Achsenzeit
Die Achsenzeit ist die geschichtsphilosophische Betrachtung der Zeitspanne von 800 bis 200 v. Chr. durch Karl Jaspers. In dieser Zeit, so Jaspers, wurden gleichzeitig, aber unabhängig voneinander, in vier Kulturräumen jene außergewöhnlichen philosophischen und technologischen Fortschritte vollbracht, die noch heute die Grundlagen aller Zivilisation bilden.
Die 4 Kulturkreise sind:
- China, wesentlich durch Konfuzius und Laotse, (siehe: Chinesische Philosophie)
- Indien, dem in dieser Zeit seine Prägung durch Buddha widerfuhr (siehe: Indische Philosophie)
- Der Orient, durch den in dieser Zeit Zarathustra zog
- Der Okzident, in dem mit Auftreten der ersten Naturphilosophen, über Sokrates, Platon und Aristoteles, bis zur römischen Philosophie, die heutige europäische Weltanschauung entscheidend vorgeprägt wurde (siehe: Philosophie der Antike).
Diese Annahme einer Achsenzeit ist für Jaspers ein Beweis der Feststellung, Geschichte lasse sich zwar in größeren Zusammenhängen betrachten, nicht jedoch - wie durch Hegel - als einen dialektischen (auf Europa fokussierten) Prozess, sondern sei viel mehr gespeist aus unterschiedlichsten Quellen aus allen Gebieten der Erde.
Die Achsenzeit wird vor allem in Jaspers' Werk Vom Ursprung und Ziel der Geschichte dargestellt.
