Absoluter Geist
Der absolute Geist bezeichnet innerhalb der Philosophie von Hegel eine Entwicklungsstufe des Geistigen, um so im Menschen und in der Geschichte zu sich selbst zu gelangen.
Für Hegel ist der Inbegriff der Welt, sowohl der Natur als auch der Geschichte, Geist, genauer betrachtet eine Selbsterfassung des Geistes. Dieser Geist, die absolute Idee - praktisch ein göttliches Wesen -, entwickelt sich und bringt durch Entäußerung seiner Substanz die Gesamtheit des Wirklichen, d.h. der Natur hervor. Hier macht er als Naturprozess ohne Bewußtsein, verkleidet als Naturnotwendigkeit, eine neue Entwicklung durch mit dem Ziel, den Geist hervorzubringen, um so im Menschen und in der Geschichte wieder zu sich zu gelangen.
Dieses "Zu-sich-selbst-gelangen" vollzieht sich nach Hegel in drei Stufen:
- die erste Stufe bildet der subjektive, individuelle Geist,
- die zweite Stufe der objektive Geist, der sich in Recht, Molarität und Sittlichkeit äußert, wobei Hegel die höchste Verkörperung dieser Sittlichkeit im Staat - konkret in der konstitutionellen Monarchie - sieht. Der objektive Geist ist jedoch nicht die höchste Stufe, welche die absolute Idee bei ihrer Rückkehr zu sich selbst erreicht, denn er ist sich seiner noch nicht bewußt.
- in der dritten Stufe, dem Zustand des absoluten Geistes, ist die Rückkehr zu sich selbst vollkommen.
Diese Rückkehr vollzieht sich wiederum in drei Formen:
- 1. in der Form der Anschauung als Kunst
- 2. in der Form der Vorstellung durch Bilder in der Religion
- 3. in der Form des Denkens, d.h. begrifflich in der Hegelschen Philosophie selbst, in der die absolute Idee nun zum vollen Bewußtsein ihrer selbst gelangt.
siehe auch: Absolutes
