Amerikanischer Bison
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| thumb|280px|none|zwei Amerikanische Bisons | ||||||||||||
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Der Amerikanische Bison (Bison bison), oft auch als Indianerbüffel oder nur als Büffel bezeichnet, ist ein in Nordamerika verbreitetes Wildrind. Zusammen mit dem in Europa vorkommenden, ihm ähnlichen Wisent bildet er die Gattung der Bisons. Manchmal werden der amerikanische Bison und der Wisent gemeinsam als eine Art aufgefasst.
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Allgemeines
Allgemein ist er ein tagaktives Tier mit dichtem, dunkelbraunen Fell, das den Buckel des Vorderkörpers überzieht. Im Sommer wechselt sich sein Fell. Es wird heller und dünner. Er besitzt einen Vorderkörper, der den dreieckigförmigen Kopf mit den kurzen, gebogenen Hörnern, die sie im Statuskampf innerhalb der Herde einsetzen und dem kräftigen Bart, der bis zum Hals reicht, trägt. Letztendlich sind da noch seine stämmigen Beine, die diesen, bis zu einer Tonne schweren, 3,7m langen, 1,8 m hohen Körper schleppen. Damit ist er das größte nordamerikanische Säugetier. Er erreicht trotz seines hohen Gewichtes eine Geschwindigkeit von 50 km/h. Der Bison ernährt sich allgemein von Pflanzen. Darunter sind Gräser, Kräuter, Moose und Flechten.
Verbreitung
Der amerikanische Bison ist ein Tier der nordamerikanischen Prärien und Wälder. Der Präriebison (Bison bison bison) kam bis ins 19. Jahrhundert im offenen Grasland zwischen dem Großen Sklavensee und Mexiko, von den Rocky Mountains bis zum Mississippi vor.
290px|thumb|Waldbison thumb|290px|Amerikanischer Bison in Hagenbecks Tierpark Hamburg Die Unterart des amerikanischen Waldbisons (Bison bison athabascae) lebte in benachbarten Waldgebieten. Heute finden sich Restbestände des Waldbisons nur noch im Westen Kanadas.
Lebensweise
Bisons sind tagaktive Tiere. Kühe und Kälber leben in Herden, die für gewöhnlich um fünfzig Tiere umfassen. Die Bullen leben entweder als Einzelgänger oder in eigenen kleinen Gruppen. Im August und September suchen die Bullen eine Herde auf und erheben dort Anspruch auf eine Kuh. Manchmal kommt es zwischen konkurrierenden Bullen dabei zu erbitterten Kämpfen, bei denen die Köpfe gegeneinander geschlagen werden.
Nicht alle Bisons wandern. Nur in trockenen Regionen der Prärie waren weite Wanderungen unerlässlich, um neue Weidegründe und Wasserstellen zu erschließen. Hierzu schlossen sich die einzelnen Herden außerhalb der Paarungszeit zu großen Wanderherden zusammen, die aus Tausenden oder gar Millionen von Tieren bestehen konnten. Die Wanderungen führten die Bisons über mehrere hundert Kilometer, ehe sie sich wieder auflösten, um in den ursprünglichen kleineren Herden weiterzuziehen. Heute gibt es nur noch wenige solcher Wanderbewegungen. Nur in Alberta findet zweimal jährlich eine große Bisonwanderung über 250 km statt.
Das rotbraune Kalb wird im Frühjahr geboren und ein Jahr von der Mutter gesäugt. Das Muttertier bewacht das Kalb und verteidigt es erbittert gegen alle Feinde. Mit drei Jahren wird das Kalb geschlechtsreif; Bullen sind allerdings erst im Alter von sechs Jahren stark genug, um sich gegen Geschlechtsgenossen durchzusetzen und eine Paarung zu erkämpfen.
Wilde Bisons haben für gewöhnlich eine Lebenserwartung von zwanzig Jahren. Im Zoo wurden Höchstalter von vierzig Jahren erreicht, die in freier Natur aber sehr unwahrscheinlich sind.
Geschichte des Bisons
Während der Eiszeit (vor ca.18.000 Jahren) wanderten die Vorfahren der Bisons von Asien nach Amerika ein. Sie zogen sich durch den eisfreien Korridor entlang der Rocky Mountains und breiteten sich später über den ganzen Kontinent aus. Dort wuchsen die Herden zu einer Menge von Zigmillionen Tieren heran.
Dann, vor ca. 10.000 Jahren stießen Indianerstämme durch das Erforschen von neuem Lebensraum auf gewaltige Bisonherden. Für sie war der Bison ihre Lebensgrundlage. Er diente den Indianer als Nahrung, sein Fell, seine Sehnen und seine Knochen zur Herstellung von Kleidung, Decken, Sätteln, Zaumzeug, Schilden, Seilen, Leim, Kissenfüllungen, Geschirr, Rasseln, Schmuck, Werkzeugen und Tipis und der Büffelmist als Brennmaterial. Damals war ein Leben in den Plains ohne Bisons unmöglich. Deswegen suchte man auch Möglichkeiten, wie man die Bisons in großen Mengen erlegen konnte, denn mit Pfeil und Bogen konnten keine größeren Herden erlegt werden.
