Alterssoziologie

Die Alterssoziologie (auch: Soziologie des Alterns) wird als das Teilgebiet der Soziologie angesehen, das sich für die Lebenssituation alter Menschen in der Gesellschaft interessiert.

Praktisch ist sie für die Umsetzung von soziologischen Erkenntnissen in tägliches Handeln (zum Beispiel in der Altenpflege) bedeutsam.

In den vergangenen Jahren hat die alterssoziologische Forschung stark zugenommen. Die verschiedenen Schwerpunkte geben Aufschluss über das Selbstverständnis und die Lebenssituation des „alten Menschen“ und die gesellschaftlichen Einflüsse und Veränderungen, denen sie täglich ausgesetzt sind. Dazu gehören:

Familiensituation (z.B.: Rolle als Großeltern, Auswirkungen des Partnerverlustes)
Arbeitssituation (z.B.: Lebensgewohnheiten im Ruhestand)
Wohnsituation (z.B.: Wohnalternativen bei Pflegebedürftigkeit)
Freizeitgestaltung (z.B.: Einsamkeit und Isolation, verschiedene Aktivitäten)

Neben den Lebenssituationen sind auch die Probleme alter Menschen in der Gesellschaft, die vor allem durch die relativ stark zunehmende Anzahl älterer Menschen und die veränderte Familienstruktur in den letzten Jahrzehnten geprägt sind, ein Thema. Darüber hinaus ist die Altersoziologie Basis für die Erforschung und Entwicklung von sozialpolitischen Möglichkeiten, um die Betreuung und Versorgung alter Menschen in der Gesellschaft zu optimieren.

Neben der Auseinandersetzung mit den Problemen der Menschen, die im allgemeinen Verständnis als „alt“ gelten, befassen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch mit dem Prozess des Älterwerdens sowie mit den Veränderungen der gesellschaftlichen Bedingungen während des Alterns, um aus Erfahrungen, Wissen und Erkenntnissen Konzepte zur Befriedigung der Bedürfnisse des alten Menschen zu entwerfen.

Das Ergebnis alterssoziologischer Forschungen ist beispielsweise die in vielen Altenpflegeeinrichtungen durchgeführte ganzheitliche Pflege. Hierbei handelt es sich um eine Art der Pflege, die sich an den individuellen Bedürfnissen der Pflegebedürftigen orientiert. Dabei werden neben den körperlichen und psychischen auch die sozialen Bedürfnisse (z.B. der Kontakt zu anderen Menschen) berücksichtigt und in die Pflege mit einbezogen.

(Quelle: Fachseminar für Altenpflege MaxQ Bochum (Kurs A97))

Weblinks

Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie Kategorie:Soziologie

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