Aluminiumchlorid

Strukturformel
Al^{3+}Cl^-_3
Allgemeines
Name Aluminiumchlorid
Andere Namen Aluminiumtrichlorid
Summenformel AlCl3
CAS-Nummer 7446-70-0
Kurzbeschreibung farblose Kristalle
Eigenschaften
Molmasse 133,34 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 2.440 kg/m³
Schmelzpunkt 190 °C
Sublimationspunkt 182,7 °C bei 0,253MPa
Dampfdruck - Pa (x °C)
Löslichkeit gut löslich in organischen Lösungsmitteln
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
80px
C
Ätzend
R- und S-Sätze

R: 34
S: 7/8-28-45

MAK -
Handhabung Schutzmaßnahmen: Handschuhe, Staubmaske
Lagerung kühl, unter striktem Sauerstoff- und Feuchtigkeitsausschluß
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Normbedingungen.

Aluminiumchlorid (Summenformel: AlCl3) bildet farblose, hexagonale Kristalle, hat eine relative Molekülmasse von 133,34 u, eine Dichte von 2,44 g/cm3 und einen Schmelzpunkt von 190 °C. Es ist in vielen organischen Lösungsmitteln löslich. Das meist durch Verunreinigungen mit Eisenchloriden hellgelbe Pulver wirkt stark hygroskopisch. In feuchter Luft tritt es stark rauchend in Erscheinung. In Lösungsmitteln, flüssiger Phase sowie im Dampfzustand tritt Aluminiumchlorid in einer dimeren Form als Cl2AlCl2AlCl2 auf, in dem das Aluminiumatom vielfach koordiniert ist (analog zum Aluminiumbromid). Im festen Zustand ist im Aluminiumchlorid das Aluminium 6-fach durch Cl- koordiniert.

Inhaltsverzeichnis

Reaktionsverhalten

In stark exothermer Reaktion kommt Aluminiumchlorid in Wasser in Lösung, wobei eine Hydrolyse in Chloridionen und Aluminiumhexaquoionen erfolgt:

AlCl_3 + 6H_{2}O \to [Al(H_{2}O)_{6}]^{3+} + 3Cl^-

Diese Hexaquoionen gehen schließlich in stark sauerer Reaktion in eine Hydroxyverbindung über:

[Al(H_{2}O)_{6}]^{3+} + H_{2}O \to [Al(H_{2}O)_{5}OH]^{2+} + H_{3}O^+

Synthese

Wasserhaltiges Aluminiumchlorid (in rhombischen Kristallen auftretendes Hexahydrat AlCl3 • 6Al2O) entsteht durch Auflösen von Aluminium in Chlorwasserstoffsäure. Die Herstellung von wasserfreiem Aluminiumchlorid erfolgt durch überleiten von Chlor über Kohlenstoff und Aluminiumoxid bei etwa 800°C oder direkt aus den Elementen:

Al_2O_3  + 3C + 3Cl_2 \to 2AlCl_3 + 3CO

beziehungsweise :

2Al + 3Cl_2 \to 2AlCl_3

Verwendung

Das Hexahydrat des Aluminiumchlorids findet aufgrund seiner stark adstringierenden Wirkung in der Textil- und Seifenindustrie Verwendung, wo es der Herstellung von antiseptischen Mitteln oder als Deodorant dient unter anderem m. Weiterhin wirkt es als starke Lewis-Säure sowie in der organischen Synthese als Katalysator bei Dehydrierungen, Polymerisationen und Friedel-Crafts-Reaktionen (Friedel-Crafts-Alkylierung, Friedel-Crafts-Acylierung). Außerdem wird es als Halogenüberträger und Kondensationsmittel verwendet.

Besonderheit

Aluminiumchlorid wird als der Grenzfall zwischen Molekül und Ion angesehen, es hat eine delta-EN von 1,5 (1,7? je nach PSE). Damit sollte es sich eigentlich um eine polare Atombindung handeln. Wenn man es aber in Wasser löst, kann man eindeutig Ionen nachweisen.

Wiki-/Weblinks

Siehe auch:

See also: Aluminiumchlorid, Aggregatzustand, Aluminium, Aluminiumbromid, Aluminiumoxid, Antiseptisch, CAS-Nummer, Chemikalienliste, Chlor