Erosion
| left|25px|Begriffsklärung | Dieser Artikel behandelt den geologischen Begriff der Erosion; andere Bedeutungen siehe Erosion (Begriffsklärung). |
Erosion (von lat.: erodere = abnagen) ist die Abtragung von meist verwitterten Feststoffen (Boden, Schlamm, Gestein usw.) durch die natürlichen Kräfte des Windes, Wassers, oder der Bodenbewegung infolge von Gravitation (Steinschlag, Lawine, Mure). Bei der Erosion handelt es sich um einen wichtigen natürlichen Prozess, der aber in vielen Fällen durch menschliche Aktivitäten ausgelöst bzw. verstärkt wird. Einige dieser Aktivitäten beinhalten Abholzung, Überweidung und Straßen- oder Eisenbahnbau. Verschiedene Kulturen haben versucht, die Erosion durch Terrassenfeldbau und Wiederaufforstung zu begrenzen. [[Bild:Bild 478.jpg|200px|right|thumb|Ausspülungen am ]]
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Unterscheidung
thumb|Erosion durch Wasserwirbel Die marine Erosion, oder auch Abrasion genannt, ist eine flächenhafte Erosion aufgrund des Kollidierens von Wasser mit Hindernissen und des damit verbundenen Abtragens. Sie entsteht durch Brandung oder in Fließgewässern.
Beispiel: die durch die Brandung entstehende Erosion des Untergrundes. Dabei kann es zur Ausbildung von Abrasionsflächen oder Abrasionsplatten kommen. Die daraus resultierende Küstenform bezeichnet man als Abrasionsküsten.
Der Transport des verwitterten Materials kann erfolgen durch
- gravitative Erosion (Massenbewegung bedingt durch Schwerkraft): flächenhafter Abrutsch (Hangrutsch, Mure, Denudation)
- Wind/Aeolischer Transport: Sandstürme wirken wie Sandstahlgebläse.
- Deflation: Ausblasung verwitterten Materials (Wüste, Steppe).
- Wasser/Fluviatiler Transport: Verlagerung von Material, Abtragung durch fließendes Wasser (Kerbtal, Muldental, Flüsse), abfließendem Regenwasser oder bei chemischer Verwitterung auch durch Sickerwasser.
- Abrasion: Abtragung durch Meeresbrandungen (Kliff).
- Abspülung: Durch starken Niederschlag (pflanzenarmen Gebieten).
- Eis: Gletscher fließen langsam talwärts und zerstören die Oberfläche durch ihr großes Gewicht und mitgeführtes Gesteinsmaterial (Trogtal, Moränen, Glazialerosion).
- Auflockerung der Gesteine durch Tektonik, z.B. entlang von Störungslinien, und nachfolgende Flusserosion (siehe Durchbruchstal).
Beim Transport erfolgt meist eine Sortierung nach Korngröße und Gewicht der Partikel, wobei Art und Umfang vom Transportmediums, dessen Strömungseigenschaften und Geschwindigkeit abhängen.
Ablagerung
Die Ablagerung des abtransportierten Materials wird auch als Sedimentation, das Ergebnis als Sediment bezeichnet. Sedimentgestein oder Sedimentit entsteht aus Sedimenten infolge von Diagenese.
Die Ablagerung findet meist an einem niedriger gelegenen Ort statt, deswegen wird durch Erosion Material von oben nach unten verfrachtet und somit Höhenunterschiede in der Landschaft ausgeglichen. Die Erosion wirkt damit hebenden geologischen Prozessen wie der Auffaltung von Gebirgen durch tektonische Bewegungen oder der Bildung von Vulkanen entgegen. Mit den Eigenschaften der Sedimente und den Rückschlüssen aus ihnen auf Art, Zeit und Umstände der Sedimentation, befasst sich die Sedimentologie.
Bedeutung der Erosion
200px|thumb|Wassererosion an einem Feld Speziell die Bodenerosion, das Abtragen der fruchtbaren Erdschicht durch Wind und Regenwasser, richtet große Schäden an. Wald ist die zur Verhinderung von Erosion wirksamste Vegetationsform, da die Wurzeln der Bäume dem Boden Halt geben (Verminderung der Erosion durch Hangneigung), die Bäume die Windgeschwindigkeit am Boden reduzieren (in Verbindung mit Bodenvegetation und Humusauflage die Ausschaltung von Winderosion) sowie durch Abbremsung des Niederschlags und durch die erheblichen Pufferkapazitäten die Wassererosion minimieren.
Die Vernichtung von Wald führt besonders in niederschlagsreichen Regionen wie den Tropen zu einer verheerenden Beschleunigung der Erosion mit entsprechenden Folgen für den Boden.
Die Ablagerung von Erosionsmaterial führt zur Versandung von Flüssen und Häfen, weswegen Schifffahrtswege immer wieder ausgebaggert werden müssen. Die erodierten Sedimente können wiederum zu Störungen in anderen Ökosystemen wie Korallenriffen führen.
Erosionsvorgänge sind Bestandteile des Kohlenstoffkreislaufs.
Siehe auch
Abrasion, Auswaschung (Geologie), Ablation, Korrasion, Sedimentation, Rodung, Flurbereinigung, Desertifikation, Ökosystem, FAO, Monokultur, Bewässerung, Dürre, Düne, Hecke, Permakultur, Versteppung, Vetiver, Deich
