 100 P. + 110 P.). Dies entspräche einer Schulnote von 4,0.

Siehe auch

Weblinks

See also: Abitur in Bayern, Abitur, Abitur in Niedersachsen, Abitur in Thüringen, Kollegstufe