Aëtius
Flavius Aëtius (um 390–454) war ein spätantiker, weströmischer Feldherr (Magister militum) und Politiker (dreifacher Konsul und zudem Patricius).
Leben
Aetius wurde in Durostorum (Silistra) geboren, das heute auf bulgarischem Staatsgebiet liegt. Einen Teil seiner Jugend verbrachte er als Geisel bei den Hunnen. Die daraus resultierenden guten Kontakte (Stellung von hunnischen Hilfstruppen) ermöglichten ihm den politischen Aufstieg an die Spitze des Reiches. 429 war er Magister utriusque militiae. Gegen seine beiden Konkurrenten, Bonifatius und Felix, setzte er sich mit hunnischer Hilfe durch, so dass er nach 434 faktisch die Regierung im römischen Westreich übernahm. In der Folgezeit konnte er eine Reihe von militärischen Erfolgen verbuchen, welche das Westreich wenigstens vorläufig stabilisierten.
Zu seiner bekanntesten Leistungen gehört die Verteidigung der römischen Provinz Gallien während dieser Phase der Völkerwanderung. Er sicherte auch die römische Oberhoheit über die Franken im Norden Galliens. Mit Hilfe seiner hunnischen Hilfstruppen vernichtete er das Burgunderreich in der Region von Worms im Jahre 436 (historischer Kern der Nibelungensage) und war auch verantwortlich für deren Ansiedlung im Rhônetal, dem heutigen Burgund, wo sie als Puffer gegen die Alamannen dienen sollten.
451 drangen die Hunnen unter ihrem König Attila in Gallien ein, nachdem der oströmische Kaiser Markian ihnen die jährlichen Tributzahlungen gekündigt hatte. Angeblich hatte außerdem Honoria, die Schwester des weströmischen Kaisers Valentinian III., Attila die Ehe versprochen, was dieser als Vorwand für territoriale Forderungen an Valentinian aufnahm. Aetius gelang es jedoch in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern, mit Hilfe eines gemischten römisch-germanischen Heeres, Westrom erfolgreich gegen die Hunnen zu verteidigen. 454 wurde er jedoch durch Kaiser Valentinian III., der die Macht seines Feldherren immer mehr fürchtete, ermordet. Folge davon war der Verlust der römischen Stellung in Gallien (von einigen Gebieten abgesehen, wie die Provence oder den bis 486 von Syagrius beherrschten Gebieten) und die bald darauffolgende Ermordung Valentinians durch die Anhänger des Aetius.
Literatur
- Theodor Mommsen: Aetius, in: Hermes 36 (1901), S. 516ff. (hier als PDF online)
- J. R. Moss: The effects of the policies of Aetius on the history of Western Europe, in: Historia 22 (1973), S. 711-31.
- Timo Stickler: Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich, München 2002 (Vestigia, Bd. 54).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Aëtius |
| ALTERNATIVNAMEN | Flavius Aëtius, Aetius, Flavius Aetius |
| KURZBESCHREIBUNG | Weströmischer Feldherr und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 390 |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | 454 |
| STERBEORT | |
Aetius, Flavius Aetius, Flavius Aetius, Flavius Aetius, Flavius Kategorie:Spätantike Aetius, Flavius Aetius, Flavius
