Alexis de Tocqueville
150px|right|Alexis de Tocqueville Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville (* 29. Juli 1805 in Verneuil (Departement Seine-et-Oise); † 16. April 1859 in Cannes) war ein französischer Publizist und Politiker.
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Leben
Nachdem Tocqueville sein Studium der Rechtswissenschaft beendet hatte, wurde er 1826 Instruktionsrichter in Versailles. 1831 beauftragte ihn die Regierung, das Rechtssystem und den Strafvollzug in den Vereinigten Staaten von Amerika zu studieren.
Aus der Reise und den dort gemachten Erfahrungen resultiert das berühmte Hauptwerk des Tocqueville De la démocratie en Amérique (2 Bde., Paris 1835/1840). Der erste Band erscheint im Januar 1835 in einer Auflage von unter 500 Stück. Bereits im Juni des selben Jahres wird eine zweite Ausgabe veröffentlicht. Die achte Ausgabe, die am 20. April 1840 sowohl in Paris, wie auch in einer Übersetzung von Henry Reeve in London erscheint, enthält schließlich auch den zweiten Band seiner Untersuchungen.
De la démocratie en Amérique beschreibt u.a. die Demokratie im Kontext der Zivilgesellschaft. Das Buch erhielt 1836 den Preis Montyon der Académie française, deren Mitglied Tocqueville 1841 wurde und wird heute noch an den Universitäten behandelt. In seiner Analyse der amerikanischen Demokratie hat er auch spezifisch amerikanische Ursachen für das Funktionieren der Demokratie in den USA und die Art, wie sie funktioniert, herausgearbeitet. Damit legte er die Grundlage für den immer noch aktuellen politikwissenschaftlichen Disput über den American Exceptionalism. Dahinter verbirgt sich die Frage, ob die politischen, sozialen und ökonomischen Unterschiede zwischen den USA und anderen Staaten normal oder außergewöhnlich sind.
Zwischen 1839 und 1848 gehörte Alexis de Tocqueville als Deputierter zur gemäßigten Opposition. Nach der Februarrevolution bekämpfte er den Sozialismus und stimmte mit der monarchischen Rechten. Als Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung übernahm er 1849 das Auswärtige Amt. Er trat zurück, als Louis Napoleon (der spätere Napoleon III.) sein Regierungssystem stärker in den Vordergrund schob.
Als einer der letzten Verteidiger des Parlamentarismus opponierte er scharf gegen die Politik des Präsidenten der Republik. Beim Staatsstreich am 2. Dezember 1851 wurde er verhaftet. Er durfte sich nach einiger Zeit ins Privatleben zurückziehen.
Werke
- Über die Demokratie in Amerika. Stuttgart 1959 Democracy in America
- Histoire philosophique du règne de Louis XV. 2 Bde. Paris 1846
- Coup d'oeil sur le règne de Louis XVI. Paris 1850
- L'ancien régime et la révolution. Paris 1856
Tocqueville-Effekt
Der Tocqueville-Effekt beschreibt ein Phänomen aus der Soziologie bzw. der Sozialpsychologie. Demnach führen verspätete Reformen zu (gewaltsamen) Revolutionen. Der Soziologe und Staatstheoretiker Tocqueville kam zu diesem Schluß als er um 1830 die USA besuchte.
Als Bestätigung wird oftmals die Wende in Deutschland angefürt.
Literatur
- Karl Pisa: Alexis de Tocqueville : Prophet des Massenzeitalters. Stuttgart 1984. ISBN 3-421-06178-5
- J. P. Mayer: Alexis de Tocqueville : Analytiker des Massenzeitalters. München 1972. ISBN 3406024858
- Michael Hereth: Tocqueville zur Einführung, Hamburg: Junius, 2001, 2. Auflage, ISBN 3885063336
Weblinks
- Tocqueville.org
- „Democracy in America“ der vollständige Text beider Bände (englisch)
- Die Folie des alten Europas. Lévy bereist und erklärt die USA in der FR vom 22.5.2005
Siehe auch: Demokratie, Staatsphilosophie
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tocqueville, Alexis Clérel de |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Publizist und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 29. Juli 1805 |
| GEBURTSORT | Verneuil (Departement Seine-et-Oise) |
| STERBEDATUM | 16. April 1859 |
| STERBEORT | Cannes |
