Albrecht Weber

Albrecht Weber (* 17. Februar 1825 in Breslau, † 30. November 1901) war ein Sanskritist und Historiker.

Albrecht Weber wurde als Sohn des Professors der Nationalökonomie, Benedikt Weber (gest. 1848 in Breslau) geboren, studierte 1842-45 in Breslau, Bonn und Berlin Sprachwissenschaften, hauptsächlich orientalische Sprachen, machte 1846, mit einem Reisestipendium der Berliner Akademie versehen, eine wissenschaftliche Reise nach England und Paris, wo er zu Wilson und Mill, zu Burnouf, Reinaud, Mohl u. a. in Beziehungen trat, habilitierte sich 1848 an der Universität zu Berlin und wurde dort 1856 zum außerordentlichen, 1867 zum ordentlichen Professor der altindischen Sprache und Literatur ernannt. Seit 1857 ist er auch Mitglied der Berliner Akademie.

Viele wichtige und zum Teil sehr umfangreiche Sanskrittexte sind von Albrecht Weber zum erstenmal in englischer Sprache herausgegeben worden, namentlich der Weiße Jadschurveda (Berlin u. London 1849-59, 3 Bände) und der Schwarze Jadschurveda (Leipzig 1871-72, als 11. und 12. Band der Indischen Studien), Tscharanawyuha, Übersicht über die Schulen der Wedas (Berlin 1855, im 3. Band der Indischen Studien) u. a. In seiner Indischen Litteraturgeschichte (Berlin 1852, 2. vermehrte Aufl. 1876; auch ins Englische übersetzt) lieferte er ein höchst wertvolles, mit reichen Literaturnachweisen ausgestattetes Handbuch. Sammlungen seiner kleinern Arbeiten, meist kritischen Inhalts, sind die Indischen Skizzen (Berlin 1857) und die Indischen Streifen (Berlin 1868-79, 3 Bände); die letztern enthalten Rezensionen über fast alle bedeutenden Werke der drei letzten Dezennien aus dem Gebiet des Sanskrit und der indischen Altertumskunde.

Seit 1850 gab Weber mit Unterstützung der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft die Zeitschrift Indische Studien heraus (bis jetzt 17 Bände, Berlin 1850-84), die außer den oben erwähnten Ausgaben von Sanskrittexten von ihm Abhandlungen über Die Kastenverhältnisse in den Brâhmana und Sûtra, über das Wedische Opferritual, dessen bedeutendster Kenner Weber war, über die Upanischads, über das Mahâbhâshya u. a. enthält. Wichtige Beiträge zur Kenntnis des Prâkrit lieferte er in den Abhandlungen: Über ein Fragment der Bhagavatî (Berlin 1866-67, in den Abhandlungen der königl. preuß. Akademie) und über das Saptaçatakam des Hâla (Leipzig 1870; vollständige Ausgabe, Leipzig 1881). Von seinen sonstigen in den Abhandlungen und Monatsberichten der Berliner Akademie erschienenen Abhandlungen sind namentlich die über die Nakshatras, die aus Babylon entlehnten Sternbilder des Mondes bei den Indern (1860-61) und über die Entstehung des epischen Gedichts Râmâyana (Berlin 1870) hervorzuheben. Selbständige Werke Webers sind noch das Verzeichnis der Berliner Sanskrithandschriften (Berlin 1853; Band 2, Abt. 1, 2, Berlin 1886 bis 1888); Über das Catrunjaya des Mahâtmyam (Leipzig 1858) und die Übersetzung des Dramas Mâlavikâ und Agriwitra (Berlin 1856). Zahlreiche lexikalische Beiträge, besonders aus dem Gebiet der ältesten Sanskritlitteratur, lieferte er zu dem großen Petersburger Sanskritwörterbuch.

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Personendaten
Weber, Albrecht
Sanskritist und Historiker
17. Februar 1825
Breslau
30. November 1901

See also: Albrecht Weber, 17. Februar, 1825, 1842, 1845, 1846, 1848, 1850