Afroamerikaner
Als Afroamerikaner werden Amerikaner (insbes. US-Amerikaner) schwarzafrikanischer Herkunft bezeichnet. Die Abgrenzung zu US-Amerikanern europäischer oder lateinamerikanischer (Latinos) Abstammung ist oftmals schwierig, da sich im Verlauf der Jahrhunderte starke ethnische Vermischungen gegeben haben. Zu Zeiten von Sklaverei und Segregation galten jedoch alle Menschen als Afro-Amerikaner (damals noch als Negro oder Colored bezeichnet), die auf afrikanische Vorfahren verweisen konnten. Von sehr hellhäutigen Afro-Amerikanern wurden diese oft verschwiegen, um Diskriminierungen zu entgehen.
Die Bezeichnung leitet sich von Afro-American, dem Titel einer Zeitung aus Baltimore ab. Üblicher ist in Amerika heute die Bezeichnung African American.
In der US-amerikanischen gesellschaftspolitischen Diskussion wird die Bezeichnung in ähnlichem Kontext wie black gebraucht. Die Begriffe Negro und colored, die früher gängige Bezeichnungen waren, gelten heute als archaisch, und bei Verwendung sogar beleidigend.
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Abgrenzung
Die Nachfahren ehemaliger Sklaven aus Lateinamerika und der Karibik, obwohl ebenfalls schwarzafrikanischer Herkunft, werden dagegen oft als Lateinamerikaner eingeordnet. Auch ist nicht allgemein anerkannt ab wie vielen Vorfahren Menschen als "europäisch" / "weiß", "farbig" oder "afroamerikanisch" / "schwarz" angesehen werden.
Gruppen von Nachfahren entflohener schwarzafrikanischer Sklaven, die ebenfalls oft nicht als afroamerikanisch gelten, sind
- die Garifuna in Mittelamerika, die durch Vermischung mit Kariben entstanden sind
- die Maroons der Karibik und Surinames / Guyanas, die in abgelegenen Gebieten eigenständige afrikanische Gemeinschaften aufgebaut haben
- die Schwarzen Seminolen (black seminole) in Florida und Oklahoma, die den spanischen Kolonialherren entwichen sind und sich als eigenständige Gruppe dem indigenen Volk der Seminolen anschlossen.
Entwicklung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA
| Jahr | Anzahl | Anteil der US-amerikanischen Bevölkerung |
|---|---|---|
| 1790 | 757,208 | 19.3% |
| 1800 | 1,002,037 | 18.9% |
| 1810 | 1,377,808 | 19.0% |
| 1820 | 1,771,656 | 18.4% |
| 1830 | 2,328,642 | 18.1% |
| 1840 | 2,873,648 | 16.8% |
| 1850 | 3,638,808 | 15.7% |
| 1860 | 4,441,830 | 14.1% |
| 1870 | 4,880,009 | 12.7% |
| 1880 | 6,580,793 | 13.1% |
| 1890 | 7,488,788 | 11.9% |
| 1900 | 8,833,994 | 11.6% |
| 1910 | 9,827,763 | 10.7% |
| 1920 | 10.5 Millionen | 9.9% |
| 1930 | 11.9 Millionen | 9.7% |
| 1940 | 12.9 Millionen | 9.8% |
| 1950 | 15.0 Millionen | 10.0% |
| 1960 | 18.9 Millionen | 10.5% |
| 1970 | 22.6 Millionen | 11.1% |
| 1980 | 26.5 Millionen | 11.7% |
| 1990 | 30.0 Millionen | 12.1% |
| 2000 | 34.6 Millionen | 12.3% |
Der 29. April 1992
Am 29. April 1992 wurden die Polizisten, die einen schwarzen Pkw-Fahrer zusammengeknüppelt hatten, den sie im Zusammenhang mit dessen erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitung gestellt hatten, von einem weißen Gericht im Großraum Los Angeles freigesprochen. Auf dem von einem Amateur zufällig mitgedrehten Video, das immer wieder vorgeführt wurde, war zu erkennen, das Rodney King die "Cops" durch heftige Gegenwehr zu ihrer Überreaktion provoziert haben könnte. Dieses Gerichtsurteil führte zu Rassenunruhen in Los Angeles. Sie dauerten zwei Tage und zwei Nächte. Insgesamt wurden 10.000 Geschäfte geplündert, 2.000 Brände gelegt und 54 Menschen getötet.
Siehe auch
- Garifuna
- Schwarze Seminolen
- Afro-Lateinamerikaner
- Zambo
- Maroons
- Afrokanadier
- Afrodeutsche
- Afrokolumbianer
- Afrika und die deutsche Sprache
- Deutschamerikaner
