Adhäsion
Die Adhäsion (auch Anhangskraft) bezeichnet die Zusammenhangkräfte zwischen den Molekülen zweier verschiedener Stoffe bzw. das Haften zweier Stoffe oder Körper aneinander.
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Adhäsion bei Verkehrsmitteln
Unter Adhäsion versteht man im Straßenverkehr die Straßenhaftung - Gummi (Reifen) auf Untergrund (Straße) - bzw. im Schienenverkehr die Schienenhaftung - Eisen (Bahnräder) auf Eisen (Schiene). Von einer Adhäsionsbahn spricht man, wenn eine Bahn ohne Hilfsmittel (z. B. Zahnrad oder Seil) starke Steigungen bewältigen kann und die Haftung der Räder alleine für die Fortbewegung genügt.
Adhäsion bei Klebstoffen
Im Bereich der Klebstoffe versteht man unter Adhäsion die Gesetzmäßigkeiten der Haftung von Klebschichten an den Fügeteiloberflächen. Die Vorgänge bei der Adhäsion sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Sie gestalten sich besonders schwierig, weil die Abhängigkeiten zwischen den Klebstoffsystemen und den verschiedenen Fügeteiloberflächen sehr komplex sind.
Adhäsion bei Folien
Adhäsionsfolien haften ohne Klebstoff auf glatten/glänzenden Oberflächen mittels der Anziehungskraft der Moleküle zwischen beiden Materialien. Voraussetzung ist, dass sich die Moleküle so nahe wie möglich kommen, um eine Adhäsion zu erreichen. Deshalb funktioniert dies nur auf glatten/glänzenden Oberflächen (vergleichbar mit z.B. Glasplatten, die nur durch verschieben voneinander trennbar sind). Adhäsionsfolie
Die Wirkprinzipien der Adhäsion lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Eine weitere Einteilungsmöglichkeit ist :
mechanische Adhäsion physikalische Adhäsion chemische Adhäsion
Spezifische Adhäsion
- zwischenmolekulare Kräfte im Grenzschichtbereich
- Diffusionsvorgänge zwischen Fügeteil und Klebstoff
- thermodynamische Vorgänge wie z. B. Benetzungskräfte, Wasserstoffbrückenbindung
- chemische Bindungen zwischen Fügeteil und Klebstoffmolekülen
Mechanische Adhäsion
- Mikroverklammerung in Hinterschneidungen des Fügeteiles
- Vergrößerung der adhäsiven Fläche durch Einbeziehen der Rauheit
- Anquellen / Anlösen der Fügeteiloberfläche (z. B. bei Kunststoffen) durch die Lösungsmittel des Klebstoffs, um eine diffusionsartige Molekülverklammerung zu erreichen.
Die Bedeutung der mechanischen Adhäsion steigt grundsätzlich mit der Rauhigkeit der Fügeteiloberflächen. Bei porösen oder fasrigen Oberflächen kann sie im Vergleich zur spezifischen Adhäsion sogar überwiegen.Sie liegt im Gegensatz zur Kohäsion
Adhäsion bei organischen Geweben
- chirurgisch: Verwachsungen oder Verklebungen von Organen
- hämatologisch: Anhaftung von Blutzellen (z.B. Thrombozyten, Leukozyten) sowohl an Gefäßinnenwänden (z.B. im Rahmen einer Entzündungsreaktion), als auch gefäßinnenwandfremden (endothelfremden) Oberflächen bzw. Geweben
- bakteriologisch: Anhaftung von Bakterien an Schleimhautoberflächen am Beginn einer Infektion
Siehe auch: Kohäsion, Kapillarität
