Agglomeration
Der Begriff Agglomeration steht allgemein für eine Anhäufung und leitet sich aus dem Lateinischen ab (agglomerare - fest anschließen). Der Begriff steht sowohl in der Technik für eine Anhäufung von Partikeln, in anderen Zusammenhängen aber auch für eine Zusammenballung von Menschen, Infrastruktur, Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe in einer Region. In letzterem Fall verwendet man auch die Begriffe Metropolregion (in der Schweiz: Metropolitanregion) oder Ballungsgebiet.
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Definitionen
Definition der UNO
Eine Agglomeration ist nach Definition der UNO von 1998 eine Kernstadt, die einen suburbanen Rand oder zumindest dicht besiedeltes Gebiet besitzt, das ausserhalb der Stadtgrenzen liegt, aber direkt an sie angrenzt. Eine einzelne solche Agglomeration kann aus mehreren Städten mit ihren jeweiligen Vorstadtgürteln bestehen.
Weiters unterscheidet man polyzentrische und monozentrische Ballungsräume. Je nach dem, ob nur ein einzelnes oder mehrere Zentren existieren.
Definition nach Bundesamt für Statistik der Schweiz
Zum städtischen Gebiet zählen:
- a) Agglomerationen
- b) Städte, die keiner Agglomeration angehören
Agglomerationen werden durch folgende Bedingungen definiert:
- a) Agglomerationen sind zusammenhängende Gebiete mehrerer Gemeinden mit insgesamt mindestens 20'000 Einwohner
- b) Jede Agglomeration besitzt eine Kernzone, die aus der Kernstadt und gegebenenfalls weiteren Gemeinden besteht, die jede mindestens 2'000 Arbeitsplätze und mindestens 85 Arbeitsplätze (in der Gemeinde arbeitende Personen) auf 100 wohnhafte Erwerbstätige aufweist.
Diese Gemeinden müssen ferner entweder mindestens 1/6 ihrer Erwerbstätigen in die Kerngemeinde entsenden oder mit dieser baulich verbunden sein oder an sie angrenzen
- c) Eine nicht der Kernzone zugehörige Gemeinde wird einer Agglomeration zugeteilt, wenn:
- mindestens 1/6 ihrer Erwerbstätigen in der Kernzone arbeitet und
- mindestens drei der fünf folgenden Kriterien erfüllt sind:
- 1. Baulicher Zusammenhang mit der Kerngemeinde; Baulücken durch Nichtsiedelgebiet (Landwirtschaftsland, Wald) dürfen 200 Meter nicht überschreiten.
- 2. Die kombinierte Einwohner-/Arbeitsplatzdichte je Hektare Siedlungs- und Landwirtschaftsfläche (ohne Alpweiden) übersteigt 10.
- 3. Das Bevölkerungswachstum im vorangegangenen Jahrzehnt liegt um 10 Prozentpunkte über dem schweizerischen Mittel. (Dieses Kriterium findet nur Anwendung für Gemeinden, die noch keiner Agglomeration angehört haben; für bestehende Agglomerationsgemeinden gilt es unabhängig vom erreichten Wert als erfüllt).
- 4. Mindestens 1/3 der wohnhaften Erwerbstätigen arbeitet in der Kernzone. Schwellengemeinden, die an zwei Agglomerationen angrenzen, erfüllen dieses Kriterium auch dann, wenn mindestens 40% der Erwerbstätigen in beiden Kernzonen zusammenarbeiteten und auf jede einzelne mindestens 1/6 entfällt.
- 5. Der Anteil der im 1. Wirtschaftssektor Erwerbstätigen (Wohnortsprinzip) darf das Doppelte des gesamtschweizerischen Anteils nicht überschreiten. (Für 1990 ist wegen des massiven Rückgangs von 6,2% auf 4,1% der Schwellenwert in Abweichung von dieser Bestimmung auf 10,3 festgelegt worden, d.h. es ist nur der einfache Rückgang von 2,1 Prozentpunkten in Rechnung gestellt worden.
Städte sind Gemeinden mit mindestens 10'000 Einwohnern.
(Diese Definition stammt aus: Martin Schuler: Die Raumgliederung der Schweiz, Bundesamt für Statistik, Bern, 1997.)
Entwicklung der Agglomerationen in einzelnen Ländern
Entwicklung der Metropolitanregionen in der Schweiz
Seit 1930 werden alle zehn Jahre die städtischen Agglomerationen der Schweiz anhand der Ergebnisse der Volkszählung statistisch neu abgegrenzt. Die Ausdehnung der Schweizer Agglomerationen ist – wie schon 1980 und 1990 – grenzüberschreitend berechnet worden.
Im schweizerischen Vergleich haben sich die einzelnen Agglomerationen unterschiedlich stark ausgeweitet. Besonders stark gewachsen ist die Metropolitanregion Zürich, die neben der Agglomeration Zürich noch elf weitere Agglomerationen umfasst. Auch die Metropolitanregion Basel hat sich stark erweitert unter Einbezug von Liestal ins Oberbaselbiet sowie ins Laufental und zudem ins Elsass und nach Südbaden. Das Wachstum der Agglomeration Genf konzentrierte sich fast ausschliesslich auf die französischen Nachbargebiete in Hochsavoyen.
Die Metropolitanregion Zürich umfasst neben der Agglomeration Zürich folgende Agglomerationen: Winterthur, Frauenfeld, Wetzikon-Pfäffikon, Rapperswil-Jona-Rüti, Lachen, Zug, Lenzburg, Wohlen (AG), Baden-Brugg, Schaffhausen sowie die Einzelstadt Einsiedeln. Diese Metropolitanregion umfasst damit 221 Gemeinden mit zusammen 1,675 Mio. Einwohnern.
Siehe auch
Weblinks
- Verein Metropole Schweiz: http://www.metropole-ch.ch
