Alte deutsche Rechtschreibung
Die Alte deutsche Rechtschreibung ist durch die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1901 festgelegt worden, sie löste die Klassische deutsche Rechtschreibung ab.
Die Regeln wurden 1901 auf der II. Orthographischen Konferenz in Berlin beschlossen und 1902 vom damaligen Bundesrat verabschiedet, Österreich-Ungarn und die Schweiz schlossen sich ebenfalls an.
Die bis Ende des 20. Jahrhunderts fortentwickelte Deutsche Rechtschreibung wurde durch Theodor Ickler prägnant dargestellt. Maßgebliche Quelle für diesen Zeitraum ist der Duden. Mängel der Darstellung im Duden wurden häufig als Argument für die Notwendigkeit einer neuerlichen Rechtschreibreform angegeben.
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Beschlüsse
Als Grundlage der deutschen Einheitsschreibung wurde damals das amtliche preußische Regelwerk und der Duden bestätigt.
In heimischen Wörtern sollte das h nach t grundsätzlich fallen (Tal, Tür statt Thal, Thür). In Fremdwörtern wurde die th-Schreibung beibehalten.
Fremdwörter sollten konsequenter in das deutsche Schriftsystem integriert werden, was vor allem zur weitgehenden Ersetzung von c durch k oder z führte, je nach Aussprache und unter Beibehaltung von Schreibvarianten. Außerdem wurden einige Einzelwortschreibungen verändert (z.B. Literatur statt Litteratur). Hinsichtlich der Fremdwortschreibung ging es den Teilnehmern der Kommission jedoch hauptsächlich um Vereinheitlichung, nicht um Vereinfachung. Regelungen anhand des phonetischen Prinzips (d.h. die Rechtschreibung wird an die Aussprache angepasst) wurden kaum umgesetzt. In manchen Fällen wurden Doppelschreibungen zugelassen (z.B. Brennnessel und Brennessel, morgens und Morgens).
Zur Silbentrennung wurde festgelegt, dass pf und dt, nicht aber st getrennt werden dürfen
Weitere Entwicklung
Zur Getrennt- und Zusammenschreibung und zur Interpunktion wurden keine Regeln formuliert, diese und weitere Regelungen wurden aber in der Folgezeit "de facto" von der Duden-Redaktion entwickelt. Die geplante, sehr weitreichende Reform der deutschen Rechtschreibung von 1944 wurde aufgrund der Kriegswirren nicht mehr umgesetzt.
Nach dem 2. Weltkrieg gab es in Leipzig und in Mannheim 2 Duden-Redaktionen (Ost- und West-Duden). Die Kultusminister der westdeutschen Bundesländer erklärten den (West-)Duden per Beschluss vom November 1955 in allen orthographischen Zweifelsfällen für verbindlich.
Die Alte deutsche Rechtschreibung wurde durch die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 überarbeitet, die Neue deutsche Rechtschreibung entstand.
Weblinks
- Regeltafel von Ickler [1]
Verwandte Themen
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