Afrikanische Union
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Die Afrikanische Union (Abk. AU; engl. African Union, frz. Union africaine) ist eine zwischenstaatliche Organisation, die 2002 die Nachfolge der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) angetreten hat und sich für Kooperation auf allen Gebieten einsetzen soll. Geplant ist unter anderem ein Afrikanischer Gerichtshof. Sitz der Organisation ist Addis Abeba. Mitgliedsstaaten sind alle Staaten Afrikas - zur Zeit 53 - außer Marokko, das wegen des Konfliktes um die Demokratische Arabische Republik Sahara aus der Vorgängerorganisation OAU ausgetreten ist und an einer Mitgliedschaft in der AU z.Zt. nicht interessiert ist.
Die Afrikanische Union (AU) ist ein Zusammenschluss von anfangs 53 afrikanischen Staaten, die die neue Organisation durch die förmliche Verabschiedung einer Gründungscharta bei einem Gipfeltreffen in der sambischen Hauptstadt Lusaka (9.-11. Juli 2001) offiziell ins Leben gerufen haben. Die AU löste nach Willen der Unterzeichnerstaaten die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) ab und stattete die AU mit mehr Kompetenzen aus. Die Verträge, die die Auflösung der am 25. Mai 1963 gegründeten OAU beinhalten, waren zuvor schon von 45 der 53 Staaten ratifiziert worden. Die Initiative zur Gründung der neuen Afrikanischen Union geht auf den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi zurück. Er war vehement für die Idee einer Union eingetreten und hatte mit großem finanziellen Aufwand bei den afrikanischen Staatschefs dafür geworben. Al-Gaddafi erklärte sich bereit, viele Institutionen der AU zu finanzieren und überzeugte dadurch viele Skeptiker. Die Charta der Afrikanischen Union orientiert sich teilweise am Vorbild der Europäischen Union. Die Gründungsakte enthält unter anderem Erklärungen zur Achtung der Menschenrechte und zur Souveränität der Mitgliedsstaaten, aber auch eine Passage zum Eingreifen der Union in Mitgliedsstaaten unter bestimmten Voraussetzungen. Vorgesehen sind ein afrikanisches Parlament (ohne Gesetzgebungsbefugnisse), eine gemeinsame Zentralbank, eine Kommission mit Exekutivaufgaben sowie ein kontinentaler Gerichtshof und eine gemeinsame Währung. Bis diese Ziele verwirklicht werden, könnte jedoch einige Zeit vergehen. Kurzfristig haben die wirtschaftlichen Aspekte des Zusammenschlusses größere Bedeutung. Weil Afrika nur mit zwei Prozent zum Welthandel beiträgt, wollen die Staaten nun gemeinsam auftreten, um diese Schwäche im Zuge der Globalisierung so weit wie möglich auszugleichen.
Der erste Generalsekretär der Afrikanischen Union, der frühere Außenminister der Elfenbeinküste Amara Essy wurde bei dem Gipfeltreffen in Lusaka (Sambia) in sein Amt gewählt.
Im Februar 2003 einigte sich die AU auf eine Eingreiftruppe und einen AU-Sicherheitsrat nach Vorbild der Vereinten Nationen mit Interventionsrecht. Dieser wurde am 25. Mai 2004 offiziell gegründet.
Im März 2004 wurde die erste Sitzung des panafrikanischen Parlaments innerhalb der AU feierlich eröffnet. Erste Parlamentspräsidentin ist Gertrude Mongella. Das AU-Parlament hat beratende Funktion und hat seinen Sitz in der südafrikanischen Stadt Midrand, wo am 16. September 2004 auch die erste Arbeitssitzung stattfand.
Seit Dezember 2004 engagiert sich die AU mit einer Friedensüberwachenden Mission (AMIS) in der Krisenregion Darfur im Sudan.
Das wirtschaftliche Entwicklungsprogramm der AU heißt NEPAD.
Siehe auch
- ECOWAS Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft
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Andere Gebiete: Westsahara
Weblinks
- Offizielle Homepage (englisch, französisch)
- Hymne der Afrikanischen Union (mp3, 128kbit)
- Webseite mit Analysen und offiziellen Dokumenten zur Afrikanischen Union
