Abtei Weingarten

thumb|200px|Die mittelalterlichen Gebäude des Klosters Weingarten 1525 Die Benediktinerabtei St. Martin liegt auf dem Martinsberg in Weingarten (früher Altdorf) bei Ravensburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1056 gründete Welf IV. auf dem Martinsberg ein Benediktinerkloster, das mit Mönchen aus Altomünster besiedelt wurde. Die Nonnen aus dem 1053 abgebrannten Kloster Altdorf besiedelten im Gegenzug das Kloster Altomünster. Der Name Weingarten ist um 1123 belegt. Die Mönche beschäftigten sich u. a. mit der Buchmalerei, ihr berühmtestes Werk ist das so genannte Berthold-Sakramentar (1217, heute in der Pierpont Morgan Library in New York. Hervorzuheben ist auch die um 1190 geschriebene und gemalte Welfenchronik. Das Kloster wurde 1274 zur Reichsabtei erhoben. thumb|left|180px|Idealplan des Klosters Weingarten, 1723 Es war durch seinen großen Landbesitz von zuletzt 306 km², der sich vom Allgäu bis zum mittleren Bodensee erstreckte und viele Wälder und Weingüter umfaßte, eines der reichsten Klöster in Süddeutschland. Ab 1715 wurde die romanische Klosterkirche von 1124-1182 größtenteils abgerissen; an ihrer Stelle wurde 1715-1724 eine große, reich ausgestattete barocke Basilika erbaut, die inmitten einer idealtypischen Klosteranlage stehen sollte. Der Idealplan des Klosters wurde jedoch nur teilweise in die Wirklichkeit umgesetzt.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgelöst und zunächst Besitz des Hauses Oranien-Nassau, 1806 dann Teil des Königreichs Württemberg. Die Klostergebäude wurden u. a. als Fabrik und Kaserne genutzt.

[[Bild:Weingarten1917.jpg|thumb|180px|Weingarten mit den barocken Klostergebäuden auf dem Martinsberg, 1917]]

1922 wurde Weingarten von Benediktinern aus der Erzabtei Beuron und der von Beuron gegründeten Abtei in Erdington (heute Stadtteil von Birmingham, England) wiederbesiedelt. 1940 wurden die Mönche von den Nationalsozialisten vertrieben; nach Kriegsende konnten sie nach Weingarten zurückkehren. Die Mönche betreuen die Wallfahrt zur Heilig-Blut-Reliquie in der Klosterkirche sowie ein Gästehaus. Die Abtei Weingarten gehört der Beuroner Kongregation an.

Andere Teile der Klosteranlage werden von der Pädagogischen Hochschule Weingarten und der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart benutzt. Die Höfe des Klosters werden im Sommer für Open-Air-Aufführungen der Klosterfestspiele genutzt.

Kloster und Kirche sind eine Hauptsehenswürdigkeit der Oberschwäbischen Barockstraße.

Ökumene

Weingarten ist ein Kloster mit zwei kirchlichen Traditionen ("Riten"). Ein Teil der Mönche feiert nach dem römischen, ein Teil nach dem byzantinischen Ritus.

Äbte von Weingarten

Siehe auch: Weingartner Liederhandschrift, Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen (Miniatur aus der Welfenchronik)

Weblinks

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Weingarten Weingarten

See also: Abtei Weingarten, 1056, 1190, 1217, 1715, 1724, 1922, 1940, Altomünster