Amöneburg
Die Stadt und die Burg Amöneburg (lat. amoenus: schön gelegen) liegen wenige Kilometer östlich von Marburg in Hessen auf und an dem 362 m hohen gleichnamigen Berg.
| Wappen | Karte |
|---|---|
| 140px|Wappen fehlt Hilfe zu Wappen | 140px|Deutschlandkarte, Position von Amöneburg hervorgehoben |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Gießen |
| Landkreis: | Marburg-Biedenkopf |
| Fläche: | 43,95 km² |
| Einwohner: | 5.345 (31. Dezember 2003) |
| Bevölkerungsdichte: | 122 Einwohner je km² |
| Höhe: | 251 m ü. NN |
| Postleitzahl: | 35287 |
| Vorwahl: | 06422 |
| Geografische Lage: | 50° 48' n. Br. 08° 54' ö. L. |
| Kfz-Kennzeichen: | MR |
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 34 001 |
| Gliederung des Stadtgebiets: | 4 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schulgasse 2 35287 Amöneburg |
| Offizielle Website: | www.amoeneburg.de |
| E-Mail-Adresse: | stadtverwaltung @amoeneburg.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Anders Arendt (parteilos) |
| Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Geografische Lage
Durch das Stadtgebiet fließt die Ohm die hier das Amöneburger Becken durchquert.
Geologie
Der Berg, auf dem die Amöneburg liegt, ist eine Basaltkuppel, die vor etwa 8 Mio. Jahren entstanden ist und zu einer Reihe kleinerer vulkanischer Schlote gehört, die vermutlich Ausläufer des Vogelsberg sind.
Hier, wie bei den meisten Vulkanen dieser Art, wurde nur untergeordnet Basaltlava gefördert. Häufig begann die vulkanische Tätigkeit mit Gasexplosionen und Erzeugung pyroklastischen Materials. Erst nach diesem Ausstoss floss die Basaltlava aus.
An der steilen Ostwand des Berges findet man meterlange Basaltsäulen. Das sind sechseckige Prismen, die sich bilden, wenn das frisch erstarrte Vulkangestein beim weiteren Abkühlen schrumpft.
Stadtgliederung
Neben der Kernstadt besteht Amöneburg aus den Stadtteilen Erfurtshausen, Mardorf, Roßdorf und Rüdigheim.
Geschichte
Bodenfunde belegen, dass das Gebiet schon in der jüngeren Steinzeit besiedelt war. In der keltischen Zeit wird eine Stadtsiedlung (oppidum) vermutet. Zur Zeit der Merowinger soll hier eine Festung gebaut worden sein.
Im Jahre 721 fühlte sich Bonifatius dazu berufen, die Bevölkerung in und um die Amöneburg von ihrer heidnisch-christlichen Glaubensmixtur zu befreien. Sein erstes Domizil nahm er in der fränkischen Festung Amöneburg. Sichtbarer Ausdruck seiner Missionsarbeit war die Errichtung eines kleinen Klosters und einer Kirche innerhalb der Burganlage.
Am Anfang des 12. Jahrhunderts gehörten große Teile Hessens zu Thüringen. Die thüringischen Gebiete waren allerdings so weit verstreut, dass dazwischen häufig Ländereien des Erzbistums Mainz und seiner Vasallen lagen. Dazu gehörte auch der Sprengel Amöneburg bis zum Jahr 1803.
Wüstungen
Brück; Brunsfort; Gerende; Heuchelheim; Lindau; Radenhausen; Wanehusen
Politik
Die Stadtverordnetenversammlung Amöneburg zählt 31 Stadtverordnete. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 18. März 2001 wie folgt dar:
| CDU | : 14 Sitze |
| SPD | : 7 Sitze |
| FWG | : 6 Sitze |
| AWG | : 4 Sitz |
Der Magistrat besteht aus 10 Stadträten. Davon entfallen 5 Sitze auf die CDU, 2 Sitze auf die SPD, 2 Sitze auf die FWG und ein Sitz auf die AWG.
Der Bürgermeister Anders Arendt (parteilos) wurde am 15. Dezember 2002 mit einem Stimmenanteil von 63,2 % gewählt. Jedoch kam das Stadtparlament in Amöneburg im Februar 2005 einstimmig bezüglich der Abwahl des Bürgermeisters überein. Nach Ansicht aller vier Fraktionen sei der 30-jährige den Anforderungen des Postens nicht gewachsen. Im März 2005 wurde Arendt durch die Bevölkerung Amöneburgs wieder abgewählt. Im Bundesland Hessen gab es bisher sieben ähnlich gelagerte Fälle.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Von der im 12. Jahrhundert auf der Bergspitze angelegten Burg sind nach ihrer Zerstörung 1646 und 1792 heute nur noch Reste von Wohnbauten und Teile der Ringmauer mit Flankentürmen zu sehen.
Die benachbarte Kirche ist eine neugotische Basilika. An ihrer Nordseite steht der gedrungene Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert mit barocker Haube.
Der rechteckige Marktplatz des Ortes Amöneburg wurde in dieser Form im 18. Jahrhundert angelegt. Sehenswert ist außerdem der 'Mainzer Hof' mit Scheune und Herrenhaus am Lindauer Tor.
Ein Spaziergang um die Bergkuppe entlang der größtenteils erhaltenen Stadtmauer bietet eine umfassende Rundsicht auf das Umland.
Am südöstlichen Fuß des Felsens liegt die 'Brückermühle' mit alter steinerner Ohmbrücke, die ein historisch wichtiger Straßenübergang war. Bekannt wurde sie durch das Gefecht der Hessen und Braunschweiger gegen die Franzosen im Jahr 1762, an das ein barocker Obelisk erinnert.
Regelmäßige Veranstaltungen
- OpenEyes-Filmfest in der Burgruine Amöneburg (jeden Sommer, Veranstalter: Cafe Trauma, Marburg)
- HessenFolk Festival (jährlich: 2. Augustwochende, Veranstalter: auswärtige Eventagentur)
- Kirmes (jährlich: letztes Augustwochenende, Veranstalter: Gemeinde)
Weblinks
- http://www.erziehung.uni-giessen.de/studis/Robert/amoeneburg.html - Bonifatius und Amöneburg
- Open Eyes - 12. Kurzfilm-Festival 14. - 17. Juli 2005
- http://www.hessenfolk.de/ - 1. HessenFolk Festival
- http://www.marburg-biedenkopf.de/showpage.asp?mnu=786&lng=1 - Amöneburg-Infos im Kultur-Adressbuch des Landkreises Marburg-Biedenkopf
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