Adligenswil

Wappen
98px|Wappen von Adligenswil
Basisdaten
Kanton: Luzern
Bezirk: Luzern
BFS-Nr.: 1051
PLZ: 6043
Koordinaten: 47° 4' n. Br.
8° 22' ö. L.
Höhe: 532 m ü. M.
Fläche: 6.99 km²
Einwohner: 5'345 (31. Dezember 2004)
Website: www.adligenswil.ch
Karte
299px|Karte von Adligenswil

Adligenswil ist eine Gemeinde im Amt Luzern des Kantons Luzern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Adligenswil ist eine Streusiedlung und besteht aus dem Dorf Adligenswil zwischen Dietschiberg und Dottenberg sowie den Hofsiedlungen Dottenberg und Stuben. Von der Gemeindefläche sind 54,5% landwirtschaftliche Nutzfläche, 24,3% Wald und Gehölz und 19,5% Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden

Adligenswil grenzt an Dierikon, Ebikon, Luzern, Meggen und Udligenswil.

Geschichte

Der Ort wurde im Jahre 1210 erstmals unter der damaligen Bezeichnung "Adalgeswile" urkundlich erwähnt. Bis ins 13. Jahrhundert stand Adligenswil wie auch die nächste Umgebung von Luzern unter der Obhut des Stiftes Luzern und des elsässischen Klosters Murbach. 1291 fiel Luzern an die Österreicher. In der Zeit zwischen der Schlacht am Morgarten (1315) und der Schlacht bei Sempach (1386) ging die habsburgische Herrschaft zu Ende. 1406 erwarb Luzern die Grundherrschaft über die Vogtei Habsburg, zu der auch Adligenswil gehörte. 1861 wurde Adligenswil eine eigene Pfarrei.

Bevölkerung

Von 1798 bis 1970 wuchs die Bevölkerung nur langsam von 433 auf 953 Einwohner an und Adligenswil bewahrte so den Charakter eines ländlichen Bauerndorfes . Anfangs der Siebzigerjahre setzte die erste Bautätigkeit ein und wurde ab 1975 immer stärker. Heute zählt die Gemeinde über 5'300 Einwohner/innen. Typisch für das Dorf sind die zahlreichen Wohnsiedlungen ohne Durchgangsverkehr. Dieser Entwicklungsgeschichte ist es zuzuschreiben, dass Adligenswil heute ein sehr junges Dorf ist.

Sprachen

Die grosse Mehrheit der Einwohnerschaft, nämlich 93,57%, gibt Deutsch als Hauptsprache an. Kleinere Minderheiten von 0,94 resp. 0,92% benutzen Italienisch und Französisch als Umgangssprache (Stand 2000).

Konfessionen

Bis weit ins 20. Jahrhundert bewahrte Adligenswil eine ausschliesslich römisch-katholische Bevölkerung. Heute (Stand 2000) gehören bloss noch 64,29% zur Römisch-Katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten bilden die 19,98% evangelisch-reformierten Christen, die 1,82% Muslime und die 9,66% Konfessionslosen.

Herkunft und Nationalität

Schweizer Bürger wurden 4'586 gezählt. Davon hatten 4'269 nur den Schweizer Pass und 317 waren Doppelbürger. Die grössten Zuwanderergruppen bilden Personen aus Deutschland (2,02%; inklusive Doppelbürger 3,15%), Italien (0,96 resp. 2,36%), Serbien und Montenegro (1,14 resp. 1,18%), Österreich und den Niederlanden (Stand 2000). Ende 2003 betrug der Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung 8,8%.

Politik

Politisch ist Adigenswil eher fortschrittlich geprägt. Seit längerem sind drei der fünf Gemeinderatssitze (Gemeindeexekutive) von Frauen besetzt. Bei den Gemeinderatswahlen im Frühling 2004 hat sich auch die bisherige Zusammensetzung (2 CVP, 2 FDP, 1 SP) geändert, die SP verfügt neu über zwei Sitze, beides Frauen. Der Gemeinderat sieht im Moment so aus:

Pia Hirschi-Schmid(CVP) Gemeindepräsidentin; Kultur und Jugend

Hans Lustenberger(FDP) Vizepräsident; Soziales und Gesundheit

Markus Sigrist(CVP) Finanzen und Bauwesen

Marianne Häfliger-Näf(SP) Schulwesen

Irma Kerbler-Stadler(SP) Umwelt und Sicherheit

Wahlen

Bei den letzten Wahlen zum Kantonsparlament erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: CVP 26,56%, FDP 22,12%, SP 20,96%, SVP 18,19%, Grünes Bündnis 8,12% und Chance21 2,16%.

Schulwesen

In Adligenswil besuchen (Schuljahr 2003/2004) 104 Kinder die fünf Kindergartenklassen im Sigristenhaus, Dorf, Widspüel und Chriesibüel. Die Schulhäuser Dorf, Kehlhof und Obmatt bieten 499 PrimarschülerInnen und 276 SekundarschülerInnen eine Bildungsmöglichkeit.

Verkehrsanbindung

Adligenswil ist durch die Postautolinie Luzern-Rotkreuz und den VBL-Bus 26 Brüelstrasse(Luzern)-Adligenswil durch den Öffentlichen Verkehr gut erschlossen. Die nächsten Autobahnanschlüsse befinden sich in Emmen(Emmen-Süd resp. Emmen-Nord), in Root und in Luzern(Luzern-Zentrum).

Wirtschaft

Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten stark zuückgegangen. Die Landwirtschaft bietet nur noch 6,2% der Erwerbstätigen in 23 Landwirtschaftsbetrieben eine berufliche Existenz. Bedeutender sind heute Industrie und Gewerbe mit 51,2% und der Dienstleistungsbereich mit 42,1% der Arbeitsbevölkerung. Die grössten Arbeitgeber sind die Druckerei Ringier AG und das Marktforschungsinstitut DemoScope. Insgesamt gibt es in Adligenswil 2'730 Arbeitsplätze. Dennoch fällt die Pendlerbilanz mit 1'933 Wegpendlern (davon 51,8% in die Stadt Luzern) und nur 897 Zupendlern (meist aus den Nachbargemeinden) massiv negativ aus.

Sehenswürdigkeiten

Die 1825-1827 von den Brüdern Josef und Franz Händli erbaute Kirche St. Martin sowie die von Wilhelm Keller 1863 erbaute Kapelle St. Jost (St. Jodokus) sind die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. Dazu kommen verschiedene Bauernhäuser am Dottenberg, die von ihrer Architektur nationale Bedeutung haben.

Literatur

Die Gemeinden des Kantons Luzern. Hochdorf/Basel/Luzern 1949

Die Luzerner Gemeinden und ihre Wappen. Chapelle-sur-Moudon 1987. ISBN 2-88114-006-8

Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel 1946

Weblinks

Modèle:Vorlage:Navigationsleiste Bezirk Luzern Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Luzern Kategorie:Schweizer Gemeinde

See also: Adligenswil, 1210, 1291, 1406, 1798, 1861, 1863, 1970, 1975