Algenblüte

Als Algenblüte (gelegentlich auch Wasserblüte) bezeichnet man eine plötzliche, massenhafte Vermehrung von Algen in einem Gewässer. Durch die Algenblüte färbt sich die Wasseroberfläche grün, in besonderen Fällen auch blau oder rot (siehe unten), das Wasser wird trüb und "wolkig". Ursache ist meist eine Überdüngung des Gewässers mit Phosphat.

Im engeren Sinn spricht man von Algenblüten bei der Massenentwicklung jeweils einer einzelnen Algenart, die sich durch ihre Fähigkeit auszeichnet, sich unmittelbar an oder unter der Wasseroberfläche anzusammeln. Das kann, wie bei verschiedenen Blaualgenarten (Microcystis sp., Oscillatoria sp., Anabaena sp. etc.) durch Auftrieb geschehen, oder, wie bei etlichen Arten von begeißelten Algen (Euglena sp., Oocystis sp. etc.) durch aktiv bewegliches Aufsuchen der Oberfläche. Eine Euglena-Art kann dabei sogar die Oberfläche feuerrot färben, eine Oscillatoria-Art (O.rubescens) blut- bis himbeerrot, eine Microsystis-Art himmelblau. Die Bezeichnung "Blüte" liegt dann nahe.

Wenn in der Frühlingszeit der Sauerstoffgehalt im Epilimnion steigt und durch die Zirkulation die Nährstoffe aus dem Hypolimnion in die oberen Wasserschichten kommen, dann beginnen die dort wachsenden Pflanzen schlagartig an zu wuchern. Neben den Wasserpflanzen und Algen wachsen auch die Phytoplanktonpopulationen. Dies kann soweit führen, das Anfang des Sommers der See anfängt zu "blühen", d.h. Pflanzen wachsen bis zur Oberfläche und blühen dort auf (z.B. Seerosen).

Den Algenblüten ähnlich ist das Massenauftreten des Wimpertierchens Stentor coeruleus (Blaues Trompetentierchen, so genannt nach den dunkelroten Farbstoffkörnchen, die es schwarz erscheinen lassen). Es sieht aus, als ob sich auf der Wasseroberfläche Ruß angesammelt hätte. Dabei können die Ränder der oft viele Quatdratmeter großen Ansammlungen gelb(!) erscheinen.

Bei Algenblüten wird das Licht bereits an der Oberfläche stark geschwächt, so dass für die Photosynthese nur noch bis zu geringen Tiefen ausreichend Licht vorhanden ist. Darunter wird sowohl durch die absinkenden Algen als auch durch die vermehrt wachsenden Konsumenten Sauerstoff verbraucht. Näheres hierzu siehe Ökosystem See. Weiterhin produzieren die Algen häufig toxische Substanzen, die für Lebewesen im See und auch Badende gefährlich sein können (z.B. Microcystine).

See also: Algenblüte, Algen, Blaualgen, Epilimnion, Euglena, Hypolimnion, Phosphat, Photosynthese, Phytoplankton, Sauerstoff