Ambraser Heldenbuch
thumb|300px|Seite aus dem Ambraser Heldenbuch Das Ambraser Heldenbuch ist eine handschriftliche Sammlung mittelalterlicher Heldenepen und kleinerer höfischer Erzählungen des 12. und 13. Jahrhunderts; es enthält u.a. das Nibelungen- und das Kudrunlied. Zahlreiche Stücke der Sammlung sind sonst nirgends überliefert – daher die überragende Bedeutung des Kodex für die Geschichte der deutschen Literatur.
Der Kodex im Riesenformat von 46 x 33,5 cm umfaßt 243 Pergamentblätter, die jeweils dreispaltig beschrieben und an ihren Rändern mit floralen Dekorationen geschmückt sind. Die Sammlung wurde im Auftrag des Kaisers Maximilian I. um 1510 von dem Zollschreiber Hans Ried zusammengetragen und kalligraphisch niedergeschrieben. Zunächst wurde der Prachtkodex auf Schloss Ambras in Tirol aufbewahrt; seit 1806 befindet sich die Handschrift in Wien (österreichische Nationalbibliothek).
Literatur
- Ambraser Heldenbuch. Vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat des Codex Vindobonensis Series Nova 2663 der österreichischen Nationalbibliothek, Kommentar von Franz Unterkirchner, (= Codices selecti, 43), Graz 1973
