Alkalische Phosphatase
Die Alkalischen Phosphatasen (AP, ALP, EC) sind eine Gruppe von Enzymen die Phosophorsäureester hydrolysieren. Sie arbeiten am besten bei alkalischem pH-Wert.
Im Menschen werden 15 verschiedene Isoenzyme unterschieden. Vier dieser Isoenzyme stammen von unterschiedlichen Genen (Dünndarm-AP, Plazenta-AP, Keimzell-AP und Gewebe-unspezifische AP). Die Gewebe-unspezifischen AP wird je nach Gewebe unterschiedlich glykosyliert, d.h. erhält unterschiedliche Zuckerketten. Dadurch entstehen weitere Isoenzyme (Leber-AP, Knochen-AP, Nieren-AP).
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Labordiagnostik
Die Gesamtheit dieser Enzyme wird als "alkalische Phosphatase" bei Standard-Blutuntersuchungen gemessen und kann Hinweise auf vorliegende Krankheiten der Leber und des Skeletts liefern.
Referenzbereich für Messungen bei 37°C nach [IFCC]
| Frauen | <105 U/l |
| Männer | <130 U/l |
Interpretation
Zu hohe Werte können ihre Ursache z.B. in Erkrankungen der Leber, der Galle, der Schilddrüse oder der Bauchspeicheldrüse haben. Auch bei Knochenerkrankungen wie Osteomalazie, Knochenmetastasen, Hyperparathyreoidismus oder auch bei Knochenbrüchen ist der Wert der aP in der Regel erhöht.
Grundsätzlich weisen sowohl Kinder im Wachstum als auch Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel höhere aP-Werte auf, dies ist jedoch normal und liefert keinen grundsätzlichen Hinweis auf eine Erkrankung.
Eine zu niedrige Gehalte an alkalischer Phosphatase finden sich z.B. bei der seltenen Erbkrankheit Hypophosphatasie. Darüber hinaus als Begleiterscheinung eines Vitamin-C-Mangels (Skorbut), als Folge einer Bypass-Operation, bei Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose), Morbus Wilson oder schwerer Blutarmut.
Alkalische Phosphatase als Hilfsmittel in der Biologie
Das Enzym wird, an Antikörper gekoppelt, in der Biologie für verschiedene Nachweismethoden eingesetzt. Da sie mit NBT BCIP zu einem blauen Farbstoff umsetzt, kann man sie in In situ-Hybridisierungen und Antikörperfärbungen einsetzen, um mRNA bzw. Proteine im Gewebe sichtbar zu machen.
Siehe auch
Literatur
- Neumeister, Besenthal, Liebrich: Klinikleitfaden Labordiagnostik, München/Jena, Urban&Fischer, 2003 ISBN 3-437-22231-7
- Lothar Thomas: Labor und Diagnose, Frankfurt/Main, TH-Books , 2005 ISBN 3-980-52155-9
Weblinks
- Alkalische Phosphatase auf ExPASy.org
- Alkalische Phosphatase auf med4you.at
- Alkalische Phosphatase auf Biorama.ch
- Stabilität in Blutproben publiziert durch die WHO
