Abwehrmechanismus

Der psychoanalytische Begriff Abwehrmechanismus bezeichnet weitgehend unbewusst ablaufende Reaktionen, die das "Ich" zur Abwehr unerwünschter Triebimpulse des "Es" oder unangenehmer Affekte entwickelt. Die Abwehr gehört im psychoanalytischen Konzept zu den Ich-Funktionen. Funktionierende Abwehrmechanismen sind die Voraussetzung zur Bewältigung innerer, unbewusster Konflikte und Grundlage der Fähigkeit zur Selbststeuerung und Konfliktverarbeitung. Sie werden damit der Situationsbewältigung bei bewussten Problemstellungen, die gemeinhin als Coping bezeichnet wird, gegenübergestellt.

Bei psychisch gesunden Menschen werden Abwehrmechanismen flexibel gehandhabt; eine zu rigide Abwehr kann zum Auftreten von neurotischen Symptomen führen.

Beispiel: Wenn z.B. eine Krebserkrankung oder eine ähnlich schwerwiegende Erkrankung diagnostiziert wird, ist ein gewisses Maß an Verleugnung sinnvoll, um den Erkrankten vor einer möglicherweise überwältigenden Vernichtungsangst zu schützen. Andererseits darf die Verleugnung nicht zu ausgeprägt sein, da es sonst zu einer Beeinträchtigung der Realitätsanpassung mit den entsprechenden Konsequenzen wie Verweigerung oder Verzögerung einer möglichen Behandlung kommen kann.

Der Begriff Abwehrmechanismus wurde von Sigmund Freud geprägt und von seiner Tochter Anna Freud systematisch ausgestaltet. In jüngerer Zeit werden neben den intrapsychischen auch interpersonelle und institutionelle Abwehrmechanismen beschrieben.

Zu den von der Psychoanalyse dargestellten Abwehrmechanismen gehören (u. a.):

Literatur



Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

See also: Abwehrmechanismus, Affekt, Agieren, Alfred Adler, Angst, Anna Freud, Es (Psychoanalyse), Frustration, Ich