Alberto Fujimori
Alberto Kenya Fujimori (japanisch アルベルト・ケンヤ・フジモリ Aruberuto Ken'ya Fujimori, auch Ken'ya Fujimori [藤森 謙也 Fujimori Ken'ya]; * 28. Juli 1938 in Lima), war Präsident Perus vom 28. Juli 1990 bis zum 17. November 2000, als er wegen Korruption und Verstoßes gegen die Menschenrechte durch den Kongress seines Amtes enthoben wurde.
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Leben
Alberto Fujimori wurde in Lima als Sohn japanischer Eltern geboren, die 1934 nach Peru gezogen waren. Seine Eltern waren Baumwollpflücker. Er studierte von 1957 bis 1961 Agraringenieurswesen an der Universidad Nacional Agraria de la Molina und legte die Promotion ab. Nach kurzer Lehrtätigkeit studierte er ab 1964 Mathematik und Physik an der Universität von Strasbourg, Frankreich Von 1970 an studierte er an der Universität von Wisconsin und erlangte mit dem Master of Sciences einen weiteren akademischen Grad.
Zurück in Peru, wurde er 1984 Dekan der wissenschaftlichen Fakultät der Universität La Molina und Rektor der Univerität. Fujimori war zweimal Präsident der nationalen peruanischen Kommission der Universitätsrektoren.
Aufstieg zum Präsidenten
Durch eine Fernsehsendung wurde Fujimori einem breiteren Publikum bekannt. Nachdem er zunächst der APRA von Präsident Alan García Pérez nahestand, gründete er 1988 seine eigene Bewegung, Cambio 90. Zu den Präsidentenwahlen 1990 trat Fujimori unter dem Motto "honestidad, tecnología, trabajo" (Ehrlichkeit, Technologie, Arbeit) als krasser Außenseiter an. Obwohl von den Medien nur wenig beachtet, profitierte er von der Unzufriedenheit mit den traditionellen politischen Strömungen und der diskreditierten politischen Klasse Perus und holte im ersten Wahlgang überraschend 30.7% der Stimmen. Zur Stichwahl trat er gegen den klaren Favoriten, den Schriftsteller Mario Vargas Llosa an, der als Kandidat einer Mitte-Rechts-Bewegung antrat. Nachdem sich die Parteien der Linken eindeutig gegen Vargas Llosa gestellt hatten, errang Fujimori einen Erdrutschsieg mit 56.5% der Stimmen und wurde demokratisch gewählter Präsident.
Präsidentschaft
Bei Amtsantritt Fujimoris war Peru von einer Wirtschaftskrise und Hyperinflation gekennzeichnet. Zudem kontrollierten Guerrillaorganisationen, insbesondere der maoistische Sendero Luminoso, weite Teile des Landes und verübten Terroranschläge.
Fujimori unterwarf die Wirtschaft seines Landes einer "Schocktherapie" durch eine Umgestaltung des Preissystems zum Zwecke der Inflationskontrolle. Er führte eine neue Währung, den Nuevo Sol ein.
Diktatorische Herrschaft
Im Kongress besaß die Partei Fujimoris keine Mehrheit. Nachdem es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen dem Präsidenten und dem Parlament gekommen war, löste er am 5. April 1992 den Kongress auf und suspendierte die verfassungsmäßigen Rechte der Judikative. Er errichtete eine "Regierung des Notstands und der nationalen Umstrukturierung". Im gleichen Jahr rief er Wahlen zu einem "konstituierenden demokratischen Kongress" aus, welcher die Verfassung von 1993 verabschiedete. In dieser wurden die Rechte der Staatsmacht ausgeweitet und Notstandsma0nahmen vorgesehen.
Seine "antisubversive" Politik erzielte wichtige Erfolge, darunter die weitgehende Zerschlagung der Terroristenorganisationen und die Festnahme ihrer führenden Köpfe. Dabei kam es jedoch zu zahlreichen Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Guerrillas, aber auch gegen zahlreiche unschuldige Landbewohner.
