Allerseelenschlacht
Die Allerseelenschlacht bezeichnet die zweite, verlustreichste Schlacht in einer Reihe von drei Abwehrschlachten (bekannt als Schlacht im Hürtgenwald) zum Ende des 2. Weltkrieges.
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| Allerseelenschlacht | |||||||||||||||||
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| Konflikt | Zweiter Weltkrieg | ||||||||||||||||
| Datum | 2.-8. November 1944 | ||||||||||||||||
| Ort | Hürtgenwald | ||||||||||||||||
| Ergebnis | Abbruch durch die Amerikaner. | ||||||||||||||||
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| Inhaltsverzeichnis |
Landschaft
Ort der Schlacht ist der Hürtgenwald, ein 140 km² großes Waldplateau nord-östlich der belgisch-deutschen Grenze, südlich von der Linie Aachen-Düren und westlich der Rur gelegen. Es besteht aus den Forsten Merode, Wenau, Hürtgen und Roetgen mit dichten Wäldern, unbewaldeten Hügeln, tiefen Taleinschnitten und dünner Besiedlung.
Vorgeschichte
Durch das unerwartet schnelle Vorrücken der alliierten Streitkräfte nach der Landung am sog. D-Day konnte deren Nachschub nicht mehr sicher gestellt werden und der Vormarsch geriet im Raum Aachen ins Stocken. Ziel der deutschen Verteidigung war es, einen alliierten Durchbruch zum Rhein zu unterbinden, um dadurch den Aufmarschraum für die geplante Ardennenoffensive zu bewahren. Die Alliierten wollten zwischen Aachen und Monschau in einem Waldgebiet bei der Gemeinde Hürtgen (heute Kreis Düren) durchbrechen und den bei Monschau am Westwall stehenden deutschen Verbänden in den Rücken fallen.
Kampfhandlungen
Am Vormittag des 6. Oktober 1944 begann der Vormarsch der 9. US-Infantry-Division gegen die 275. deutsche Infanterie Division auf der gesamten Breite des Angriffsgeländes in den Wald. In diesem Waldgebiet gelang es jedoch kaum, Ziele für die alliierte Artillerie und Luftwaffe auszumachen. Größtenteils machte das Gelände den Einsatz schwerer Fahrzeuge unmöglich. Weiteres Hindernis für die US-Truppen war die genaue Ortskenntnis der Wehrmacht. So blieb der Angriff im Wald stecken und die Höhen blieben in deutscher Hand. Nach 10 Tagen erbitterter Kämpfe waren beide Seiten so geschwächt, dass die Kampfhandlungen abflauten. Geländegewinn der Amerikaner 2,7 km, Verluste der Amerikaner 4.500 Mann. Verluste der Deutschen 3.200 Mann.
Am 26. Oktober 1944 wurde die 9. US-Division von der 28. abgelöst. Die geschwächte deutsche Infanterie musste ausharren. Am Morgen des 2. November 1944 wurde der zweite Angriff auf den Hürtgenwald eingeleitet, wegen des Datums an Allerseelen wird diese Schlacht auch als "Allerseelenschlacht" bezeichnet. Am 8. November 1944 brachen die Amerikaner ihren Angriff ab und zogen die verbliebenen Truppenteile zurück. Von der 25.000 Mann starken 28. US-Infantrie-Division bleiben 6.000 auf dem Schlachtfeld zurück. Am 16. November 1944 wurde durch die 1. und 9. US-Armee eine Großoffensive im Hürtgenwald gestartet (Operation "Queen"). Ende November fielen die Gemeinden Hürtgen und Kleinhau, weitere Städte folgten. Mit dem Beginn der Ardennenoffensive der Deutschen am 16. Dezember 1944 findet die Schlacht im Hürtgenwald ein vorläufiges Ende. Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive am 10. Januar 1945 wurden die Kämpfe erneut aufgenommen. Am 8. Februar 1945 fällt der Ort Schmidt, wodurch die Kämpfe im Hürtgenwald endgültig enden.
Ausgang
Ernest Hemingway, der als Kriegsberichterstatter Augenzeuge der Schlacht im Hürtgenwald wurde, änderte völlig seine Meinung vom Krieg, den er bis zu diesem Zeitpunkt verherrlichte. In seinem Buch „Über den Fluß und in die Wälder“ verarbeitet Hemingway seine Erlebnisse im Hürtgenwald: „In Hürtgen gefroren die Toten, und es war so kalt, daß sie mit roten Gesichtern gefroren..." Im Amerikanischen wurde der Hürtgenwald als "Hurt-genwald" (Hurt = Schmerz) bekannt und bezeichnete treffend das verschneite Schlachtfeld. Sprengfallen in den Bäumen und Beschuss hatten den Wald in eine alptraumhafte Wüste verwandelt.
Die offiziellen Verluste (Gefallene und Verwundete) der US-Armee von September bis Anfang Dezember 1944 im Raum Hürtgenwald beliefen sich auf ca. 32.000 Soldaten (Charles B. MacDonald, The Siegfried Line Campaign, United States Army in World War II: The European Theater of Operations (Washington D.C.: Office of the Chief of Military History Department of the Army, 1963), p. 493.); die deutschen Verluste betrugen etwa 16.000 Mann. Allerdings gerieten in dieser Zeit im Raum Aachen ca. 90.000 deutsche Soldaten in US-Kriegsgefangenschaft.
Das gesamte Gebiet der Allerseelenschlacht war nach dem Krieg auf Jahre nur schwer zugänglich; starke Verminung machte selbst das Bergen der Toten riskant, das anfangs nur auf Eigeninitiative Julius Erasmus' geschah.
Der Hürtgenwald legt heute noch eindrucksvoll Zeugnis der Kampfhandlungen ab. Vielerorts sind Panzersperren zu sehen, es gibt eine handvoll ungesprengter Bunker und mehrere Bücher, die Frontlinien und Überreste der Schlacht aufzeigen.
Literatur
- Charles B. MacDonald: The Battle of the Huertgen Forest, ISBN 0-8122-1831-0, University Of Pennsylvania Press
- Charles B. MacDonald: The Siegfried Line Campaign, 1963, United States Army in World War II: The European Theater of Operations (Washington D.C.: Office of the Chief of Military History Department of the Army)
- Adolf Hohenstein und Wolfgang Trees: Hölle im Hürtgenwald, Die Kämpfe vom Hohen Venn bis zur Rur Sept. 1944 bis Februar 1945, ISBN 3-922974-5, TRIANGEL Verlag
- Heinz Günther Guderian: Das letzte Kriegsjahr im Westen, 1995, ISBN 3-932436-01-6 (Deutscher alt-General schildert minutiös die Geschehnisse aus "deutscher" Sicht. Viele militärische Details und Quellenzitate mit Fundstellenangaben!).
Weblinks
- Die Allerseelenschlacht beim Westdeutschen Rundfunk
- The Battle of the Huertgen Forest (Englisch)
- Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" des Geschichtsvereins Hürtgenwald e. V.
