Agape
Agape (griechisch αγάπη ; lat. caritas) bezeichnet ein griechisches Wort für Liebe, welches durch das Neue Testament zum festen Begriff geworden ist, aber der Bedeutung nach sich schon vorher deutlich von Eros und Philia unterschied.
Das griechische Verb agapan bedeutet sich zufrieden geben mit etwas, aber auch jemanden mit Achtung behandeln, bevorzugen. Plotin verwendete den Begriff für die herabsteigende Liebe: ein vom Subjekt ausgehendes, freies Tun, wodurch das Geringere erhoben wird, während Eros, die emporsteigende Liebe, ein Zustand des Bestimmtseins durch etwas und der Drang nach ihm ist.(in: Plotin, Enneades, 253-269).
Allerdings lässt sich die eigentliche Bedeutung des Wortes "agape" im Deutschen nur erahnen: es bedeutet nicht direkt die Art der Liebe, die im deutschen Sprachgebrauch üblich ist, sondern eher eine höhere Form dessen, eine spirituelle und "metaphysische" Verbindung zwischen Menschen. Obwohl sich Agape auch auf die Beziehung zweier Personen beziehen kann handelt es sich nicht um exlusive, partnerschaftliche Liebe, sondern um eine gemeinschaftliche Liebe.
In christlichen Kirchen bedeutet das die Liebe zum Nächsten, die Liebe zu Gott und die Liebe Gottes zu den Menschen. Es ist die Höchste der drei theologischen Tugenden (neben Glaube und Hoffnung, (1. Kor. 13,13)).
In (1. Kor. 13, 1-13, auch bekannt als "Das Hohelied der Liebe") gibt Paulus eine ausführliche Charakterisierung von Agape an.
In neurerer Auslegung wird Agape auch als bedingungslose Liebe zwischen zwei Menschen / Partnern interpretiert. Im Gegensatz zu Philia ist sie nicht an Bedingungen geknüpft, beschreibt also eine Liebe die bemüht ist für das Wohlergehen des/der Geliebten zu sorgen, egal in welchem Zustand er/sie sich befindet oder welche Reaktion von ihm/ihr kommt.
In der frühen Kirche war die Agape ein Synonym für die Eucharistie. Hierbei brachten die Christen Lebensmittel und Wein mit, die gesegnet und dann gemeinsam verzehrt wurden. Damit füllte die Agape neben der rituellen Aufgabe auch eine karitative.
Heute bezeichnet Agape ein Sättigungsmahl in der christlichen Gemeinde, beispielsweise im Anschluss an einen Gottesdienst.
Der Apostel Paulus kritisierte 1. Brief an die Korinther deren Praktik, dass jeder zur Agape nur noch selbst Mitgebrachtes aß und nicht mehr teilte, so dass Unterschiede zwischen den eigentlich gleichen Gemeindemitgliedern sichtbar wurden (eigentlich sah sich die Gemeinde in Agape und Eucharistie als ein Fleisch, weil sie von dem einen Brot Jesu Christi gekostet hatten).
Die Praktik der Eucharistie als Sättigungsmahl stammt wohl von den jüdischen Kiddusch-Feiern am Sabbat. Hierbei findet zumindest in liberalen jüdischen Gemeinden nach dem Gottesdienst noch eine Mahlzeit statt.
Agape heißt außerdem ein von der Glaubensgemeinschaft der Waldenser gegründeter Ort nahe Turin (Italien).
Literatur
- Heinrich Scholz, Eros und Caritas. Die platonische Liebe und die Liebe im Sinne des Christentums, Halle 1931
- A.Nygren, Eros und Agape. Gestaltwandlungen der christlichen Liebe I, 1930, S.45-137
