Antidiuretisches Hormon

Dieser Artikel befaßt sich mit dem "Antidiuretischen Hormon", andere Verwendungen siehe ADH (Begriffsklärung)


Das Antidiuretische Hormon (ADH) wird auch als Adiuretin bezeichnet. Eine weitere Bezeichnung für das Hormon ist Vasopressin, da es auch stark gefäßverengend wirkt.


Bild:VasopressinSek.PNG

Inhaltsverzeichnis

Produktion

ADH wird in 2 Kerngebieten (Nuclei) des Hypothalamus produziert.

Das Hormon wird entlang des Hypophysenstiels transportiert, in Vesikeln des Hypophysenhinterlappens gespeichert und direkt in das Blut abgegeben. Es ist in extrem niedriger Konzentration wirksam: die Niere spricht bereits auf einige Milliardstel Gramm des Hormones an.

Physiologie

Es ist ein Dursthormon.

In der Niere bewirkt es eine vermehrte Rückresorption von Wasser aus dem Primärharn des Sammelrohrs, in dem mehr Aquaporine (AQP2) in die Plasmamembran der Tubuluszellen eingebaut werden.

Trinkt man mehr Wasser, als der Körper braucht, dann verringert der Hypophysenhinterlappen die Freigabe von ADH und es kommt zur vermehrten Ausscheidung von Wasser.

Normalwerte

12 Stunden vor der Blutabnahme muss eine Alkohol-, Nikotin-, Coffein-Karenz und 48 Stunden zuvor Medikamenten-Karenz eingehalten werden. Die Bestimmung erfolgt aus mindestens 4.0 mL, tiefgefrorenm EDTA Plasma mittels RIA.

Der Referenzbereich für die Osmolalität im Serum liegt bei 280-310 mosmol/kg. Die Werte für 24-Stunden-Urin liegen bei 50-1200 mosmol/kg.

Pathophysiologie

Bei ADH - Mangel kommt es zu einem starken Wasserverlust, dem Diabetes insipidus centralis. Bei Mangel oder Mutation des V2-Rezeptors an der Niere enstehen die gleichen Symptome jedoch spricht man dann vom Diapetes insipidus renalis. Beides kann zu einem unkontrolliertem Wasserverlust von bis zu 20 Litern pro Tag führen.

Überproduktion

Beim Syndrom der inadequaten ADH Sekretion kommt es zur verminderten Wasserausscheidung und zu einer Hyponatriämie. Dieses Syndrom kann sich bei Lungenkrebs einstellen, dessen Zellen vermehrt und unsinnigerweise ADH oder ADH-ähnliche Stoffe produzieren.

Therapie

Der Diabetes insipidus centralis kann durch die Gabe von ADH behandelt werden.

ADH als Arzneistoff

Vasopressin wird als stark blutdrucksteigernde Substanz auch erfolgreich bei der Reanimation eines Patienten mit Herzkreislaufstillstand eingesetzt. Wie in vielen Studien gezeigt wurde, wirkt ADH mit weniger Nebenwirkungen als Adrenalin. Noch hat dieses Medikament in Deutschland keine Zulassung, was sich wahrscheinlich gegen Ende 2005 ändern wird.

Weblinks

See also: Antidiuretisches Hormon, 2005, Adrenalin, Diabetes insipidus, Durst, EDTA, Hormon, Hypophyse, Hypothalamus, Osmolalität