Affektiertheit
Als Affektiertheit wird ein künstliches, oft übertriebenes Verhalten bezeichnet, das durch 'unnatürliche' Mimik und Gestik begleitet wird. Ältere Begriffe für Affektiertheit sind "Affektation" (was aber auch eine gewisse Zuneigung, ein Tendre bezeichnete) und "Ziererei".
Der Begriff der Affektiertheit geht auf den Lateinischen Wortstamm afficere, affectum (hinzutun, einwirken, anregen) bzw. affectus (Leidenschaft, Begierde) zurück.
Sowohl im 18. Jahrhundert als auch im 19. Jahrhundert galt sie als ein Spiel und Stilmittel der Umgangsformen der verbalen wie nonverbalen Konversation (und wurde z.B. im Rokoko als Fächersprache entwickelt, um dem Gesprächspartner Zeichen zukommen zu lassen), was später das antiadelige Bürgertum verachtete (vgl. auch Stutzer).
Heute gilt die Affektiertheit teilweise als deutliches Zeichen von Unsicherheit bzw. fehlendem Selbstbewußtsein. Für Tunten ist sie jedoch ein wesentliches Merkmal der Selbstdarstellung.
In der (psychologischen) Fachsprache wird das Wort "Affektiert" oftmals durch "Emotional" ersetzt. Kategorie:Soziologie
