Alemannien

thumb|350px|Verbreitung des Alemannischen Alemannien (lat. Alamannia) oder Alamannien ist die Bezeichnung für das Gebiet, das die Alamannen im Frühmittelalter kontrollierten und besiedelten. Es umfasste in etwa die Gebiete zwischen Mainz, Würzburg, Augsburg, Zürich, Besançon, Langres und Toul und war damit geringfügig größer als das heutige Verbreitungsgebiet der alemannischen Mundarten.

Geschichte

Während des Zusammenbruchs des römischen Reiches eroberten die Alamannen grosse Gebiete, auf der römischen Seite des ehemaligen obergermanisch-rätischen Limes: Zuerst 259/60 das Dekumatland, dann nach mehreren erfolglosen Einfällen ab ca. 470 Teile der ehemaligen Provinzen Raetia, Maxima Sequanorum und Germania Prima (ehemalige Provinz Germania Superior). Die Expansion der Alamannen wurde erst durch ihre Niederlagen gegen die Franken ca. 480/90 und 496 beendet. Mit dem Tod des letzten Königs der Alamannen 506 endete die Unabhängigkeit Alamanniens. Das Gebiet wurde zum Zankapfel zwischen Franken und Ostgoten. 536 oder 537 kam es endültig zum fränkischen Reich.

Dauerhaft von den Alamannen besiedelt wurde das Elsass und die Nordschweiz, wobei sich die Alamannen in beiden Gebieten mit den einheimischen romanisierten Kelten vermischten. Alamannische Worte und Flurnamen lassen sich in Frankreich in der Franche-Comté und sogar bis in die Gegend von Dijon nachweisen.

Alamannien behielt auch im Frankenreich vorerst einen autonomen Status als Herzogtum mit fränkischen Herzögen. Der Schwerpunkt dieses Herzogtums lag im Gebiet südlich des Hochrheins und im Bodenseegebiet. Um 700 etablierten sich wieder Alamannen als Herzöge, die jedoch von den fränkischen Hausmeiern Pippin dem Mittleren und Karl Martell in verschiedenen Feldzügen besiegt wurden. Im so genannten Blutsgerichtstag zu Cannstatt 746 wurde der Widerstand endgültig gebrochen: Das Herzogtum Alamannien wurde aufgehoben und direkt von den Franken beherrscht. Damit verschwand der alamannische Herzogstitel bis zur Erschaffung des Herzogtums Schwaben im 10. Jahrhundert.

Die Mission der Alamannen erfolgte im 7. und 8. Jahrhundert nach Christus durch irische Missionare. Sie gründeten die Klöster St. Gallen (614), St. Trudpert, Säckingen und Reichenau (724). In Alamannien bestanden noch aus römischer Zeit Bischofssitze in Basel (früher in Augusta Raurica bei Basel), Konstanz, Strassburg und Augsburg. Abgegangen war nur der Bischofssitz in Vindonissa (Windisch). Während Basel zum Erzbistum Besançon gehörte, wurden Strassburg, Konstanz und Augsburg zu Mainz geschlagen, das 780/82 in den Rang eines Erzbistums aufstieg.

In Alamannien gab es zwei frühe Kodifikationen: Den Pactus Allamannorum, der von Chlothar II (613-623) geschaffen wurde und die Lex Allamannorum, die um 717–719 unter Herzog Lantfrid entstand.

Herzöge und Könige der Alamannen

Bis 496/497 herrschten normalerweise etliche "Könige" oder Herzöge nebeneinander in ihren jeweiligen Gebieten. Mit der Unterwerfung der Alamannen durch die Franken endete deren Souveränität und es wurden unregelmäßig durch den fränkischen König Herzöge für das alamannische Gebiet eingesetzt. Eine lückenlose lineare Liste zu erstellen ist aufgrund der Quellenlage jedoch nicht möglich: Modèle:Vorlage:Navigationsleiste Alamannische Herrscher

Weblinks

Historisches Lexikon der Schweiz: Alemannen

Siehe auch Alamannen, Alemannen, Schwaben, Herzogtum Schwaben

See also: Alemannien, 496, 497, Agri decumates, Alamannen, Alemannen, Alemannische Dialekte, Augsburg, Augusta Raurica, Besançon