Zu den Präsidentschaftswahlen von 1995 trat der ehemalige [[Vereinte Nationen|UN]-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar gegen Fujimori an, doch gewann Fujimori mit 62% der Stimmen. Im Dezember 1997 kam es zur Geiselkrise, als 15 Mitglieder des Movimiento Revolucionario Túpac Amaru während eines Empfanges die japanische Botschaft in Lima stürmten und zahlreiche wichtige Persönlichkeiten als Geiseln nahmen. Die Krise dauerte bis zum April 1997, als das Militär die Botschaft stürmte. Dabei kamen elf Terroristen, zwei Militärangehörige und ein Justizfunktionär ums Leben. Einige der Terroristen wurden offenbar nach Einstellung des Feuers exekutiert.
Obwohl die peruanische Verfassung eigentlich nur bis zu zwei Amtszeiten eines Präsidenten vorsah, kündigte Fujimori 1998 eine erneute Kandidatur an; ein neues Gesetz mit einer "authentischen Interpretation der Verassung" wurde verabschiedet, welches Fujimori das Tor zu einer dritten Amtsperiode ermöglichte. Die Wahl 1990 wurde dabei nicht mit angerechnet, da sie nicht auf Grundlage der gültigen Verfassung von 1993 erfolgt war.
Da das Verfassungsgericht beabsichtigte, das Gesetz für unvereinbar mit der Verfassung zu erklären, setzte das Parlament vier der Verfassungsrichter ab. Darauf hin begannen Studenten- und Gewerkschaftsproteste, welche zwei Jahre lang andauerten.
Krise und Rücktritt
Fujimori gewann die Wahlen vom 28. April 2000, doch gab es eine Welle von Betrugsvorwürfen. Oppositionsführer Alejandro Toledo forderte zunächst erolglos die Annullierung der Wahlen. Doch wenige Monate später erschütterte der Montesinos-Skandal die Regierung. Am 14. September wurde im Fernsehen ein Video gezeigt, in welchem Vladimiro Montesino einer der wichtigsten Weggefährten Fujimoris, dem Oppositionsabgeordneten Alberto Kouri Bestechungsgeld in Höhe von 15.000$ für dessen Übertritt in die Partei des Präsidenten übergab. Der Druck auf Fujimori wurde so stark, dass dieser am 16. September Neuwahlen für 2001 ankündigte, zu welchen er nicht mehr antreten werde.
Fujomori reiste in seiner Eigenschaft als Präsident zu einem Treffen in Asien; nach dessen Beendigung kehrte er jedoch nicht nach Peru zurück, sondern reiste weiter nach Japan. Im Parlament, in dem seine Anhänger die Mehrheit verloren hatten, gelang es der Opposition, ihn für amtsunfähig erklären zu lassen. In einem Fax erklärte Fujimori seinen Rücktritt; der neue Parlamentspräsident Valentín Paniagua Corazao übernahm kommisarisch bis zu den Neuwahlen die Amtsgeschäfte des Präsidenten.
Fujimori wird wegen seiner Menschenrechtsverletzungen und weiterer Vorwürfe mit internationalem Haftbefehl gesucht. Wegen seiner japanischen Eltern ist er derzeit jedoch vor einer Abschiebung sicher.
Literatur und Weblinks
- Huhle, Rainer (Hrsg.): Fujimoris Peru - eine "Demokratie neuen Typs"? Institut für Iberoamerika-Kunde Hamburg, 1995
- Biographie in spanischer Sprache
- Fujimoris aktuelle Website (Englisch, Spanisch, Japanisch)
- Bericht der peruanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission (Spanisch und Englisch)
- Fujimori nach Hause holen
Zenón Noriega Agüero | Manuel Apolinario Odría Amoretti | Manuel Prado y Ugarteche | Ricardo Pérez Godoy | Nicolás Lindley López | Fernando Belaúnde Terry | Juan Velasco Alvarado | Francisco Morales Bermúdez | Alan García Pérez | Alberto Fujimori | Valentín Paniagua Corazao | Alejandro Toledo Manrique
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fujimori, Alberto Kenya |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | peruanischer Politiker und Präsident Perus (1990-2000) |
| GEBURTSDATUM | 28. Juli 1938 |
| GEBURTSORT | Lima |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
