Aluminiumnitrid

Strukturformel
Al3 + N3 −
Allgemeines
Name Aluminiumnitrid
Summenformel AlN
Andere Namen
Kurzbeschreibung --
CAS-Nummer --
Sicherheitshinweise
keine Gefärdungsklasse
R- und S-Sätze --
Handhabung Schutzmaßnahmen: Handschuhe, Staubmaske
Lagerung kühl, unter striktem Sauerstoff- und Feuchtigkeitsausschluß
MAK Maximale Arbeitsplatzkonzentration ml/m3
LD50 (Ratte) -- mg/kg
LD50 (Kaninchen) -- mg/kg
Physikalische Eigenschaften
Aggregatzustand fest, flüssig, gasförmig
Farbe bläulich bis grau
Dichte 3,26 g/cm3
Molmasse -- g/mol
Schmelzpunkt 2200 °C in N2
Sublimationspunkt 2000 °C
Dampfdruck -- hPa
Löslichkeit -- g/l in Wasser (20°C)
Gut löslich in --
Schlecht löslich in --
Unlöslich in --
Thermodynamik
Kristallstruktur --
ΔfH0g in kJ/mol
ΔfH0l in kJ/mol
ΔfH0s in kJ/mol
S0g, 1 bar in J/(mol · K)
S0l, 1 bar in J/(mol · K)
S0s in J/(mol · K)
Analytik
Klassische Verfahren --

SI-Einheiten wurden, wo möglich, verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, wurden Normbedingungen benutzt.

Aluminiumnitrid, Summenformel AlN, kristallisiert in der Wurtzit-Struktur, in der hexagonalen Raumgruppe P63mc. Die Al-Atome bilden eine dichte Kugelpackung auf einem hexagonalen Gitter, die N-Atome besetzen die Hälfte der tetraedrischen Lücken dieses Gitters. Die Gitterkonstanten betragen a: 3.1114 Å und c: 4.9792 Å. Die Röntgendichte von AlN liegt bei 3.26 g/cm3. Aluminium und Stickstoff sind überwiegend kovalent gebunden, der Anteil der ionischen Bindung beträgt 45 %. Die relative Molekülmasse Mr beträgt 40,99 u. In Stickstoffatmosphäre besitzt es einen Schmelzpunkt von 2000 °C und sonst einen Sublimationspunkt von 2000 °C und hat eine Härte nach Mohs von 9.

Aluminiumnitridkeramik wird üblicherweise bei Temperaturen von ca. 1800°C drucklos gesintert. Mit Hilfe geeigneter Sinteradditive kommt es hierbei zum Flüssigphasensintern. In der Praxis hat sich die Dotierung mit Calcium- und Yttriumoxid als Standardverfahren weitgehend durchgesetzt.

Da AlN-Keramik eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit von 180 W/mK besitzt, wird es vor allem in der Leistungselektronik als Substratwerkstoff verwendet. Weiterhin ist der Einsatz der AlN-Keramik an den Stellen interessant, an dem viel Wärme abgeführt werden muss, die Werkstoffe jedoch keinen elektrischen Strom leiten dürfen.

Synthese

Aluminiumnitridpulver lässt sich aus Aluminiumoxid, Stickstoff bzw. Ammoniak und Kohlenstoffim Überschuss bei einer Temperatur >1600°C in einer carbothermischen Reaktion darstellen:

2Al_2O_3 + 9C + 4NH_3 \to 4AlN + 3CH_4 + 6CO

Al_2O_3 + 3C + N_2 \to 2AlN + 3CO

Ein weiterer Weg ist die Direktnitridierung.Bei dieser Syntheseart werden metallisches Aluminium- bzw. Aluminiumoxidpulver bei Temperaturen >900°C mit N2 oder NH3 zu AlN umgesetzt

2Al + N_2 \to 2AlN

Al_2O_3 + 2 NH_3 \to 2AlN + 3H_2O

Reaktionsverhalten

Aluminiumnitridpulver weist eine hohe Hydrolyseempfindlichkeit auf. Im Wasser ist eine unvollständige Spaltung von Aluminiumnitrid in Aluminiumhydroxid und Ammoniak zu beobachten. Gesinterte Keramik weist keine Hydrolyseempfindlichkeit auf. In Natronlauge zersetzt sich sowohl Aluminiumnitridpulver als auch gesinterte AlN-Keramik in Ammoniak und Aluminatlösung gemäß:

AlN + NaOH + 3H_2O \to NH_3 + Na[Al(OH)_4]

Weitere physikalische Eigenschaften

Bruchfestigkeit: 300-400 MPa (4 Punkt Biegeversuch)

E-Modul: 350 GPa

Wärmeausdehnungskoeffizient: 4,63 x 10-6 (RT bis 1850°C)

spezifische Wärme: 0,738 J/gK


Weblinks:

Siehe auch:

See also: Aluminiumnitrid, Aggregatzustand, Aluminiumhydroxid, Aluminiumoxid, Ammoniak, CAS-Nummer, Chemikalienliste, Dampfdruck, Dichte, Farbe