Alfred Weber

Alfred Weber (* 30. Juli 1868 in Erfurt; † 2. Mai 1958 in Heidelberg), deutscher Soziologe und Nationalökonom, Bruder von Max Weber.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alfred Weber begann wie sein Bruder zunächst als Nationalökonom und gilt als einer der Begründer der Standorttheorien (1909) in der Volkswirtschaftslehre, wirkte aber späterhin besonders als Kultursoziologe. Von 1904 bis 1907 war er Professor in Prag und danach in Heidelberg. Der überzeugte Gegner des Nationalsozialismus wurde bei der Bundespräsidentenwahl 1954 ohne seine Zustimmung von der KPD für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen.

Volkswirtschaftliche Standorttheorie

Weber reduziert in seinem deduktiven Modell die Standortfaktoren auf die Transportkosten, die Arbeitskosten und die Agglomerationswirkung und unterscheidet sie hinsichtlich:

  • generelle Standortfaktoren (zum Beispiel das Lohnniveau)
  • spezielle Standortfaktoren (zum Beispiel das Vorkommen bestimmter Bodenschätze)
  • Agglomerativfaktoren (führen zu einer Konzentration von Unternehmen)
  • Deglomerativfaktoren (führen zu einer Streuung von Unternehmen)
  • Regionalfaktoren (begrenzen Unternehmen auf einen bestimmten geografischen Bereiche)

Den optimalen Standort ermittelt Weber dann unter sukzessiver Einbeziehung der drei Ausgangsfaktoren:

Aufgrund der ausschließlich kostenorientierten Betrachtungsweise, der reduzierten Grundannahmen und der nicht überschneidungsfreien Kategorisierung wird Webers Standortfaktorenmodell häufig kritisiert, gleichwohl wird es als ein Basismodell der Wirtschaftsgeografie auch heute noch als ein Erklärungsansatz für die räumliche Verteilung von Standorten von Industriebetrieben eingesetzt.

Tor Palander (1928), W. Isard (1956), Leon Moses (1958) und David M. Smith (1966) entwickelte deshalb das Standortfaktorenmodell weiter.

Werke

Literatur

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Personendaten
Weber, Alfred
deutscher Soziologe und Nationalökonom
30. Juli 1868
Erfurt
2. Mai 1958
Heidelberg

See also: Alfred Weber, 1868, 1904, 1907, 1909, 1914, 1924, 1925, 1926