Adverb
Ein Adverb (Umstandswort) (Pl.: Adverbien) ist ein Wort, das ein Verb, ein Adjektiv, ein anderes Adverb oder einen ganzen Satz näher bestimmt. Adverbien zählen zu den Partikeln, sind also weder deklinierbar noch konjugierbar. Im Unterschied zu den Adjektiven werden sie auch nicht flektiert.
Funktionen
In ihrer semantischen Funktion können Adverbien als
- Lokaladverbien (hier, draußen, links, dorther,...),
- Temporaladverbien (damals, selten, nachher,...),
- Kausaladverbien (nämlich, sonst, dennoch, deshalb,...),
- Interrogativadverbien (wo, wann, wie, warum, wozu, womit) und
- Modaladverbien (vielleicht, gerne, leider,...) auftreten.
In ihrer syntaktischen Funktion kommen sie als
- Prädikative (Er ist hier),
- Adverbiale (Sie arbeitet hier) oder
- Attribute (der Tisch hier) vor.
Die Grenze zu anderen Wortarten wie Konjunktionen oder Interrogativpronomen ist bei Adverbien nicht immer leicht zu bestimmen und differiert auch in der Lehre. Dies auch deshalb, weil es eine ganze Reihe von Adverbien gibt, die aus Ableitungen entstanden sind, wie etwa mittags, beispielsweise, verdientermaßen etc. Bisweilen werden zu den Adverbien sogar diskursive Partikeln wie bitte oder Modalpartikeln wie ja, aber gezählt, was zu weiteren Unklarheiten führen kann.
"Adverbiale Bestimmung"
Von den Adverbien unterschieden werden gelegentlich die Adverbialen Bestimmungen, die eine Satzgliedfunktion, nicht dagegen eine Wortart beschreiben sollen. In Er spielt gut soll gut danach eine Adverbiale Bestimmung in Form eines Adjektivs sein, jedoch kein Adverb. Diese neuerdings vollzogene morphologische Unterscheidung bezieht sich vor allem auf den Fremdsprachenunterricht, wird aber auch dort regelmäßig nicht gemacht, was wegen der unterschiedlich ausgeprägten Flexion zu Verständnishürden führen kann. Für Muttersprachler spielt die Unterscheidung dagegen jedoch keine große Rolle und wird in den gängigen Grammatiken kaum erörtert.
Literatur
- Glück, Helmut (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Stuttgart: Metzler 2000 ISBN 347601519X
