Agilität
Agilität (englisch Agility) bezeichnet die Verwendung agiler Werte, Prinzipien und Methoden, meist bei der Umsetzung von Arbeitsprozessen. Der Begriff stammt vom lateinischen "agilis" (Adjektiv, schnell, flink) bzw. "agere" (Verb, tun, handeln) und ist in Ingenieurswissenschaften, insbesondere in der Softwaretechnik anzutreffen, wird aber auch in der Betriebswirtschaftslehre und anderen Wissenschaften, z.B. der Soziologie eingesetzt (siehe Strukturfunktionalismus).
Wichtiges Kennzeichen der Agilität ist dabei die Leichtgewichtigkeit. Prozessbeschreibungen sollen möglichst leichtgewichtig und wenig formal sein. Die Zweckmäßigkeit und Zielerreichung seien wichtiger als die strenge formale Auslegung von Arbeitsabläufen. Prozess und Arbeitsabläufe sollen alle Beteiligten bei der Erreichung der gemeinsamen Ziele ausschließlich fördern und keinesfalls behindern. Dazu gehört vor allem, neben den Methoden, also den konkreten Arbeitsabläufen, auch ihre Prinzipien und Werte zu nennen und zu beschreiben, um den Arbeitsprozess gegebenfalls an die Zielerreichung anpassen zu können.
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Agil
Als agil gilt, was ausgerichtet ist an:
- Adaption (oder auf deutsch Anpassung)
- Agilität erfordert keine Ausrichtung am Prozess, sondern eine Ausrichtung am Ziel. Dazu muss der Prozess anpassungsfähig sein.
- Goal-Attainment (Zielerreichung)
- Die Zielerreichung für alle Beteiligten muss ein stets bedachter Grundsatz sein.
- Integration
- Die Beteiligten sind in den Prozess zu integrieren und umgekehrt.
- Latent Pattern maintenance (Latente Aufrechterhaltung von Wertmustern)
Um Agilität zu erreichen, werden Werte definiert, basierend auf diesen Werten Prinzipien aufgestellt und Methoden entwickelt, um den Arbeitsprozess an Agilität auszurichten.
Agile Werte
Agile Werte sind Begriffe, an denen die darauf aufbauenden Prinzipien und Methoden, also die konkrete Umsetzung der Agilität ausgerichtet wird. Meist handelt es sich bei diesen Begriffen um Selbstverständlichkeiten. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass solche Selbstverständlichkeiten häufig in Prozessbeschreibungen verloren gehen und von Bürokratie überlagert werden. Als Kontrast dazu und um diese Werte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hebt die Agilität diese Werte besonders hervor.
- Kommunikation
- Innovation
- Kundennähe
- Bescheidenheit
- Einfachheit
Agile Prinzipien
Ein Agiles Prinzip ist ein von einem Wert abgeleiteter Handlungsgrundsatz. Agile Prinzipien sollten auf alle sie betreffenden Methoden des Prozesses anwendbar sein.
Beispiele für agile Prinzipien:
- Zweckmäßigkeit
- Ausreichende und zweckmäßige Verständlichkeit
- Fortschrittsmessung
Agile Methoden
Eine Agile Methode ist eine an Agilen Werten und Prinzipien ausgerichtete Arbeitsanweisungen für die Durchführung konkreter Handlungen in agilen Projekten.
Beispiele:
- Paarprogrammierung (Softwareentwicklung)
- Paarprogrammierung fördert die Kommunikation, Innovation und Einfachheit.
- Testgesteuerte Programmierung (Softwareentwicklung)
- Testgesteuerte Programmierung liefert Metriken zur Fortschrittsmessung und fördert Einfachheit und Bescheidenheit.
- Extreme Testing (Softwareentwicklung)
- Verstärkung der Testgesteuerten Programmierung.
- Regelmäßige Präsentation des Arbeitsfortschritts
- Die regelmäßige Präsentation des Arbeitsfortschritts fördert die Kommunikation und, sofern richtig angewandt, die Bescheidenheit.
Es ist nicht erforderlich, dass eine agile Methode sämtliche Prinzipien erfüllt. Eine agile Methode sollte jedoch nicht mit einem der Werte in ernsthaftem Konflikt stehen.
Agiler Prozess
Ein Agiler Prozess ist ein an agilen Werten und Prinzipien ausgerichteter, auf agilen Methoden aufbauender Arbeitsprozess.
Beispiele:
- Extreme Programming (Softwaretechnik)
- Crystal Family (Softwaretechnik)
Siehe auch
- Agiler Prozess für Agilität in der Softwaretechnik
- Strukturfunktionalismus für Agilität als Begriff in der Soziologie
