Abiturzeitung

Die Abiturzeitung (oft auch Abi(tur)buch, in Österreich und der Schweiz auch Maturazeitung) ist ein Andenkenbuch an die Abschlussklasse der gymnasialen Oberstufe.

Inhaltsverzeichnis

Anfertigung

Sie erscheint einmalig pro Abschlussjahrgang und wird von den Schulabgängern erstellt. Dabei hat meist jeder Schüler eine gewisse Mitwirkung, die Kernarbeit wird von einer kleinen Gruppe Freiwilliger übernommen. Der Einfluss der Schule auf die Abiturzeitung beschränkt sich meist darauf, dass Lehrer, die darin häufig verunglimpft werden, auf eine Streichung der entsprechenden Textstellen bestehen können. Arbeitsbeginn ist, je nach Organisation, zwischen 2 und 14 Monate vor dem Erscheinen, wobei sich der größte Anteil auf die letzten zwei Monate konzentriert.

Aufgaben und Zielgruppe

Eigentlich sind Abiturzeitungen für die Entlassschüler und deren Freunde bestimmt. Viele Eltern und Lehrer kaufen auch ein Exemplar. So können sich diese auch später noch an die Schulzeit und die Schülerschaft erinnern. Die Mindestauflagen der Druckereien (ab 300-500) sorgen besonders bei kleinen Schulen dafür, dass auch weitere Käuferschichten erschlossen werden müssen, um nicht auf Restbeständen sitzen zu bleiben. Häufige Käufer sind jüngere Schüler. Zu deren Kaufanreiz muss eine Abiturzeitung auch Inhalte besitzen, die für Fremde unterhaltsam sind, die keinen persönlichen Bezug zu den Autoren haben.

Stil

Der Schreibstil ist meist locker und lustig. Charakterisierungen von Schülern und Lehrern schwanken nicht selten zwischen übertrieben schmeichelhaft und zotig beleidigend. Da sich hier jeder verewigen darf, auch Schüler, deren Stärken weitab des Schreibens liegen, sind auch die Textqualität und sprachliche Korrektheit von Seite zu Seite verschieden.

Typische Inhalte von Abiturzeitungen

Die ersten drei Oberpunkte nehmen meist einen Großteil der Seiten ein. Die Liste lässt sich auch beliebig erweitern, denn der Inhalt der Abiturzeitung ist regional bedingt stark unterschiedlich, d.h. er kann alle oder auch nur einen der genannten Punkte umfassen. In einigen wenigen Regionen mag man sogar etwas als Abiturzeitung bezeichnen, das noch stärker abweicht (auch in Form und Entstehung). Dies ergibt sich daraus, dass der Redaktion häufig Abiturzeitungen nahe gelegener Schulen als Vorlage oder zur Inspiration dienen, einen überregionalen Austausch gibt es kaum. Allgemein gilt nur, dass die Abiturzeitung kaum etwas mit dem zu tun hat, was der Definition von Zeitung entspräche.

Finanzierung

Der Einsatz einer Druckerei und die hohe äußerliche Qualität haben ihren Preis. So sind Abiturienten auf Sponsoren und Werbepartner angewiesen. Obwohl die Zeitungen gegen Entgelt verkauft werden, sind sie oft nicht kostendeckend. Somit ist man auf Wohlwollen und Finanzkraft der Stufenkasse bzw. deren Verdienstquellen angewiesen.

Multimedia

Selten, aber mit steigender Häufigkeit, werden Abiturzeitungen auch durch eine Internetseite, CD-ROM oder DVD begleitet, die zusätzliche Inhalte und Formate bietet. Diese Zusätze sind noch weit weniger standardisiert als der gedruckte Teil und unterscheiden sich vor allem im Umfang extrem.

Siehe auch

See also: Abiturzeitung, Abitur, Auflage einer Publikation, Beleidigung, CD-ROM, DVD, Druckerei, Form, Foto, Gymnasium