Abtwil AG
| Wappen | |
|---|---|
| 98px|Wappen von Abtwil
| |
| Basisdaten | |
| Kanton: | Aargau |
| Bezirk: | Muri |
| BFS-Nr.: | 4221 |
| PLZ: | 5646 |
| Koordinaten: | 47° 10' n. Br. 8° 21' ö. L. |
| Höhe: | 536 m ü. M. |
| Fläche: | 4.14 km² |
| Einwohner: | 707 (31. Dezember 2004) |
| Website: | www.abtwilag.ch |
| Karte | |
| 299px|Karte von Abtwil
| |
Abtwil ist eine Gemeinde im Bezirk Muri im Südosten des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt an der Grenze zum Kanton Luzern.
| Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Die Gemeinde liegt am Fuss des südlichsten Ausläufers des Lindenbergs, am Übergang zwischen Reusstal und Seetal. Rund zweihundert Meter südlich des eigentlichen Dorfes liegt etwas versetzt der Weiler Altchilen. Der grösste Teil des Gemeindegebiets ist flach bis wellig. Nur im Nordwesten steigt das Gelände bis zum Kamm des Lindenbergs leicht an. Ganz im Süden befindet sich das Moos, ein kleines Moorgebiet.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 414 Hektaren, davon sind 89 Hektaren bewaldet und 34 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 662 Metern auf dem Kamm des Lindenbergs, die tiefste Stelle liegt auf 500 Metern an der östlichen Gemeindegrenze. Nachbargemeinden sind Sins im Norden und Osten sowie Hohenrain im Westen.
Geschichte
Die Gegend um Abtwil war bereits während der Römerzeit besiedelt. Auf dem "Heidenhügel" befand sich damals eine villa. Um die römische Ruine herum hauten die Alemannen zwei Dutzend Gräber in den Sandsteinboden. Die 1860 bei Bauarbeiten entdeckten Gräber waren genau "nach Mass" in den Boden gehauen worden. Diese Technik wurde auch bei Gräbern in Algerien angewendet, die eingewanderten Berbern zugeschrieben werden. Ob mehr als Zufall dahinter steckt, konnte bis heute noch nicht nachgewiesen werden.
Die erste urkundliche Erwähnung von "Apwiler" erfolgte im Jahr 1256 in einer Urkunde des Klosters Muri. Damals versuchte Graf Gottfried von Habsburg-Laufenburg vergeblich, seinen Besitzanspruch über das Dorf geltend zu machen. Der Ortsname ist alemannischen Ursprungs und bedeutet "Hofsiedlung des Appo", ist also nicht von einem Abt abgeleitet. Die Grundherrschaft lag bis 1805 bei der Johanniterkommende in Hohenrain. Abtwil war im Mittelalter Teil des habsburgischen Amtes Meienberg.
Im Jahr 1415 eroberte Luzern das Amt Meienberg, musste es aber 1425 an den gemeinsamen Besitz der Eidgenossen zurückgeben, woraus dann die Freien Ämter, eine Gemeine Herrschaft, gebildet wurde. Nachdem 1742 die alte Kirche über dem (damals noch nicht entdeckten) alemannischen Friedhof im Ortsteil Altchilen abgebrochen und durch einen Neubau am heutigen Standort ersetzt worden war, wurde Abtwil 1748 eine eigene Pfarrei. Bis 1865 stammten die Pfarrer alle aus dem Kloster Engelberg.
Während der Zeit der Helvetischen Republik, von 1798 bis 1803, gehörte Abtwil zum kurzlebigen Kanton Baden. Bei der Gründung des Kantons Aargau wurde es eine eigenständige Gemeinde. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb das Dorf landwirtschaftlich geprägt, die Einwohnerzahl schwankte viele Jahrzehnte lang zwischen 300 und 400. Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Moos Torf abgebaut. Ende der 1980er setzte eine markante Bautätigkeit ein, die durch die Nähe zu den Städten Luzern und Zug begünstigt wurde; die Gemeinde wuchs innerhalb von fünfzehn Jahren um fast das Doppelte.
Wappen
Die Blasonierung lautet: "In Blau die gelbe Krümme eines Abtstabes mit wehendem weissen Velum (Schweisstuch) an gelbem Anhänger und mit gelben Quasten". Das Wappen zeigt das Emblem des Heiligen Germanus, dem Abt von Grandval und Kirchenpatron von Abtwil.
Bevölkerung
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 393 |
| 1900 | 325 |
| 1930 | 347 |
| 1950 | 342 |
| 1960 | 343 |
| 1970 | 297 |
| 1980 | 321 |
| 1990 | 369 |
| 2000 | 674 |
Am 31. Dezember 2004 lebten 707 Menschen in Abtwil, der Ausländeranteil betrug 5,9 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 72,8 % römisch-katholisch und 11,7 % reformiert. 2,1 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 97,0 % gaben Deutsch als ihre Hauptsprache an.
Behörden
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.
Die 5 Gemeinderäte sind:
- Arnold Bischof, Gemeindeammann
- Stefan Balmer, Vize-Gemeindeammann
- Hans Hufschmid
- Helen Engel
- Christine Lüscher
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Muri zuständig. Abtwil gehört zum Friedensrichterkreis Sins.
Wirtschaft
In Abtwil gibt es rund 180 Arbeitsplätze, davon ein Drittel in der Landwirtschaft, der Rest in kleinen Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben. Über die Hälfte der Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten mehrheitlich in den Agglomerationen von Luzern und Zug.
Verkehr
Die Gemeinde liegt zwar abseits des Durchgangsverkehrs, ist aber mit gut ausgebauten Nebenstrassen mit Sins, Hochdorf und Ballwil verbunden. Ein Postauto-Rundkurs verkehrt von Sins über Auw, Abtwil und Fenkrieden zurück nach Sins.
Bildung
Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule können in Sins besucht werden. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Wohlen.
Weblinks
Abtwil | Aristau | Auw | Beinwil (Freiamt) | Benzenschwil | Besenbüren | Bettwil | Boswil | Buttwil | Bünzen | Dietwil | Geltwil | Kallern | Merenschwand | Mühlau | Muri (AG) | Oberrüti | Rottenschwil | Sins | Waltenschwil
Kanton Aargau | Bezirke des Kantons Aargau | Gemeinden des Kantons Aargau
