Aldosteron
Aldosteron ist ein Steroidhormon, dass aus dem Cholesterin gebildet wird und zu den Mineralocorticoiden gehört. Man kann Aldosteron als ein Dursthormon bezeichnen, da es bei Flüssigkeitsmangel vermehrt ausgeschüttet wird. Der englische Begriff lautet: aldosterone
thump|217px| Strukturformel
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Bildung
Aus Cholesterin wird über die Zwischenstufe Pregnolon das Progesteron gebildet. Durch Hydroxylierung und Oxidation entsteht daraus das Aldosteron.
Aldosteron wird in der Zona glomerulosa der Nebennierenrinde produziert. Seine Bildung wird über die Schiene des Renin-Angiotensin-System angeregt. Es wird vermehrt produziert bei:
- Durst
- Hypovolämie
- Blutdruckabfall
- renaler Mangeldurchblutung
- Hyponatriämie
Funktion und Regulation
Aldosteron reguliert die Rückresorption von Natrium- und Chloridionen in der Niere. Parallel hierzu werden Kalium-, Wasserstoff- und Ammoniumionen ausgeschieden. Die Hauptwirkung des Aldosterons besteht also in einem Austausch von Kalium- und Wasserstoffionen gegen Natriumionen im distalen Tubulus der Niere.
Seine Wirksamkeit kann durch Aldosteron-Antagonisten wie Spironolacton und Canrenoat gehemmt werden.
Die Wirksamkeit von Aldosteron auf den Mineralhaushalt ist ca. 1000 mal höher als die von Cortisol, weil das Cortisol in den Aldosteronsensitiven Zellen durch die 11-ß-Hydroxysteroiddehydrogenase Typ 1 zu Cortison umgewandelt wird und den Rezeptor nicht aktivieren kann. Die Rezeptoraffinität ist gleich.
Aldosteron wird durch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System reguliert.
Weiterhin kann der Anstieg der Kaliumkonzentration die Synthese von Aldosteron aktivieren.
Eine wichtige Rolle des Aldosteron und des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems ist die Blutdruckregulation. Zudem scheint Aldosteron in der Bewältigung von lebensbedrohlichen Stresssituationen erforderlich zu sein.
Fludrocortison
Fludrocortison ist ein künstliches Mineralocorticoid, dass als Medikament einen Aldosteronmangel ausgleichen kann. Nebenwirkungen bei hoher Dosierung: Hypokaliämie, metabolische Alkalose, Wasserretention (Ödeme), Blutdrucksteigerung.
Normalwerte
Der Normalwert im Plasma liegt bei 2-15 µg/100 ml. Der Aldosteronspiegel ist erniedrigt bei Nebennierenrindeninsuffizienz und Schock, Der Aldosteronspiegel ist erhöht bei Streß, nach Operationen, bei erhöhter Angiotensin-II-Aktivität (Hyperaldosteronismus).
Krankheiten
Krankheitsbilder, die die Produktion von Aldosteron direkt betreffen, sind selten:
- primärer Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom)
- z.B. durch einen aldosteronproduzierenden Tumor der Nebenniere
Der sekundäre Hyperaldosteronismus findet sich hingegen ziemlich häufig:
- Aldosteronmangel im Rahmen eines Morbus Addison
- sekundärer Hyperaldosteronismus
- bei Herzinsuffizienz
- bei Leberzirrhose
Siehe auch
- ADH -- Nebenniere -- Aldosteronantagonist -- Spironolacton -- Renin -- Angiotensin -- ACE-Hemmer -- Durst
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