Amrum
thumb|140px|right|Deutschlandkarte, Position von Amrum hervorgehoben Amrum (friesisch Oomram) ist eine Nordfriesische Insel in der Nordsee, südlich von Sylt und westlich von Föhr. Sie gehört zum Landkreis Nordfriesland im Bundesland Schleswig-Holstein.
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Geografie
thumb|Leuchtturm auf Amrum. Amrum hat eine Größe von 20,46 km² und ist eine der drei nordfriesischen Geestkerninseln (Amrum, Sylt, Föhr). Im Osten grenzt sie an das Wattenmeer. Hier liegen außerdem die alten Orte der Insel, Norddorf, Süddorf, Steenodde und Nebel. Westlich des Geestkerns befindet sich über die gesamte Länge der Insel ein Dünengebiet, das nach Norden hin zur so genannten Odde ausläuft. Auf dem südlichen Ende befindet sich Wittdün, der jüngste Ort der Insel. Die höchste Düne ist 32 Meter hoch. Westlich des Dünengürtels schließt sich zwischen Norddorf und Wittdün der Kniepsand an. Er stellt einen der breitesten Sandstrände Nordeuropas dar. Nordöstlich von Norddorf sowie zwischen Steenodde und Wittdün befinden sich zwei kleinere Marschgebiete, die abgedeicht sind. In Zeiten der Ebbe ist es möglich, die Nachbarinsel Föhr durch eine Wattwanderung zu erreichen.
Amrum hat 2.287 Einwohner (31.12.2003) und besteht verwaltungsmäßig aus drei Gemeinden (Norddorf, Nebel, Wittdün), die im Amt Amrum zusammengefasst sind.
Ortschaften:
- Nebel: Hauptort an der Wattseite, Sitz der Amtsverwaltung, Öömrang-Hüs, Mühle, St. Clemens-Kirche.
- Norddorf: nördlichster Ort, Seebad
- Süddorf: ältestes Dorf, heute Ortsteil von Nebel
- Steenodde: Anleger, Ortsteil von Nebel
- Wittdün: Jüngster Ort, Ende des 19. Jahrhunderts als Seebad gegründet, Fährhafen.
Sprache und Kultur
Auf Amrum wird heute vor allem Hochdeutsch gesprochen. Die Friesische Sprache im speziellen Amrumer Dialekt (Öömrang) können noch rund ein Drittel der Einwohner sprechen. Dieser Dialekt hat sich auf Grund der Insellage so unterschiedlich entwickelt, dass er unter Umständen schon für Sylter oder Föhrer nicht verständlich ist. Daneben beherrschen viele Amrumer Niederdeutsch, da dies die Sprache der küstennahen Seefahrer war, und Dänisch.
Der Öömrang Ferian i.f. widmet sich der friesischen Kultur und dem Naturschutz. Das "i.f." bedeutet iindraanj ferian (eingetragener Verein), das normalerweise mit e.V. abgekürzt wird. Der Öömrang Ferian ist der einzige Verein in Deutschland, der eine solche Bezeichnung führt - in der eigenen Inselsprache.
Wirtschaft
Der Haupterwerbszweig ist der Tourismus. Auf dem Geestkern sowie in den beiden Marschgebieten wird auch Landwirtschaft betrieben. Des Weiteren ist ein Fischer auf der Insel beheimatet.
Verkehr
Die Insel ist durch zwei Fährlinien mit Wyk auf Föhr und Dagebüll einerseits und Schlüttsiel und den Halligen andererseits verbunden. Fährhafen ist Wittdün. Die meisten Touristen reisen über Dagebüll an. Von dort braucht die Fähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) bei einer direkten Verbindung Dagebüll-Amrum 90 Minuten, bei der häufigeren Verbindung über die Nachbarinsel Föhr etwa 120 Minuten.
Ein Schnellboot verbindet Wittdün mit Hörnum auf Sylt, die Hallig Hooge und Strucklahnungshörn auf Nordstrand. Auf der Insel selbst ist das Fahrrad Hauptverkehrsmittel für Touristen; das Radwegenetz ist für deutsche Verhältnisse hervorragend ausgebaut. Zahlreiche Fahrradverleiher ermöglichen auch Touristen, die ohne Rad anreisen, mobil zu sein. Eine Buslinie verbindet Norddorf, Nebel, Süddorf und Wittdün im Halbstundentakt. Eine recht außergewöhnliche "Verkehrsverbindung" ist eine Wattwanderung zur Nachbarinsel Föhr.
Geschichte
Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit, hierzu gehören einige Großsteingräber. Auch aus der Bronzezeit und Eisenzeit sind zahlreiche Grabhügel vorhanden. Im Dünengebiet westlich der Vogelkoje befinden sich Reste eines eisenzeitlichen Dorfes. Ob die Ambronen, die gemeinsam mit Kimbern und Teutonen um 100 v. Chr. Rom bedrohten, von der Insel stammten, ist umstritten. Im frühen Mittelalter wurde die Insel von den Friesen besiedelt. Die Sturmflut von 1362, auch Mandränke oder Zweite Marcellusflut genannt, überflutete und zerstörte riesige Marschflächen. Die derzeitige Form bekam Amrum mit der Burchardiflut im Jahr 1634. Neben Landwirtschaft und Fischfang gehörte die Seefahrt zu den Haupterwerbszweigen. Bis 1864 gehörte die Insel zu Dänemark, ab 1866 zu Preußen. Am Ende des 19. Jahrhunderts nahm der Fremdenverkehr raschen Aufschwung.
1998 lief der Holzfrachter Pallas vor der Insel auf Grund und sorgte damit für eine schwere Ölverschmutzung.
Siehe auch
Weblinks
- Wattenmeer Amrum
- Inselbahn.de - Die unvergessene Amrumer Inselbahn mit Fotos, Fahrzeugliste und vielen Informationen
Koordinate: 54° 39′ n. Br., 8° 20′ ö. L.
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