Al-Qaida

Al-Qaida (arab. القاعدة al-Qāʿida [alˈqaːʕɪda] = 'Basis, Regel, Stützpunkt, Fundament'; als EDV-Terminus auch 'Datenbank') ist der Name, mit der ein Netzwerk islamistischer Terrororganisationen beschrieben wird, der Anschläge in Kenia, Tansania, auf die Synagoge der Insel Djerba und die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA zur Last gelegt werden. Andere Schreibweisen sind al-Qaida oder al-Qaeda (letzteres kommt englisch ausgesprochen der Originalaussprache am nächsten), in der Presse tauchen auch weitere Varianten auf: Al Kaida, El Kaida (was deutsch ausgesprochen der für die klassische Arabische Sprache üblichen Aussprache nahe kommt, sofern das i gesondert und das erste a betont und sehr offen und lang ausgesprochen wird, also El 'Kaa-ida); manchmal sieht man auch die Schreibung al-Quaida (die jedoch in Bezug auf die Aussprache etwas irreführend ist). Al-Qaida ist deshalb so schwer auszusprechen, weil es zwei außerhalb der arabischen Sprache selten vorkommende Laute, so genannte Pharyngale enthält, zum einen das qaf [q], das wie ein in die Kehle hinunter gerutschtes k auszusprechen ist und zum anderen das ayin [ʕ], das vor dem Kurzvokal i etwa wie ein aus der Kehle gesprochenes sehr offenes a artikuliert wird. Zu beachten ist ferner, dass auf keinen Fall das i lang ausgesprochen oder betont werden sollte, da das Wort ansonsten 'Partnerin' oder 'Lebensgefährtin' bedeutet. Die Tatsache, dass dieser Fehler dennoch von vielen westlichen Fernsehreportern begangen wird, wurde in der arabischsprachigen Welt mit Humor aufgenommen und war Anlass für zahlreiche Witze.

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Man geht davon aus, dass Al-Qaida keine fest umrissene Organisation ist, sondern ein internationales Geflecht verschiedener islamistischer Terrorgruppen. Man vermutet, dass die Gruppen mit dezentralen Netzwerkstrukturen untereinander verbunden sind und so keiner hierarchischen Führungsstruktur bedürfen. Persönliche Kontakte zwischen den Mitgliedern der einzelnen Zellen sind ausschlaggebend für den Informationsfluss. Als selbsternannter Wortführer und Idol dieser losen Gruppen gilt noch immer der Saudi Osama bin Laden. Die zwischenzeitlich erhobene Vermutung, dieser sei im Rahmen des Afghanistan-Krieges 2002 umgekommen, bestätigte sich nicht, da sich bin Laden wenige Tage vor der US-Präsidentenwahl 2004 wieder in einer Video-Botschaft zu Wort meldete.

Einige Beobachter vertreten die Ansicht, dass es keinen eigentlichen „Anführer“ gibt, sondern sich die Gruppen selbst verwalten und nur wenig Kontakt zu mehreren Führungspersönlichkeiten haben. Einerseits behauptete 1999 der saudische Dissident Saad El Fagih, dass die Al-Qaida lediglich eine Art Register von 20.000 bis 30.000 ehemaligen Afghanistan-Söldnern sei, andererseits bezeichnete im Jahre 1998 ein Gericht in Manhattan Al-Qaida als streng geführte Organisation, die mit Untergrundorganisationen in der gesamten islamischen Welt zusammenarbeitet.

Zum Teil wird die Struktur mit einer Franchisingstruktur wie bei McDonald's verglichen. Jeder könne ein Franchisenehmer werden, der die richtige Ideologie habe und ein erfolgreiches Attentat verübe.

Es kann davon ausgegangen werden, dass in Afghanistan eine Infrastruktur bestand, in der Mitglieder der Gruppe systematisch für die Durchführung von Terrorangriffen ausgebildet wurden. Nach dem Afghanistankrieg ist vermutlich eine zweite Generation von Al-Qaida-Mitgliedern entstanden, die in verschiedenen Ländern ihre Verstecke und Ausbildungslager haben. Im Verdacht stehen Pakistan und Syrien.

Westliche Geheimdienste gehen davon aus, dass eine enge Verbindung zwischen dem pakistanischen Geheimdienst ISI, islamischen Ländern wie Saudi-Arabien und Iran und Al-Qaida besteht.

Mitglieder

Als Gründer und Chef der Organisation gilt Osama bin Laden.

Zu den weiteren Führungskräften zählen bzw. zählten:

Andere bekannte Mitglieder sind bzw. waren:

Geschichte

Die Al-Qaida wurde wahrscheinlich um 1988 von Osama bin Laden als Fundament seiner Finanzorganisation ins Leben gerufen. Bin Laden hielt sich zu dieser Zeit in Afghanistan auf, wo ihm und seiner Terrororganisation Unterschlupf gewährt wurde. Ursprünglich kämpfte die Al-Qaida auf Seiten der afghanischen „Freiheitskämpfer“ und der USA gegen die sowjetischen Besatzungstruppen und hatte von Anfang an Unterstützung durch den pakistanischen Geheimdienst ISI. Erstmals erwähnt wurde der Begriff Al Qaida im Antiterrorkampf Ende 1998.

Strategische Ziele

Anschläge, die Al-Qaida zugeschrieben werden


1993

1995

1996

1998

2000

2001

2002

2003

2004

2005

Quelle: Der Spiegel 48/2003, Fortschreibung

Siehe auch

Al-Quaida ist auch der Name einer Kleinstadt im Jemen [1]

Literatur

Weblinks

See also: Al-Qaida, 11. April, 11. März, 11. September, 12. Mai, 12. Oktober, 13. November, 13. September