Eine dieser Jagdmethoden waren die „Buffalo Jumps“, das sind hohe Felsklippen. Dabei wurde als Erstes ein schneller junger Mann ausgewählt und in Bisonfell gehüllt. Auf dem Kopf trug er einen Büffelhaupt einschließlich Ohren und Hörnern. In solch einer Verkleidung mischte er sich unter eine Büffelherde nahe einem Abgrund. Die übrigen Indianer kreisten die Bisons von der anderen Seite her ein. Sie blieben zuerst versteckt. Auf ein Zeichen verließen sie ihr Versteck und gingen langsam auf die Bisons zu. In der Zeit musste sich der verkleidete Indianer nahe an die Bisonherde herangeschlichen haben, damit die Bisons ihn bemerkten, wenn sie flüchteten. Wenn die Bisons zu flüchten begannen, begann auch der Indianer so schnell wie möglich zu laufen, damit ihn die Bisons nicht einholen konnten. Er lockte die Bisons zum Abgrund und lies sie über die Klippe in den Tod stürzen. Er allerdings brachte sich vorher schnell in Sicherheit, indem er sich in einer vorher ausgewählten Felsspalte versteckte. Die Aufgabe des Lockvogels war bei dieser Methode lebensgefährlich, wenn er nicht schnell genug lief, da die Bisons ihn einholen und tottrampeln oder ihn mit in die Tiefe reißen konnten.
Die noch so erfolgreichen Methoden der Indianer Bisons zu jagen, haben den Bestand der gewaltigen Büffelherden nie gefährdet. Doch mit der Einführung des Pferdes, gegen Mitte des 16. Jahrhunderts, sollte sich dies ändern. Denn die Indianer konnten die Bisons von nun an von überall her einkreisen. So drangen immer mehr Stämme auf diese Gebiete vor, um sich vom Fleisch der Tiere zu ernähren. Und ab dem 18. Jh. stieß man auch in die vorher nicht besiedelte Trockensteppe vor und schuf die neue Kultur der Plains-Indianer. Doch erst durch die Ankunft der Weißen mit ihrem Schusswaffen, begann eine massenhafte Vernichtung. Denn bald war es selbstverständlich, dass man sich einen Bison zum Frühstück und einem zum Abend schoß. So kamen ca. 50 – 100 Tiere täglich ums Leben. Einer, der sich bei der Ausrottung der Bisons besonders hervortat, war William F. Cody, der bald Buffalo Bill genannt wurde. 1872 – 1874 wurden pro Jahr mehr als eine Millionen Büffelfelle nach Osten verfrachtet. So ist es nicht verwunderlich, dass 1879 keine Bisons mehr in dem südlichen Grasland zu finden waren. Nur der Nordwesten mit seinen Verteidigern, den Sioux und Cheyenne, konnte noch größere Bisonsherden halten. Um den Stämmen dieser Plains-Indianer die Lebensgrundlage zu nehmen und sie durch Hunger in ihre Reservate zu zwingen, musste man einfach die Bisons ausrotten. Deswegen war es mit der Eröffnung einer Eisenbahnlinie dort endgültig vorbei. Eine beispiellose Vernichtung begann. Mit Sonderzügen fuhr man in die Büffelherden hinein und die zahlreichen Passagiere schossen aus allen Fenstern des Zuges auf die Bisons, bis alle tot und verwundet dalagen. Egal ob es aus Vergnügen, zur Ausrottung der Indianer oder auf Grund der Behinderung der Eisenbahnlinien durch die Bisons, gemacht wurde. thumb|Bisonjagd - Bison liegt tot im Schnee (1872) Die Luft war verpestet von widerlichem Verweseungsgestrank und die Plains wurden ohne die Büffel eine leblose, öde und stinkende Wüste. Und auch die letzten 10.000 Tiere erlegte man, indem man an Wasserlöchern Scharfschützen aufstellte. So rottete man fast alle Bisons aus, denn die 60 Millionen Bisons, die vor der Ankunft der Weißen dort lebten, verringerten sich nach den Bisonmorden 1894 auf nur 800 Exemplare in ganz Nordamerika. Erst dann wurden Schutzmaßnahmen ergriffen. Sie kamen sozusagen in letzter Minute. Denn durch die Gründung des Yellowstone-Nationalpark, schuf man den Bisons ein Rückzugsgebiet.
Heutige Situation
Heute gibt es wieder ca. 350.000 Bisons. Besucher des Yellowstone National Parks und zunehmend auch Besucher anderer Parks, da auch diese begonnen kleine Herden aufzunehmen, haben die Möglichkeit diese Tiere aus nächster Nähe zu betrachten. Die Devise um sie zu schützen lautet „<< Eat more Buffalo!>>, denn was man ißt stirbt nicht aus“. Deswegen bildeten sich in den Rocky Mountains Ranchen um die Bison zu züchten. Manche dieser Ranches besitzen schon mehrere tausend Tiere. Bisonfleisch hat einen hohen Gehalt an Eiweiß, Eisen, Zink und Selen und wird heute wieder gegessen.
Neue Probleme
Doch in den größeren Herden sind nun auch Probleme aufgetreten. Die Bisons tragen die Bakterien Brucella abortus, in sich. Diese können bei Rindern Fehlgeburten auslösen. Ob diese Bakterien auf Rinder übertragbar sind, weiß man nicht. Es ist nur festgestellt worden, dass auch Wapitis befallen sind. Auf Grund der Gefahr, dass die Fleischindustrie in Montana bedroht sei, wurden 1996/1997 über tausende Büffel getötet. Doch Naturschutz-Organisationen und die Bevökerung setzten sich gegen erneute Massenmorde an Bisons ein.
