Adat
Adat (arab. عادات ‘ādāt = Gewohnheiten, Bräuche) ist die Bezeichnung für das ungeschriebene Recht vor allem in indonesischen Kulturen. Es wird auch in anderen islamischen Kulturen Asiens gebraucht. Das Adat-Recht steht häufig als Parallelstruktur neben dem kodifizierten staatlichen Recht und religiösen Rechtsnormen.
Manche Kulturen wie die Minangkabau auf Sumatra haben noch viele Elemente des Adatsystems in ihr alltägliches Handeln integriert. Das Adat-System kann Besitzverhältnisse, Rituale, Kleidungsvorschriften, Regeln für Feste und Heiratsbeziehungen, Austauschverhältnisse, Vererbungsregeln, Titel und Entscheidungsstrukturen in Gemeinden regeln. Eine Adat-Sitzung kann auch als Ältestenrat bezeichnet werden. Bei den Minangkabau wird diese bei ansonsten matrilinearer Gesellschaftsstruktur von Männern ausgeübt.
Auch bei vielen Kaukasusvölkern, z.B. den Tschetschenen gilt das/ein Adat. Es regelt die Beziehungen untereinander u.a. die Blutrache.
Literatur
- Kaiser, Astrid: Mädchen und Jungen in einer matrilinearen Kultur - Interaktionen und Wertvorstellungen bei Grundschulkindern im Hochland der Minangkabau auf Sumatra. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 1996.
